Stormarn
Neujahrsempfang

Großhansdorfer sollen ihren Stil beibehalten

Bürgermeister Janhinnerk Voß spricht sich für Pflege des Miteinanders aus

Grosshansdorf. „Unter den Anwesenden mag es Einzelne geben, die nicht mit dem einverstanden sind, was ich oder Bürgervorsteher Jens Heinrich sagen, auf den Weg bringen oder wofür wir stehen“, sagte Bürgermeister Janhinnerk Voß in seiner Neujahrsansprache. Trotzdem seien sie gekommen, hätten sich freundlich die Hand gegeben und alles Gute gewünscht. Das sei der Stil, den Großhansdorf pflegen müsse, so die Botschaft des Bürgermeisters.

In Großhansdorf werde Kritik meistens noch anständig formuliert . Das Laute, Pöbelige, Prollige sei bisher selten. Stil bedeute, andere ausreden zu lassen, sich offen gegenüber Andersdenkenden, Religionen und Herkunftsländern zu zeigen. Diese Tugenden müssten jedoch auch in der Waldgemeinde gepflegt werden. Vereine und Verbände würden zunehmend als Dienstleister angesehen, das Engagement für den Ort falle zunehmend schwer. „Wo früher ein Ast auf der Straße einfach zur Seite gezogen wurde, wird heute der Notruf gewählt“, beklagt Voß. Die Einwohner müssten darauf achten, zu erhalten, was den Ort lebenswert mache. Dabei wolle Großhansdorf bewusst nicht mit der stark steigenden Einwohnerzahl anderer Kommunen mithalten. „Wir fühlen uns mit unseren 9355 Einwohnern wohl“, so Voß. Dennoch werde in Kindergärten und Einkaufsmöglichkeiten investiert, aber eben unter Wahrung des Charakters der Gemeinde.

Mit Sorge blickt Voß auf die steigenden Ausgaben, die in diesem Jahr voraussichtlich ein Defizit von rund 300.000 Euro bei den laufenden Kosten bedingen. „Bund und Land werden nicht müde, Forderungen nach Kinderbetreuung und Flüchtlingsintegration zu stellen, lassen uns mit den Aufgaben aber finanziell allein.“

Ungefähr 150 Bürger lauschten den Worten des Bürgermeisters, darunter viele Gemeindevertreter und auch der Ahrensburger Tobias Koch, seit vergangenem Jahr Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion in Kiel.