Stormarn
Personalie

Reinbeks Kripo-Chef jetzt offiziell im Amt

Fliegen ist die große Leidenschaft von Reinbeks Kripochef Thomas Holst

Fliegen ist die große Leidenschaft von Reinbeks Kripochef Thomas Holst

Foto: Anne Müller / BGZ

Zuvor hatte Thomas Holst das Amt zwei Jahre lang kommissarisch geleitet. Brennpunkte sind Einbrüche und Pkw-Diebstähle.

Reinbek.  Alles klar zum Abflug. Diese Worte gelten für den passionierten Privatpiloten Thomas Holst allerdings nur in der Freizeit. Im Job ist Reinbeks neuer Kripochef bodenständig. Ein Teamplayer, darauf legt er wert: „Ich dirigiere, halte die Fäden in der Hand, aber die Hauptermittlungsarbeit leisten meine 21 Kollegen“, sagt der Erste Kriminalhauptkommissar.

Seit Dezember vergangenen Jahres leitet der Büchener offiziell die Kriminalpolizeistelle und ist auch verantwortlich für die Organisation der beiden in Reinbek und Ahrensburg angesiedelten Ermittlungsgruppen zum Wohnungseinbruchsdiebstahl. Sein Büro hat Thomas Holst bereits vor zwei Jahren eingerichtet. Denn bis dato leitete er die Kripo kommissarisch. Reinbek war schon 1990 nach der Ausbildung in Kiel die erste Wunschstation des jungen Kriminalkommissars, der damals noch in Stormarns zweitgrößter Stadt lebte.

Brennpunkte Einbruchskriminalität und Pkw-Diebstähle

Doch die Karriere führte den gebürtigen Dannenberger nach einem Jahr nach Geesthacht. Bis 2015 hat er an der Elbe zuletzt als stellvertretender Dienststellenleiter Kriminellen nachgespürt. „Geesthacht ist sehr speziell“, sagt Holst. Er erinnert sich unter anderem an die Raubserie einer einschlägigen Bande auf Tankstellen und Spielhallen, die er mit seinen damaligen Kollegen schließlich aufklärte.

Aber auch die Schlossstadt Reinbek, in der rund 27.500 Menschen leben, hat ihre Herausforderungen. „Vor allen in der Einbruchskriminalität und bei Pkw-Diebstählen. Aber auch Betrugsdelikte im Internet nehmen extrem zu“, nennt Thomas Holst Brennpunkte. Das sei ein „Riesenpaket, das wir anpacken müssen“.

Holst spielt in der Rockband Stingray

Vor allem Trickbetrüger, die ältere oder demente Menschen um ihr Erspartes prellen, bringen den Familienmensch Holst auf. Die Tricks der falschen Polizisten, die Telefonnummern im Internet generieren und dann suggerieren, dass Anrufe direkt von der Polizeiwache kommen, werden immer raffinierter. „Wir klären immer wieder darüber auf, dass die Polizei nie, aber auch niemals irgendwo anruft und nach Wertsachen fragt “, sagt Holst. Leider gebe es immer wieder Senioren, die ihr Geld abheben und an angebliche Beamte übergeben oder vor die Tür legen, um der „Polizei zu helfen“.

Nach Hause nimmt der 57-Jährige, der vor sechs Jahren seine Silberhochzeit gefeiert hat und Vater zweier erwachsener Kinder ist, die Kriminalfälle allerdings nicht: „Ich kann gut abschalten.“ Und von seinem zweiten großen Hobby neben der Fliegerei zeugen die „Hard-Rock-Tassen“ auf dem Besuchertisch im Büro. „In jeder großen Metropole gibt es ein Hardrock-Café, ich nehme immer eine mit“, sagt der Kriminalist mit dem Rhythmus im Blut. Er selbst spielt in der Rockband „Stingray“ das Schlagzeug. – wenn er nicht gerade vom Lübecker Flughafen abhebt.