Stormarn
Verkehr

Bauarbeiten lassen Bargteheider im Stau stehen

Stehen statt fahren: Stau in Bargteheide

Stehen statt fahren: Stau in Bargteheide

Foto: Christina Schlie / HA

Besonders im Berufsverkehr sorgt die Reparatur einer Eisenbahnbrücke für Chaos auf den Straßen und Ärger bei Autofahrern und Anliegern.

Bargteheide.  Morgens um halb acht in Bargteheide: Eine Stadt kurz vor dem Stillstand. Noch im Halbdunkeln bahnen sich Schulkinder auf Fahrrädern, Rollern oder zu Fuß ihren Weg durch die Straße Struhbarg. Vorbei an einer Kolonne aus Fahrzeugen, die ihnen den Weg versperrt. Im Schneckentempo schiebt sich die Blechlawine vom Tremsbütteler Weg über die Eisenbahnbrücke durch den Kreisel in die Rathausstraße.

Stoppen Paketboten auf der Straße, dann geht nichts mehr

Eilige auf dem Weg zur Arbeit reihen sich an diejenigen, die letzte Einkäufe für das Weihnachtsfest erledigen wollen. Geduld und Toleranz sind hier häufig Mangelware. Stellt dann noch einer der zahlreichen Paketboten seinen Lastwagen mit auf der Rathausstraße ab, stellt das Warnblinklicht an und – das Chaos ist mal wieder perfekt.

Seit einer Woche werden viele Bargteheider auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Die Straße Lohe/L 89 ist wegen Brückenarbeiten der Eisenbahn voll gesperrt. Wer von der ehemaligen B 75 zur Autobahn möchte oder umgekehrt, steckt fest. „Wir haben weiträumig und überörtlich umgeleitet“, sagt Bauamtsleiter Jürgen Engfer. Schleichwege – kleine, sonst eher selten befahrene Straßen wie der Hammoorer Weg und die Straße An den Stücken – müssen als Umleitung herhalten.

„Zur Rushhour morgens und abends geht hier oft gar nichts mehr“, sagt Anliegerin Bianca Walter. Dann sei es zeitweise sogar schwierig, mit dem Auto auf das eigene Grundstück zu fahren. Ihr Haus steht an der Straße An den Stücken. Eigentlich eine kleine Zufahrtstraße zum Bahnhof, jetzt eine der Hauptverkehrsachsen. Von der Straßensperrung habe sie erst aus der Zeitung erfahren. „Schade, dass wir Anwohner nicht vorher informiert wurden“, sagt die 52-Jährige.

Polizei glaubt, die Probleme am Kreisel spielen sich ein

Seit Mitte der Woche steht an der Einmündung Tremsbütteler Weg und der Straße An den Stücken ein Schild, dass die Durchfahrt für Lastwagen verbietet. Nur Anlieger dürfen die Straße mit Fahrzeugen über 7,5 Tonnen noch nutzen. Manfred Kluge aus Tremsbüttel ist genervt. Er ist beruflich auf das Auto angewiesen, sagt: „Der Stau kostet mich viel Zeit.“ Er findet, dass die Ausweichstraßen „mäßig beschildert sind“. Umleitungen sind mit der Polizei abgestimmt. Die hat von einem Halte- oder Parkverbot am Struhbarg – einer Tempo-30-Zone – abgeraten. „Geparkte Autos dienen als Verkehrsberuhigung und tragen somit zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer bei“, sagt Frank Stefan Simon, Leiter der Polizeistation Bargteheide.

Das eigentliche Problem sei das Nadelöhr Kreisel. Der Verkehr kann dort nicht mehr aufgefangen werden. Folge: Rückstau in alle angrenzenden Straßen. Simon: „Das wird sich einspielen“. Die Sperrung dauert voraussichtlich bis zum 19. Januar.