Stormarn
Ahrensburg

So viel Geld geben Stormarner für Geschenke aus

Yara Dampha (l.) und Petra Marie-Anne Hölzel haben in diesen Tagen viel zu tun, denn sie verpacken Bücher bei Heymann in Ahrensburg

Yara Dampha (l.) und Petra Marie-Anne Hölzel haben in diesen Tagen viel zu tun, denn sie verpacken Bücher bei Heymann in Ahrensburg

Foto: Melissa Jahn

Je nach Umfrage kaufen die Deutschen vor Weihnachten für 278 bis 465 Euro ein. Einzelhändler im Kreis verzeichnen gute Geschäfte.

Ahrensburg.  Während manche Stormarner am Wochenende die letzte Position auf ihrem Geschenkezettel abhaken können, geht für andere die Jagd in der Woche vor Weihnachten erst richtig los. 278 Euro geben die Deutschen laut einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) durchschnittlich für Präsente aus. Doch nicht alles kommt beim Einzelhandel in der Region an – der Internethandel ist eine starke Konkurrenz.

„Wie in jedem Jahr kommt Weihnachten ganz plötzlich“, sagt Jens Heinrich und lacht. Doch mit einem Parfüm für seine Frau Elke ist das letzte Geschenk gekauft. Gemeinsam lassen sie sich die Flasche einpacken. Denn der feine Duft ist schon längst kein Geheimnis mehr. Wer seit 50 Jahren verheiratet ist, weiß, was sich der andere wünscht – und spart umständliche Tauschaktionen. Ein Ledergürtel für den Gatten und Karten für das Kabarett-Duo Alma Hoppe für den Sohn komplettieren die Präsente der Heinrichs.

Oldesloer Gutscheine für 50 Geschäfte kommen gut an

Nach eigener Schätzung kommt das Ehepaar mit 280 Euro ziemlich genau auf den Durchschnittsbetrag für Geschenke. Je nach Studie ist diese Summe sogar noch größer. Eine repräsentative Studie des ifes-Institutes der FOM Hochschule in Hamburg kommt auf 465 Euro – Männer geben demnach sogar 482 Euro aus.

Walter Malewsky möchte bis zu 400 Euro auf zehn Familienmitglieder verteilen. Bei Nessler in Ahrensburg hat er Lego und ein Memory-Spiel für den jüngsten Sohn erstanden. Der Älteste bekommt 200 Euro zu einem neuen Computer dazu. „Meine Kinder erhalten den größten Anteil der Weihnachtseinkäufe“, sagt Malewsky. „Für die Bekannten kaufe ich jeweils eine Flasche Wein für zehn Euro.“

Einzelhandel freut sich über viel Kaufkraft

Über so viel Kaufkraft freut sich der Einzelhandel. „Die Geschäfte laufen super“, sagt Philipp Knödler, Geschäftsleiter vom Kaufhaus Nessler. Die Kunden seien gut gelaunt. Schenken sei ja schließlich das Schönste in dieser Zeit. Die Klassiker – Krawatte und Hemd für den Herren oder eine Handtasche für die Dame – seien noch immer angesagt. „Aber es darf ruhig mal ein ausgefallenes Design sein“, so Knödler. Doch auch andere Abteilungen profitierten von dem Fest. Ob Spielekonsolen oder Sportartikel – für jeden Kunden und Geldbeutel sei etwas dabei. „Und wir bemühen uns mit unserer Beratung, dass das Geld in der Stadt bleibt“, sagt der Geschäftsleiter.

Ähnlich positiv fällt das Zwischenfazit beim Ring Bargteheider Kaufleute (RBK) aus. Trotzdem vertreibt der Spielzeugladen Sammeln und Schenken seine Ware mittlerweile auch online. „Es ist nicht einfach, aber wir müssen den Wandel mitmachen“, sagt Geschäftsführerin Andrea Sarau. Während teurere Artikel fast ausschließlich im Internet gekauft würden, erinnerten sich etliche Kunden erst kurz vor dem 24. Dezember an den Spielzeugladen direkt vor der Haustür. „Was das Netz nicht schafft, dürfen wir lösen“, so die Inhaberin. „Doch wenige Tage vorher ist es auch für uns manchmal zu spät.“

Im Internet bestellen, vor Ort abholen

Im Internet bestellen und vor Ort abholen: Dies können Kunden in der Bargteheider Buchhandlung. Dort hat Hartmut Petersen für seine Nichte ein Buch gekauft. Das Geschenk liegt nach wie vor im Trend: Bücher rangieren auf der Beliebtheitsskala auf den ersten Plätzen mit Gutscheinen, Kleidung, Spielwaren und Lebensmitteln. „Da ich selbst gern lese, ist ein Buch das ideale Geschenk“, sagt Petersen. „Nächste Woche fange ich mit dem Einkaufen erst richtig an.“ Obwohl nur die Kinder Geschenke bekommen, seien 300 Euro schnell ausgegeben. Petersen: „Mit meiner Partnerin fahre ich in den Urlaub. Davon haben wir beide mehr.“

Wer Gutscheine verschenken möchte, muss sich in Bad Oldesloe auf kein Geschäft mehr festlegen. Seit Kurzem können Karten für zehn Euro in 50 Geschäften gekauft und eingelöst werden. „Dieses Angebot wird gut angenommen“, sagt Nicole Brandstetter von der Initiative „ich-kaufe-in-oldesloe“.

Bis Sonnabend kann im Kreis noch eingekauft werden. Auf Spontankäufe am Heiligabend müssen die Kunden verzichten. Die meisten Geschäfte bleiben am Sonntag geschlossen. Lediglich regionale Frischehändler wie Geflügel Stapff oder Fisch Bernie bieten am Vormittag die Abholung der Ware an.