Stormarn
Ahrensburg

Skater wollen Hilfe beim Neubau maroder Anlage

Kämpfen für einen neuen Skatepark (v.l.): Bela Kropp, Martin tho Horst, Michael Jeglinski und Thorben Thoms vom Verein Ahrensburg Skateboard

Kämpfen für einen neuen Skatepark (v.l.): Bela Kropp, Martin tho Horst, Michael Jeglinski und Thorben Thoms vom Verein Ahrensburg Skateboard

Foto: Aylin Lehnert / HA

Der Verein Ahrensburg Skateboard kämpft für eine neue Anlage im Zentrum. Heute berät der Bau- und Planungsausschuss über das Thema.

Ahrensburg.  „Betreten auf eigene Gefahr!“ Diese Warnung sollten junge Sportler am Ahrensburger Skatepark ernst nehmen. „Die Anlage ist komplett marode, der Boden abgenutzt. Ein Sturz ist nicht ungefährlich“, sagt Thorben Thoms (30), Gründer des Vereins Ahrensburg Skateboard. Sein dringlichster Wunsch: Ein hochwertiger und robuster Skatepark mit Betonuntergrund und zeitgemäßen Rampen.

Aktuell zählt der im Juni gegründete Verein sieben aktive Mitglieder, unter anderem die Vorsitzenden Thorben Thoms und Martin tho Horst. Sie wollen mit ihrem Engagement Vorbild sein für jüngere Skater. Sie dazu motivieren, sich für ihren Park einzusetzen. Denn auf einen neuen Skatepark wartet Ahrensburgs Jugend schon lange vergebens. Die Stadt hat die Anlage in den vergangenen 15 Jahren nur notdürftig saniert. Richtig gern skatet dort nach Vereinsangaben niemand mehr.

Viel hängt von Entscheidung über den Stormarnplatz ab

Seit 2015 gibt es Gespräche darüber. In einem Jugendworkshop hatten die Jugendlichen schon damals auf die Probleme mit dem Skatepark hingewiesen. Der bauliche Zustand sei nicht zufriedenstellend, stellenweise sei die Anlage kaum noch benutzbar, eine Sanierung reiche nicht mehr aus. Die Stadt reagierte mit dem Zugeständnis, dass der Park „eine große Bedeutung als Aufenthaltsort für die anwesenden Jugendlichen” besitze, jedoch „nur unzureichend nutzbar und attraktiv“ sei. Im Sommer 2017 wurden lediglich die nötigsten Stellen saniert. Viel geändert habe sich dadurch aber nicht, so die Skater. Im Haushalt 2018 seien, sagt Thoms, nach wie vor 300.000 Euro für einen Neubau vorgesehen.

Das zentrale Problem sei, dass zunächst die weitere Nutzung des Stormarnplatzes geklärt werden müsse, sagt Tim Grammerstorf (17) vom Kinder- und Jugendbeirat. „Wenn die Stadt einen Plan für den Stormarnplatz vorlegt, müsste sie wahrscheinlich nur ein Drittel der Kosten tragen. Der Rest könnte durch das Städtebauförderprogramm von Land und Bund übernommen werden.“

Politiker beraten ab 19 Uhr im Peter-Rantzau-Haus

Wie mehrfach berichtet, gibt es mehrere Ideen zur Nutzung des Areals. Im Gespräch ist eine Tiefgarage, um die Parkplatzsituation in der Innenstadt zu verbessern . Von Seiten der Politik unterstützt die FDP den Verein mit der Forderung, sich „unverzüglich” um die Planung der Tiefgarage und des Skateparks zu kümmern. Darüber soll heute bei der Sitzung des Bau- und Planungsausschuss diskutiert werden.

Die Wählergemeinschaft Ahrensburg sieht hingegen keinen Grund zur Eile. Sie verlangt eine Verschiebung der Investitionen auf den Haushalt 2021. Ein Neubau in absehbarer Zeit, so befürchten die Jugendlichen, sei dann unwahrscheinlich. „Wir werden immer wieder vertröstet“, beschwert sich Grammerstorf. Er fordert, dass der Skatepark unabhängig vom Stormarnplatz geplant wird. Darüber soll Anfang 2018 mit der Stadt beratschlagt werden. Außerdem sei es „wichtig, mit der Anlage in der Innenstadt und nah bei öffentlicher Anbindung zu bleiben“, sagt der Vereinsvorsitzende Thoms. Denn die Anlage soll auch für Skater aus umliegenden Kommunen gut erreichbar sein. „Wir wollen im neuen Park Wettbewerbe und Workshops veranstalten und so Jugendliche wieder vom Skateboard- Sport begeistern“, sagt Thoms. Besonders Olympia 2020, wenn Skateboarding erstmals eine der Disziplinen ist, möchte der Verein zum Anlass nehmen, Skaten auch regional als Sportart zu etablieren. Martin tho Horst sagt: „Wir wollen nicht mehr als Spielplatz gelten, sondern als Sportstätte.“

Bau- und Planungsausschuss der Stadt Ahrensburg, Mittwoch, 6. Dezember, im Peter-Rantzau-Haus, Manfred-Samusch-Straße 9, 19 Uhr

Die Geschichte des Skateboards beginnt Ende der 1950er-Jahre in Kalifornien in den USA. Surfer erfanden das Board, als sie Rollen von Rollschuhen an Surfbrettern anbrachten. So konnten die „Asphaltsurfer“ auch bei ungünstigem Wellengang ihrem Sport nachgehen. Mitte der 1970er-Jahre kam der Trend nach Deutschland. 1978 wurden in München die ersten deutschen Skateboardmeisterschaften ausgetragen.