Stormarn
Gesundheit

Großhansdorfer Klinik bekämpft Schlafstörungen

Die Leiterin des Schlaflabors der LungenClinic Großhansdorf, Dr. Maike Oldigs, präsentiert zwei Nasenmasken zur Behandlung von Schlafapnoe (Atemaussetzern)

Die Leiterin des Schlaflabors der LungenClinic Großhansdorf, Dr. Maike Oldigs, präsentiert zwei Nasenmasken zur Behandlung von Schlafapnoe (Atemaussetzern)

Foto: Christian Thiesen / HA

Drei von vier Arbeitnehmern leiden laut der DAK-Studie unter Schlafstörungen. Doch die wenigsten holen sich Hilfe beim Arzt.

Grosshansdorf.  Er ist lebenswichtig und jeder Mensch braucht ihn: den Schlaf. Doch in den Genuss von ausreichendem und vor allem gutem Schlaf kommen immer weniger Menschen im Lande. Das geht aus einer Untersuchung der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) hervor, die jetzt mit dem Gesundheitsreport 2017 der DAK vorgestellt wurde. Sie zeigt zudem, dass Schlafstörungen ein unterschätztes Problem sind. Dabei können sie sogar ein Hinweis auf psychische Erkrankungen sein.

Berufliche Belastungen sorgen oft für Schlafprobleme

Nach der DAK-Studie berichten rund 78 Prozent der Erwerbstätigen in Schleswig-Holstein von Schlafproblemen. Seit 2010 stieg der Anteil der von Ein- und Durchschlafproblemen betroffenen 35 bis 65 Jahre alten Arbeitnehmer um 31 Prozent an. Schwere Schlafstörungen nahmen seit 2010 um knapp ein Drittel zu. Jeder zwölfte Arbeitnehmer (8,3 Prozent) in Schleswig-Holstein leidet unter schweren Schlafstörungen, sogenannten Insomnien, mit Ein- und Durchschlafstörungen, schlechter Schlafqualität, Tagesmüdigkeit und Erschöpfung.

Die Betroffenen können in Stormarn unter anderem in der LungenClinic Großhansdorf Hilfe bekommen und sich behandeln lassen. Dort gibt es ein Schlaflabor mit zehn Mess- und Behandlungszimmern. „Wir haben etwa 1000 Patienten im Jahr“, sagt Dr. Maike Oldigs, Leitende Oberärztin des Schlaflabors. Behandelt werden eine Vielzahl von Störungen, die zu nicht erholsamem Schlaf führen können: Neben den Insomnien als andauernden Ein- und Durchschlafstörungen sind dies unter anderem ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus, Schlafwandeln, Albträume, Bewegungsstörungen wie unruhige Beine und vor allem die Schlafapnoe, also nächtliche Atemaussetzer.

Krankenstand im Kreis Stormarn ist 2016 gesunken

Die Zunahme von Schlafstörungen wirkt sich nach den Daten der DAK auch auf die Krankmeldungen am Arbeitsplatz aus. Die Fehltage aufgrund von Schlafstörungen stiegen seit 2005 um 38 Prozent auf 3,86 Tage je 100 Versicherte. Das Gefährliche: Die große Mehrheit der Schleswig-Holsteiner geht mit ihren Schlafproblemen nicht zum Arzt. Lediglich 5,6 Prozent der Erwerbstätigen waren im vergangenen Jahr deswegen in Praxen. Selbst von den Erwerbstätigen mit der schweren Schlafstörung Insomnie lassen sich 70 Prozent nicht ärztlich behandeln.

Für die Analyse zum Thema Schlafstörungen und ihren Gesundheitsreport 2017 hat die DAK die Fehlzeiten ihrer erwerbstätigen Mitglieder in Schleswig-Holstein ausgewertet sowie landes- und bundesweit bei ihr versicherte Beschäftigte befragt, bundesweit waren es mehr als 5000 im Alter von 18 bis 65 Jahren. Demnach ist der Krankenstand im Kreis Stormarn im Jahr 2016 gesunken. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte ab. Mit 3,7 Prozent hatte die Region einen etwas niedrigeren Krankenstand als der Landes- und der Bundesdurchschnitt (jeweils 3,9 Prozent). Laut der DAK waren damit an jedem Tag des Jahres von 1000 Arbeitnehmern 37 krankgeschrieben. Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen waren mit 21,8 Prozent erneut die häufigsten Krankheitsarten, gefolgt von psychischen Erkrankungen wie etwa Depressionen mit 17,5 Prozent.

Schlafstörungen: Teil einer psychischen Krankheit sein

„Auch Schlafstörungen können Teil einer psychischen Krankheit sein“, sagt Oberärztin Maike Oldigs. Andererseits könne schlechter Schlaf solche Erkrankungen begünstigen. Umso wichtiger sei es, Schlafstörungen behandeln zu lassen. „Die Schlafapnoe, bei der nachts der Atem aussetzt, kann langfristig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen“, so Oldigs.

Gegen die Apnoe, deren Kennzeichen sehr lautes Schnarchen ist, wird im Schlaflabor der Einsatz von Nasenmasken bei den Betroffenen angewandt. Sie versorgen den Patienten mit angesaugter Raumluft für eine bessere Atmung.

Finger weg vom Smartphone vor dem Schlafengehen!

Ursachen für Schlafprobleme sind nach dem DAK-Report vor allem die Arbeitsbedingungen. Starker Termin- und Leistungsdruck, Überstunden sowie Nachtschichten und ständige Erreichbarkeit nach Feierabend steigern das Risiko von Schlafstörungen.

Dagegen rät Ärztin Oldigs zu besonderer „Schlafhygiene“. Dazu gehöre etwa, nicht kurz vor dem Zu-Bett-Gehen noch auf das Smartphone zu schauen, nicht zu spät zu essen und abends nicht zu viel Alkohol zu trinken. Maike Oldigs sagt: „Man sollte sich feste Rituale schaffen, um die Erholung des Schlafens einzuleiten.“