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Bargteheide: DLRG in Sorge um ihren Standort

Martin Knaffel, erster Vorsitzender vom DLRG Bargteheide: "Wir konnten bisher nicht an der Planung der neuen Feuerwache teilnehmen."

Martin Knaffel, erster Vorsitzender vom DLRG Bargteheide: "Wir konnten bisher nicht an der Planung der neuen Feuerwache teilnehmen."

Foto: Melissa Jahn

Rettungsschwimmer bei Planung der Wache außen vor. Chef sieht vernünftige Arbeit gefährdet. Bürgermeisterin vertröstet auf 2018.

Bargteheide.  40 Jahre lang haben sich die Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Bargteheide die Räume mit der Feuerwehr im aktuellen Hilfszentrum geteilt. Doch der Standort am „Alten Sportplatz“ scheint gefährdet. Seit Monaten laufen die Planungen für einen Neubau der Feuerwache neben dem Seniorendorf auf Hochtouren. Trotz mehrfacher Nachfrage wurde der Vorstand der DLRG jedoch nicht an den bisherigen Gesprächen beteiligt. Nun wächst die Sorge, dass das Hilfszentrum ohne eine wirkliche Alternative aufgelöst werden könnte.

„Wir hoffen, in dem geplanten Neubau ebenfalls einen Platz zu finden“, sagt Martin Knaffel, Erster Vorsitzender der DLRG. „Das Hilfszentrum in Bargteheide ist für uns ein wichtiger Anlaufpunkt, da hier alles vor Ort ist. Trotz mehrfacher Anfrage, wurden wir bisher jedoch nicht in die Planung der Feuerwehr involviert.“

Die neue Feuerwache soll an der Bahnhofstraße entstehen

Zuletzt wurde die Standortfrage für die neue Feuerwache endgültig geklärt. Vorgesehen ist ein Grundstück an der Bahnhofstraße neben dem Seniorendorf. Auch ein historischer Knick, der quer über die Fläche verläuft, kann die Planung nicht mehr stoppen. Die Stadtvertreter stimmten mit eindeutiger Mehrheit für die Rodung des ökologischen Lebensraums, da keine wirkliche Alternative gefunden wurde.

Für Diskussionen sorgen zur Zeit die Kosten, die nach einer ersten Schätzung von vier auf mittlerweile 10,1 Millionen Euro gestiegen sind. „Da wir nicht unter Druck stehen, war es uns möglich, innezuhalten und alle Anforderungen zu prüfen“, sagt die Bürgermeisterin, Birte Kruse-Gobrecht. „2018 wird sich herauskristallisieren, wohin die Reise geht.“ Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus der Feuerwehr, politischen Vertretern und der Verwaltung, soll diese Frage nun klären.

DLRG kümmert sich um Schwimmausbildung

Nicht in die Planung einbezogen wurde bisher jedoch die DLRG, die vor genau 40 Jahren in die Räume der Feuerwehr Bargteheide eingezogen ist und sich mit 4600 D-Mark an den damaligen Kosten beteiligt hat. Seitdem sind hier die Geschäftsstelle, der Standort für die Fahrzeuge und ein Lager für die Lehrmaterialien untergebracht. Der Saal wird nicht nur für Versammlungen und Feiern, sondern auch für die theoretische Ausbildung der Rettungsschwimmer sowie Erste-Hilfe-Kurse genutzt.

Zusätzlich starten von hier aus die zahlreichen Helfer, die sich um die wöchentlichen Schwimmkurse in Bargteheide und den umliegenden Gemeinden kümmern. Denn die zentrale Aufgabe der Wasserrettungsorganisation ist die Schwimmausbildung, die für Kinder ab fünf Jahren mit dem Anfängerkursus beginnt. Anders als bei privaten Kursen sind die Preise der DLRG möglichst kostengünstig kalkuliert, um vielen Kindern eine Schwimmausbildung zu ermöglichen. Auch der Einsatz von Bildungsgutscheinen ist möglich.

Reibungsloser Ablauf der Arbeit in Gefahr

Neben neuen Schwimmtechniken und dem Gewinnen von Sicherheit im Wasser steht bei den Jugendlichen und Erwachsenen die Schulung von Rettungsschwimmtechniken im Vordergrund. Im Sommer unterstützt das Team der DLRG die Wache des Freibades am Großensee sowie in Bargteheide. Zusätzlich ergänzt ein breites Jugendangebot die klassische Schwimmausbildung. „Zwei Drittel unserer mehr als 200 Mitglieder sind Kinder und Jugendliche“, sagt Stefanie Wendlandt von der Öffentlichkeitsarbeit der DLRG. „Deshalb bieten wir zusätzlich regelmäßig Ausflüge und Freizeitfahrten an.“

Mit dem Umzug der Feuerwehr sieht Martin Knaffel den reibungslosen Ablauf der Arbeit seines Vereins gefährdet. „Uns wurde zugesagt, dass wir zunächst im alten Hilfszentrum bleiben können“, sagt der 38-Jährige. „Wir vermuten jedoch, dass die Kosten mit nur einem Nutzer zu hoch wären. Realistischer wäre ein Abriss zu Gunsten von neuem Bauland. In diesem Fall müssten unser Büro, die Fahrzeuge und die Lehrgänge getrennt werden. Dies wäre jedoch nicht ideal.“

Das neue Rettungszentrum in Hammoor ist keine Option

Ebenfalls keine Alternative ist das geplante Rettungszentrum in Hammoor. Zwar sollen von hier auch zwei Krankenwagen der DLRG ausrücken. Da die Gruppe aus Bargteheide jedoch nicht zum Katastrophenschutz des Kreises gehört, hat sie keinen Anspruch auf weitere Räume.

Möglich wäre der Umzug in die Gebäude des Freibades in Bargteheide, so Birte Kruse-Gobrecht. Hier könnten die Wünsche der DLRG in den geplanten Umbau einbezogen werden. Dies sei zunächst nur eine Idee, Gespräche habe es noch nicht gegeben. „Wir haben die DLRG im Blick und werden eine Lösung finden“, so die Bürgermeisterin. „Diese soll allen Bedürfnissen gerecht werden.“