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Ahrensburg

Tempoanzeige soll Schulweg sofort sichern

Ahrensburg prüft nach Elternprotesten gegen Ampelabbau im Ahrensfelder Weg, ob ein Zebrastreifen oder Schwellen möglich sind

Ahrensburg.  Der Protest von Ahrensburger Eltern gegen den Abbau einer Fußgängerampel auf dem Weg zur Grundschule und zum Kindergarten Am Aalfang zeigt erste Wirkung: Das Rathaus hat an der Stelle auf dem Ahrensfelder Weg eine mobile Tempoanzeige aufgestellt. „Das ist ein erstes Signal, um die Aufmerksamkeit der Autofahrer zu erhöhen“, sagt Verwaltungssprecher Thorsten Jahncke. Auf der Fahrradstraße beträgt die Höchstgeschwindigkeit 30 km/h. Autofahrer müssen gegebenenfalls abbremsen, um eine Behinderung oder Gefährdung von Radfahrern zu vermeiden.

Elternvertreterin lobtdie schnelle Reaktion

Verkehrsaufsicht und Tiefbauabteilung haben sich entschlossen, eines der beiden städtischen Tempokontrollgeräte sofort aus einer anderen Straße in den Ahrensfelder Weg zu bringen. Weitere Veränderungen sollen gemeinsam mit der Polizei besprochen werden. „Ob das ein Zebrastreifen ist oder eine andere Lösung, kann jetzt noch keiner sagen“, so Jahncke. Auf jeden Fall wolle die Verwaltung aber noch mehr für die Sicherheit der Kinder tun.

Die Tempomessanlage hängt seit Montagnachmittag an einem Laternenmast vor der Einfahrt zum Fasanenweg. Die Anzeige misst die Geschwindigkeit der Autofahrer, und auch Fahrradfahrer und Fußgänger erfasst die Messstation. Die rot leuchtenden Zahlen blinken auffällig. „Die Geschwindigkeitsanzeige dient nur zur Erinnerung an die zulässige Geschwindigkeit. Autofahrer, die zu schnell sind, werden nicht geblitzt“, sagt Arno Land von der Verkehrsaufsicht. Der mobile Tempomesser bleibt erst einmal vier Wochen im Ahrensfelder Weg. Land: „Wir haben auch Anfragen von Anwohnern aus anderen Straßen, die der Meinung sind, dass die Autos dort zu schnell fahren.“

Für Alessandra Wolf, Elternbeiratsvorsitzende der Grundschule Am Aalfang, ist der Tempomesser ein Schritt in die richtige Richtung: „Alle Lösungen, die den Verkehr beruhigen, sind gut. Man muss der Stadt auch Zeit geben, um zu handeln.“ Am Donnerstagabend im Bildungs-, Kultur- und Sportausschuss habe Bürgermeister Michael Sarach eine schnellstmögliche Lösung bis zu den Herbstferien zugesichert. Bereits gestern wurde der Tempomesser am Pionierweg abgebaut und am Ahrensfelder Weg montiert. Diese schnelle Reaktion freut Wolf: „Das rote Licht der Anzeige macht die Autofahrer aufmerksam und lässt sie abbremsen.“

Auch die Kommunalpolitiker hatten den besorgten Eltern vergangene Woche im Bauausschuss Unterstützung zugesagt. „Wir werden uns auf das Fachwissen der Experten verlassen, jetzt sind deren Vorschläge gefragt“, sagt Jörg Hansen (Grüne), der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses. Denkbar sei vom Zebrastreifen über eine Ampel bis zur Sprunginsel vieles. „Wobei alle Lösungen mit Investitionen verbunden sind“, sagt Hansen. So sei auch ein Zebrastreifen nicht „mal eben mit ein bisschen weißer Farbe“ zu machen. Vorgeschrieben sei eine Beleuchtung, sodass Stromleitungen gelegt und Lampen aufgestellt werden müssen.

Fußgängerampel war in den Ferien abmontiert worden

„Ein Zebrastreifen ist das Mindeste“, meint auch Anne Hengstler (CDU). Sie könne sich außerdem Schwellen auf der Straße vorstellen, die Autofahrer zum Abbremsen zwingen.

Für Hartmut Möller (SPD), den Vorsitzenden des Bauausschusses, sollte der Fokus zunächst auf die Kennzeichnung der Fahrradstraße gelegt werden. „Man muss schauen, ob die Schilder noch klar erkennbar sind“, sagt er. Von Fahrbahnverengungen hält er wenig. „Diese Slalomelemente bringen nicht viel. Wenn die Eltern, die ihre Kinder vor der Schule absetzen, noch mehr rangieren müssen, könnte das gefährlich werden“, sagt Möller.

Grundsätzlich sind sich die Parteien einig, dass am Ahrensfelder Weg auf Höhe der Kindertagesstätte etwas geschehen soll. Auch Anette Schulz, Elternvertreterin der Kindertagesstätte Am Aalfang, wünscht sich einen Zebrastreifen: „Die sind in Deutschland sehr anerkannt. Hier halten die Autos auch wirklich an.“ Sie sei zwar glücklich, dass sich etwas bewegt, sagt aber auch: „Der Geschwindigkeitsmesser allein kann nicht helfen. Die Anzeige macht einigen Autofahrern bewusst, wie schnell sie wirklich fahren, aber es muss mehr Hinweise geben, dass hier Kinder über die Straße gehen.“ Bei einer Fahrbahnverengung befürchtet Schulz, dass es für die Fahrradfahrer sogar schwieriger wird, zwischen den Autos zu fahren.

Die Ampel war in den Sommerferien abgebaut worden. Die Stadt begründete die Entscheidung auch mit einem Unfall, bei dem ein Transporter den Ampelmast angefahren hatte. Nach Angaben der Stadt ist der Ahrensfelder Weg eine Straße mit wenig Verkehr und benötige als Fahrradstraße keine Ampel. Deswegen wurde die Anlage nicht repariert, sondern abmontiert.