Stormarn
Online-Portale

Kreisarchiv stellt Stormarns Geschichte ins Internet

Dieses Foto zeigt den Oldesloer Bahnhof 1967. Im Hintergrund ist eine Dampflok zu sehen. Tausende solcher Bilder sind jetzt online zu finden

Dieses Foto zeigt den Oldesloer Bahnhof 1967. Im Hintergrund ist eine Dampflok zu sehen. Tausende solcher Bilder sind jetzt online zu finden

Foto: Kreisarchiv Stormarn / HA

Großteile des Kreisarchiv-Bestandes sind ab sofort auf drei Online-Portalen einsehbar. So haben Bürger einen einfachen Zugang.

Bad Oldesloe.  Was spielte sich vor 10, 20 oder sogar 100 Jahren in meiner Heimat ab? Welche Menschen prägten meinen Wohnort in der Vergangenheit? Und wie sah es früher eigentlich vor meiner Haustür aus? Mit nur wenigen Klicks können sich Stormarner derlei Fragen ab sofort selbst beantworten. Denn etliche Dokumente, die die Geschichte des Kreises dokumentieren, sind jetzt im Internet zu finden. Dafür hat das Kreisarchiv in Bad Oldesloe gesorgt. Bürger sollen so einen bequemeren Zugang zum kulturellen und wissenschaftlichen Erbe Stormarns erhalten.

Vorschaubilder laden auf den Portalen zum Stöbern ein

Möglich machen das drei verschiedene Online-Portale, in denen das Kreisarchiv neu vertreten ist. Über die Internetseiten des Gemeinsamen Bibliotheksverbunds (GBV), der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) sowie über das englischsprachige Portal Historypin können Nutzer digital die Geschichte Stormarns durchforsten. Das war bisher nur über die Adresse findbuch.net möglich. „Eine sehr sperrige Seite, die sich eher an Fachleute richtet“, sagt Kreisarchivar Stefan Watzlawzik. Die drei neuen Portale hingegen seien schnell zu verstehen, weil leicht zu bedienen. „Sie bieten einen besseren Service für nichtfachkundige Bürger“, so Watzlawzik.

Unter der Adresse www.ddb.de können Nutzer etwa mittels einer Suchfunktion über die Vergangenheit eines bestimmten Ortes recherchieren. 7179 Ergebnisse präsentiert das System zum Beispiel zum Suchbegriff „Ahrensburg“ – darunter etwa im Jahr 1972 entstandene Aufnahmen aus der Abteilung Fischzüchtung des Max-Planck-Instituts, eine Ansichtskarte aus dem Jahr 1902, auf der ein Schwarz-Weiß-Foto des Ahrensburger Schlosses abgebildet ist, und ein Ölgemälde von Carl Joachim Faber, für dessen Motiv sich der Künstler im Jahr 1826 den Schlosspark aussuchte.

Bei Historypin können Nutzer ihr Wissen austauschen

„Das Kreisarchiv ist auf dieser Seite jetzt mit mehr als 70.000 digitalen Archivalien vertreten“, sagt Watzlawzik. Die Schwerpunkte der eingestellten Inhalte beruhen auf einer Fotosammlung von Stormarner Journalisten sowie auf der Präsenzbibliothek, einer umfassenden Spezialsammlung zu Stormarns Literatur. „Spannend sind bei der DDB die Vorschaubilder, die den Betrachter zum Stöbern einladen“, sagt der Kreisarchivar.

Auf ganz ähnliche Funktionen stoßen Besucher unter der Adresse www.historypin.org. Das Portal ist zwar englischsprachig, erklärt sich beim Betrachten allerdings von selbst und ist daher auch für Laien geeignet. Hier kann ebenfalls mittels einer Suchfunktion nach einem bestimmten Ort recherchiert werden. „Bei größeren Städten wird man schnell fündig“, sagt Watzlawzik. Über die haben Nutzer der Seite nämlich schon vor dem Kreisarchiv historische Informationen gesammelt. Denn das Prinzip von Historypin beruht auf dem Austauschen von Wissen. Nutzer können etwa Fotos zur Geschichte eines Dorfes einstellen und sie in einem Kommentarfeld mit persönlichen Informationen versehen.

Das Kreisarchiv hat sich jetzt mit 130 Bildern ebenfalls an der digitalen Sammlung auf Historypin beteiligt. Darunter eben auch Fotos, die die Geschichte kleinerer Stormarner Kommunen dokumentieren. „Zum Beispiel eins von einem Geschäft in Rehhorst“, sagt Archivmitarbeiter Tim Schumann. Das Besondere an dem Portal: Auf einer Karte können Betrachter genau sehen, wo die Fotos entstanden sind.

Eine der drei Seiten ist eine Art digitaler Buchkatalog

Als digitaler Buchkatalog ist schließlich die Bibliotheksdatenbank der GBV zu verstehen (www.gbv.de). Hier hat das Kreisarchiv etliche Titel der Stormarner Präsenzbibliothek eingetragen – auch Werke, von denen es nur ein Exemplar gibt. „Wir haben eine Reihe von Veröffentlichungen, die im Selbstverlag erschienen und deshalb ausschließlich hier zu finden sind“, erläutert Tim Schumann. „Diese graue Literatur ist jetzt ganz einfach auffindbar.“

Fast ein ganzes Jahr habe es gedauert, die Archiv-Bestände online zu stellen beziehungsweise stellen zu lassen. „Viel länger als gedacht“, sagt Kreisarchivar Stefan Watzlawzik. „Aber am Ende hat es sich gelohnt.“