Nach Abendblatt-Bericht

Ampel abgebaut: Politik verspricht Hilfe

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Christian Thiesen und Johanna Pankow
Verkehrs-Chaos am frühen Morgen: Eltern bringen ihre Kinder zur Grundschule Am Aalfang und zur Awo-Kindertagesstätte

Verkehrs-Chaos am frühen Morgen: Eltern bringen ihre Kinder zur Grundschule Am Aalfang und zur Awo-Kindertagesstätte

Foto: Johanna Pankow / HA

Nach Protesten von Eltern soll die Sicherheit für Kinder am Ahrensfelder Weg erhöht werden. Verwaltung will schnell handeln.

Ahrensburg.  Der Ahrensfelder Weg in Ahrensburg am Donnerstagmorgen um kurz vor 8 Uhr: Etliche Eltern wollen ihre Kinder noch rechtzeitig zu den ersten Stunden vor der Grundschule Am Aalfang und der gleichnamigen Kindertagesstätte mit dem Auto absetzen. Dann wird die Lage brenzlich: Etwas hinter der Stelle, wo bis vor Kurzem die abgebaute Fußgängerampel stand (wir berichteten), hält ein großer Geländewagen an, um ein Kind über die Straße zu lassen, parkt dann auf dem Sandstreifen neben der Straße. Hinter ihm hupt ein schwarzer Kombi, der es eilig hat, aber nicht überholen kann.

Gleichzeitig kann ein entgegenkommendes Auto nicht weiterfahren, da auf dessen Seite zu viele Autos halten, um Kinder aussteigen zu lassen. Der Fahrer dieses Autos macht seinem Ärger Luft und beschimpft den einparkenden Geländewagenfahrer. Der wehrt sich: Er sei Anwohner und dürfe hier parken.

Die Verkehrslage am früheren Ampel-Standort ist chaotisch

Zwischen den streitenden Autofahrern: etliche Kinder auf dem Weg zur Schule und zur Kita, zu Fuß oder mit dem Fahrrad, einige in Begleitung von Eltern. Früher konnten sie den Ahrensfelder Weg an einer Fußgängerampel überqueren. Doch die Ampel in der Nähe von Grundschule und Kita wurde in den Sommerferien abgebaut, ohne dass Eltern, Schule und Kita informiert worden waren. Nachdem das Abendblatt über den Fall berichtet hatte, ist jetzt Bewegung in die Sache gekommen. Politik und Verwaltung sehen sich mit dem Unmut vieler Eltern konfrontiert und wollen reagieren.

Anlass für den Abbau war nach Angaben der Stadt ein Unfall im Juli, bei dem ein Mast der Ampelanlage angefahren und beschädigt wurde. Daraufhin habe die Stadt entschieden, die Anlage nicht zu reparieren, sondern abzubauen. Die Begründung: Weil der Ahrensfelder Weg an der Stelle eine Fahrradstraße mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h ist, sei keine Ampel notwendig. Die Fahrradstraße führe dazu, dass der Verkehr langsamer werde. Doch der Ampel-Abbau verärgert viele Eltern, deren Kinder die Grundschule oder die Kita besuchen. Sie sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder.

Die Kinder müssen zwischen geparkten Autos über die Straße

Auch am Donnerstagmorgen regen sich mehrere Eltern, die ihre Kinder begleiten, über den in ihren Augen rücksichtslosen Autoverkehr auf. Nun, da der Verkehr nicht durch eine Ampel angehalten wird, müssen die Kinder durch die am Straßenrand geparkten Autos hindurch auf die andere Seite gelangen.

Viele Eltern haben ihren Unmut über den Ampel-Abbau in zahlreichen E-Mails an die Stadtverwaltung kundgetan. Alessandra Wolf, erste Vorsitzende des Elternbeirates der Grundschule Am Aalfang, hat sich zudem zusammen mit Inga Knabe, der zweiten Vorsitzenden des Beirates, und Annett Schulz, Elternvertreterin der Kita Am Aalfang, am Mittwochabend in der Einwohnerfragestunde des Ahrensburger Bauausschusses zu Wort gemeldet. Und der Elternprotest hat Erfolg: Stadtverwaltung und Kommunalpolitiker haben zugesagt, dass die Situation am Ahrensfelder Weg verbessert werden soll.

Bauamtsleiter verweist auf eine Empfehlung der Verkehrskommission

„Kennen Sie die Situation am Ahrensfelder Weg und können Sie diese einschätzen?“, war eine der Fragen der Elternvertreter an die anwesenden Mitarbeiter der Stadtverwaltung und die Ausschussmitglieder. „Ein gefahrloses Überqueren der Straße ist nicht möglich“, sagte Alessandra Wolf.

Peter Kania, Leiter des Ahrensburger Bauamtes, erläuterte daraufhin noch einmal die Gründe für den Ampel-Abbau. Dazu zählt er auch eine Empfehlung der Ahrensburger Verkehrskommission bereits im Jahr 2015, die Ampel zu entfernen, da sie wegen der verkehrsberuhigten Fahrradstraße nicht erforderlich sei. Zudem sei ihr Standort nicht ungefährlich gewesen, da eine Ein- und Ausfahrt für Autos in den Übergangsbereich der Ampel mündete. „Die Anlage wurde nicht abgebaut, um Geld zu sparen“, betonte Kania.

Im Bauausschuss wird den Eltern Unterstützung zugesagt

Für den Bauausschuss sicherte die Stadtverordnete Anne Hengstler (CDU) den Elternvertretern dann Hilfe zu: „Sie bekommen vom Ausschuss jede Unterstützung, damit die Lage am Ahrensfelder Weg bestmöglich entschärft wird.“ Sie selbst kenne die unübersichtliche Situation dort, es herrsche dort viel Straßenverkehr. Zuvor entschuldigte sich Hengstler dafür, zunächst nicht weiter reagiert zu haben, als der Ausschuss am 19. Juli über den Ampel-Abbau informiert worden sei. „Das ist mir damals durchgerutscht.“

Unterstützung bekamen die Eltern auch von Jörg Hansen, Stadtverordneter der Grünen, zugesichert: „Bei uns rennen sie offene Türen ein.“ Er wies allerdings daraufhin, dass der Bauausschuss nicht für das Aufstellen und den Abbau von Ampeln und Verkehrsschildern zuständig sei. „Das entscheiden in Ahrensburg die Verkehrsaufsicht und die Verkehrskommission.“ Letztere ist ein Gremium, dem unter anderem Vertreter der Verkehrsaufsichten der Stadt und des Kreises, der Ahrensburger Polizei und des Landes angehören.

Auf Abendblatt-Nachfrage sagt Bauamtsleiter Kania, dass die Stadt nun neue Maßnahmen plane, um die Sicherheit für die Kinder am Ahrensfelder Weg zu erhöhen. „Denkbar sind eine neue Ampel an einem besseren Standort, ein Zebrastreifen oder Halteverbote“, so Kania. Dies alles könne die Verkehrsaufsicht der Stadt anordnen. Möglich seien auch Umbauten an der Straße. Darüber könne der Bauausschuss entscheiden. Peter Kania sagt: „Wir werden die Sache ganz schnell angehen.“

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