Kulturtipp

Kabarett: Trio Tritop tritt in Ammersbek auf

Tripto: Kurt Pump (v.l.), Jens von Häfen und Till Weber

Tripto: Kurt Pump (v.l.), Jens von Häfen und Till Weber

Foto: privat / HA

In Stormarn aufgewachsene Kabarettisten Till Weber, Kurt Pump und Jens von Häfen zeigen ihr Programm „Merkel to go“.

Ammersbek.  Sie kommen zu dritt und haben es faustdick hinter den Ohren: Tritop heißt die Truppe von Till Weber, Kurt Pump und Jens von Häfen. Am Freitag, 1. September, sind die Kabarettisten mit ihrem Programm mit dem Titel „Merkel to go“ im Ammersbeker Pferdestall zu Gast.

Für die drei Künstler ist der Auftritt in Ammersbek so etwas wie ein Heimspiel, denn zwei stammen aus Ahrensburg und einer aus Bad Oldesloe. Gefunden hat sich das Trio bereits Anfang der 80er-Jahre, erzählt Jens von Häfen. Als Initialzündung habe sich die Kohl-Ära geradezu angeboten. „Ich hatte als Klassenkasper angefangen und hatte da schon die Begabung, Stimmen zu imitieren“, so von Häfen. Zu seinem Repertoire zählte auch der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl. Texte zur Stimme mussten her, und von Häfen begann zu schreiben. Bereits zu diesem Zeitpunkt sei ihm klar gewesen, dass er damit irgendwann auf einer Bühne landen werde.

„Merkel to go“ kommentiert das aktuelle Zeitgeschehen

Als er mit Kurt Pump und Till Weber Gleichgesinnte fand, war es nicht weit bis zu ersten gemeinsamen Auftritten. Über die Richtung herrschte Einigkeit: unabhängiges politisches Kabarett sollte es sein. Nach einer Pause starteten die drei Männer ihr Projekt in den 90ern neu. Seitdem sind sie als Tritop mit wechselnden Programmen unterwegs.

Mit „Merkel to go“ kommentieren sie das aktuelle Zeitgeschehen. Nicht alle Inhalte sind politischer Natur, auch Klamauk, Lieder, kleine Spielszenen und Spottverse stehen auf dem Programm. „Wir haben aktuell eine Nummer, in der wir einen Supermarkt besuchen, in dem es drunter und drüber geht“, sagt Jens von Häfen.

Alle Mitglieder betätigen sich als Autoren

In einem Lied über Massentierhaltung versetzen sich die Kabarettisten in die Perspektive eines Hühnerzüchters. Die bayerische Tradition des Gstanzls, eines kurzen Spottgesangs, haben sie fürs Norddeutsche entdeckt und ins Repertoire aufgenommen. Weder Donald Trump mit den „Verunreinigten Staaten von Amerika“ noch Verkehrsminister Alexander Dobrinth mit seiner Maut sollen von den Versen verschont bleiben, kündigt von Häfen an.

Einen Hochzeits-Bossa-Nova über die Ehe für alle will das Trio ebenfalls zum Besten geben. Auf dem Programm steht auch Plattdeutsches, und natürlich darf auch die schon traditionelle Schlussnummer nicht fehlen: eine multikulturell aufbereitete Fassung des Klassikers „An de Eck steiht’n Jung mit’n Tüddelband“.

Als Autoren betätigen sich alle Mitglieder. Die musikalischen Arrangements und meisten Lieder stammen aus der Feder von „Kapellmeister“ Till Weber. Geprobt wird einmal pro Woche auf St. Pauli, wo von Häfen inzwischen wohnt. Vier Auftritte haben Tritop für den Herbst geplant, darunter der in Ammersbek bei einer SPD-Veranstaltung. „Wir machen aber kein parteipolitisches Kabarett“, sagt Jens von Häfen. „Wir leisten uns den Luxus der freien Meinung.“

„Merkel to go“, Kabarett mit Tritop, Freitag, 1. September, 20 Uhr, Pferdestall Ammersbek, Am Gutshof 1, Eintritt frei