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Das entsteht auf Trittaus Meierei-Gelände

Die Visualisierung zeigt, wie es in eineinhalb Jahren am Kreisel an der Kirchenstraße aussehen soll. Genau dort, wo derzeit die Überreste der Meierei abgetragen werden

Die Visualisierung zeigt, wie es in eineinhalb Jahren am Kreisel an der Kirchenstraße aussehen soll. Genau dort, wo derzeit die Überreste der Meierei abgetragen werden

Foto: HA

Wo derzeit nur Bauschutt, Staub und Abrissbagger zu sehen sind, soll Ende des Jahres 2018 ein neuer Supermarkt eröffnet werden.

Trittau.  Geräumige Gänge, breite Eingangsbereiche, behindertengerechte Toiletten und ausreichend Platz zum Parken – all das soll der neue Edeka-Markt in Trittau seinen Kunden bieten. Schon bald entsteht das Gebäude am Kreisel an der Kirchenstraße. Genau dort, wo mehr als 120 Jahre die Trittauer Meierei das Ortsbild der Gemeinde prägte. Dort, wo jetzt Bauschutt, Staub und kalter Stein vom Ende der „Mili“-Ära zeugen (wir berichteten).

„Die Bauarbeiten beginnen, sobald der Abriss der Meierei abgeschlossen ist“, sagt Günter Süllau, der Inhaber der Trittauer Edeka-Filiale, die sich derzeit noch einige Hundert Meter weiter an der Schulstraße befindet. In drei bis sechs Wochen sollen die Abrissbagger auch die letzte Mauer eingerissen, den letzten Stein abgetragen und die Meierei damit endgültig zu einem Kapitel der Trittauer Geschichte gemacht haben.

Das neue Grundstück ist mehr als doppelt so groß

Und wenn es soweit ist, rollen die nächsten Maschinen an. Schon Ende 2018, also in etwa eineinhalb Jahren, sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. „Vorausgesetzt, der Winter macht uns keinen Strich durch die Rechnung“, so Süllau. Seit 40 Jahren betreibt sein Unternehmen den Markt in Trittau sowie weitere Filialen in Ratzeburg, Mölln und Bargteheide.

Dass es in Trittau in Sachen neuer Supermarkt vorangeht, ist keine Selbstverständlichkeit. Denn das Thema sorgte lange für Streit. Rückblick: In der Gemeinde konkurrierten zwei Unternehmen um den Standort für ihren Lebensmitteleinzelhandel. Die Firmengruppe Bartels-Langness plante den Bau eines Markant-Marktes auf dem Schützenplatz. Die Planungen kamen jedoch zum Erliegen, als das Unternehmen Süllau 2013 das angrenzende alte Meierei-Gelände für einen Neubau des Edeka-Marktes erwarb – für Bartels-Langness war das ein K.o.-Kriterium.

Seit 40 Jahren betreiben Günter Süllau und seine Familie den Edeka-Markt an der Trittauer Schulstraße. Bis Ende 2018 soll die Filiale dort aus- und in das neue Gebäude eingezogen sein HA Pelle Kohrs Grund für Neubau: Platzmangel

Erst Jahre später, im März 2017, kam es zur Einigung: Die Gemeinde beschloss, dass der Markant-Markt an der Hamburger Straße und Edeka-Süllau als Resultat daraus wie geplant auf dem Meierei-Gelände gebaut werden kann.

„Wir freuen uns, hier in Trittau bleiben zu können“, sagt Günter Süllau, der die Leitung seiner Märkte vor einiger Zeit an seine Söhne übertrug und sich seitdem vor allem um das Bauprojekt kümmert. Der Grund für den Neubau: Platzmangel. 4500 Quadratmeter misst das Grundstück an der Schulstraße. Davon seien etwa 1450 Quadratmeter reine Verkaufsfläche. „Um auch weiterhin mit der Zeit zu gehen, reicht das nicht aus“, sagt Günter Süllau. Die Gänge seien für den heutigen Standard zu schmal, die Parkplätze viel zu eng. „Weil die Autos im Laufe der Jahre immer größer geworden sind.“

Elke Baum hält einen größeren Markt für zeitgemäß HA Pelle Kohrs Kunden beklagen bisherige Parkplatzsituation

Daran, dass der Supermarkt nach vielen Jahrzehnten aus der Schulstraße verschwindet, werden sich viele Trittauer vermutlich ebenso gewöhnen müssen wie an den Abriss des Meierei-Gebäudes. „Ich kaufe hier schon mein ganzes Leben ein“, sagt Elke Baum, die in Trittau lebt. Dass sie schon bald etwas weiter gehen muss, um ihre Lebensmittel zu erwerben, stört die Leiterin einer Veranstaltungsagentur allerdings nicht. „Ein Umzug auf ein größeres Gelände ist doch absolut zeitgemäß“, sagt sie.

Auch andere Kunden freuen sich auf die Veränderung und vor allem auf größere Parkplätze. „Die Parkplatzsuche ist hier manchmal wirklich stressig“, sagt Uwe Schröder, der aus Hamfelde oft zum Einkaufen nach Trittau fährt. Ebenso wie die Basthorsterin Nora Burgemann. Sie sagt: „Vor allem zu Stoßzeiten ist die Parkplatzsituation hier eine absolute Katastrophe.“

Uwe Schröder aus Hamfelde freut sich auf einen größeren Parkplatz HA Pelle Kohrs Durch Neubau entstehen neue Arbeitsplätze

Derlei Beschwerden sollen mit der Fertigstellung des neuen Marktes der Vergangenheit angehören. Das Areal, auf dem einst die Meierei stand, ist mit 10.800 Quadratmetern mehr als doppelt so groß wie das jetzige. „Es wird 238 Parkplätze geben“, sagt Süllau. „118 davon werden überdacht sein.“

Durch den Neubau entstehen auch neue Arbeitsplätze. Aktuell beschäftigt der Supermarkt an der Schulstraße 70 Mitarbeiter. Nach seinem Umzug in das größere Gebäude sollen es etwa 20 weitere sein. Außerdem entstehen direkt über dem Laden fünf oder sechs Wohnungen. „Damit das Gebäude auch ins Trittauer Ortsbild passt“, sagt Günter Süllau. Wie groß die Wohnungen sein werden, sei noch unklar. „Wir legen den Schnitt erst fest, wenn die ersten Interessenten da sind.“