Kommunalpolitik

Streit um Fußweg: Reinbeker suchen Unterstützer

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Anne Müller
Sie werben um Unterstützung (v.l.): Elke und Harald Hoffmann, Eberhard und Jutta Wenzel, Renate Bublitz, Klaus Schumacher, Hubert Baumeister

Sie werben um Unterstützung (v.l.): Elke und Harald Hoffmann, Eberhard und Jutta Wenzel, Renate Bublitz, Klaus Schumacher, Hubert Baumeister

Foto: BGZ

Pharmaunternehmen will der Stadt einen Weg abkaufen, um expandieren zu können. Bürger wehren sich dagegen.

Reinbek.  Am Fußweg zwischen Hermann-Körner-Straße und Herrengraben prangt ein doppeltes Stoppschild. „Gegen gefährliche Umwege“, ist darauf zu lesen. Und die Frage: „Wollen Sie das?“ Aufgestellt haben das Plakat Anwohner aus Prahlsdorf. Sie suchen Mitstreiter, denn der Weg soll weg. „Wenn Sie sich dagegen wehren wollen, melden Sie sich bei uns“, rufen sie auf und demonstrieren damit für den Erhalt ihrer autofreien Verbindung zu Schulen, Kitas, Schwimmbad, Sport- und Einkaufszentren.

Das Pharmaunternehmen Allergopharma möchte das Firmengelände, das durch den Weg zertrennt wird, zusammenführen. Als Ende 2016 bekannt wurde, dass der Fuß- und Radweg den Grundstücken des Unternehmens zugeschlagen werden soll, meldeten sich Anwohner aus dem Stadtteil zu Wort. Mehr als 300 Unterschriften wurden für den Erhalt des Weges bereits gesammelt. Jetzt sucht die Gruppe weitere Unterstützer und hat dafür die Informationstafel auf einem Privatgrundstück am Weg angebracht, um Passanten über die geplante Schließung zu informieren.

Trotz Protesten soll die Planung fortgesetzt werden

„Viele haben sich gemeldet, die noch nichts von der Schließung wussten und uns unterstützen wollen“, sagt Klaus Schumacher. Er und seine Mitstreiter wollen für ihr Wegerecht kämpfen: „Die Argumente des Unternehmens sind für uns nicht stichhaltig“, so Schumacher. Wie berichtet, will Allergopharma auf dem US-Markt Fuß fassen. Das neue Produktionsgebäude wurde auf einem angekauften Nachbargrundstück gebaut, das noch durch den öffentlichen Weg vom Stammsitz getrennt ist. Die Zulassung der US-Behörde für den Verkauf von Medikamenten sei aber nur mit einem geschlossenen Areal zu bekommen, argumentiert das Unternehmen.

Trotz der Proteste sollen die Planungen für die Privatisierung des Weges nach der Sommerpause fortgesetzt werden. Der Bau- und Planungsausschuss hatte im April zugestimmt, aus zwei Gewerbegrundstücken eines zu machen. Weiterhin wird aber an eine Änderung des Bebauungsplanes ein Verkehrskonzept für sichere Fuß- und Radwege sowie das Überqueren der Hermann-Körner-Straße geknüpft. „Bis zum finalen Beschluss bleiben wir weiter mit allen Parteien im Gespräch“, versichert Allergopharma-Sprecherin Jessica Horn.

( am )

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