Stormarn
Bad Oldesloe

Liebevolle und würdige Erinnerung an Heino Jaeger

Heino Jaeger verstarb vor 20 Jahren in einem Oldesloer Pflegeheim

Heino Jaeger verstarb vor 20 Jahren in einem Oldesloer Pflegeheim

Foto: HA

Freunde und Fans erinnerten am 20. Todestag an das tragikomische Universalgenie, das in Bad Oldesloe ein Grab mit Gedenktafel hat.

Bad Oldesloe.  Schon Loriot fragte sich, wie Heino Jaeger so lange ein Geheimtipp bleiben konnte und stellte fest: „Wir haben ihn wohl nicht verdient.“ Des vor 20 Jahren in einem Oldesloer Pflegeheim verstorbenen Grafikers und Satirikers wurde jetzt in der Friedhofskapelle gedacht. Rund 70 Menschen folgten der Einladung zu der kurzweiligen Gedenkfeier, auf der Musiker und Autor Rocko Schamoni Texte des Universalgenies vorlas und Jaeger-Biograf Joska Pintschovius ein paar Anekdoten zum Besten gab: „Für mich ist er ein sehr wertvoller Mensch, und er fehlt mir immer noch“, sagte Pintschovius über seinen im Alter von 59 Jahren verstorbenen Freund.

Heino Jäger wurde 1938 in Hamburg geboren und war vor allem Grafiker und Maler. In den 60er-Jahren kam er zum Rundfunk. Zu seinen bekanntesten Produktionen gehörte das im Stile einer Ratgebersendung aufgebaute Satire-Format „Fragen Sie Dr. Jaeger“. Trotz seines schier grenzenlosen Talents, andere Menschen zu imitieren und deren Marotten überspitzt darzustellen, blieb der große Durchbruch aus.

Eine Gedenktafel erinnert an Heino Jaeger

Heino Jaeger war kein einfacher Zeitgenosse, wie sich aus den Erzählungen Joska Pintschovius schließen lässt: „Immer wenn er Schwierigkeiten hatte, ließ er sich in die Psychiatrie einweisen . Das erste Mal, als er die Steuerfahndung am Hals hatte, und das zweite Mal, als seine Bude abgebrannt ist.“ Es folgten Aufenthalte in verschiedenen psychiatrischen Einrichtungen. Die letzten zehn Jahre seines Lebens verbrachte er in einem Pflegeheim in Bad Oldesloe.

„Der letzte Teil der Pflichterfüllung ihm gegenüber wäre es, einen umfassenden Katalog mit seinen Grafiken zusammenzustellen“, sagte Christian Meurer, der schon als Jugendlicher in den 70er-Jahren auf Jaegers skurrile Werke aufmerksam wurde und zu einer Art Archivar avancierte. Das Gesamtwerk sei nie umfassend dokumentiert worden. Zu verdanken ist die würdige Erinnerung an Heino Jaeger in Bad Oldesloe auch Friedhofsverwalter Jörg Lelke. Er hat mittlerweile eine Gedenktafel an dessen Grab aufgestellt.