Stormarn
Kommunalpolitik

Stauwerk und Teichreinigung kosten Glinde 500.000 Euro

Bauamtsleiter Frank Thiemann und Sachgebietsleiterin Diana Uphagen am maroden Drosselwerk

Bauamtsleiter Frank Thiemann und Sachgebietsleiterin Diana Uphagen am maroden Drosselwerk

Foto: René Soukup / HA

Das Projekt am Gellhornpark ist teurer als gedacht. Die Kommunalpolitiker sind gezwungen, die überplanmäßigen Ausgaben zu bewilligen.

Glinde.  Der Neubau des Stauwerks am Gellhornpark in Glinde sowie die Entschlammung des gleichnamigen Teiches werden wesentlich teurer als gedacht. Im Haushalt stehen für das Projekt 307.000 Euro zur Verfügung. Das reicht allerdings nicht. Deswegen muss die Stadt 190.000 Euro drauflegen.

„Viele Unternehmen sind ausgelastet, dadurch haben sich die Preise erhöht“, sagt Glindes Bauamtsleiter Frank Thiemann. Am kommenden Donnerstag steht das Thema auf der Tagesordnung im Bauausschuss. Die Kommunalpolitiker sind gezwungen, die überplanmäßigen Ausgaben zu bewilligen. Denn die Untere Wasserbehörde des Kreises hat die Auflage erteilt, die Sache bis November dieses Jahres umzusetzen.

Ursprünglich wollte Glinde das sogenannte Drosselwerk für 50.000 Euro sanieren, hatte entsprechende Unterlagen beim Kreis eingereicht. Der genehmigte das Vorhaben aber nicht. Ein Experte monierte unter anderem, dass das Stauwerk ohnehin nur rund 50 Prozent der erforderlichen Abflussleistung erreiche. Bei extremen Niederschlägen überflutet es. Einen gesicherten Notüberlauf gibt es nicht.

Arbeiten sollen im August beginnen

In der Vergangenheit kam es im Bereich des Zuflusses zu Überschwemmungen und dadurch zu Absackungen auf Wegen, die von Fußgängern und Fahrradfahrern genutzt werden. „Neben der wiederholten Gewässerschädigung sehe ich auch die Verkehrssicherheit im Dammbereich und im Falle eines Dammdurchbruches im und am Gewässerlauf eklatant gefährdet“, schrieb der Experte aus der Kreisverwaltung in einem Brief an das Glinder Rathaus. Die Behörde in Bad Oldesloe sprach von „Eilbedürftigkeit“.

Daraufhin wurde die Stadt aktiv, Thiemann holte Angebote ein. Über die erhöhten Kosten sagt er: „Die Kröte müssen wir jetzt schlucken.“ Neben dem Bau- sowie dem Finanzausschuss muss am 20. Juli die Stadtvertretung zustimmen. Spätestens am 24. Juli will Glindes Bauamtsleiter die Aufträge vergeben. Anfang August sollen die Arbeiten dann beginnen. Ob sie bis November abgeschlossen sind, hängt laut Thiemann von den Witterungsbedingungen ab. „Sollte der Termin nicht zu halten sein, wird uns der Kreis sicherlich eine Fristverlängerung erteilen.“