Stormarn
Politik

Wo die Gemeinde Oststeinbek noch wachsen kann

Oststeinbeks Bürgermeister Jürgen Hettwer (l.) sowie die Bauamtsmitarbeiter Jan Blaudszun und Iris Hoffmann hoffen am Freitag auf rege Beteiligung der Bürger, wenn es in der Grundschule um den neuen Flächennutzungsplan geht

Oststeinbeks Bürgermeister Jürgen Hettwer (l.) sowie die Bauamtsmitarbeiter Jan Blaudszun und Iris Hoffmann hoffen am Freitag auf rege Beteiligung der Bürger, wenn es in der Grundschule um den neuen Flächennutzungsplan geht

Foto: René Soukup / HA

Oststeinbek erstellt einen neuen Flächennutzungsplan. Bürger sollen Entwicklung mitgestalten und können am Freitag Wünsche äußern.

Oststeinbek.  Seit Anfang 2016 arbeitet Oststeinbek an einem neuen Flächennutzungsplan . Er regelt, wo die Gemeinde wachsen kann und ist frühestens zur Jahreswende 2018/19 fertiggestellt. Mit diesem Schritt will sich der 9000-Einwohner-Ort im Süden des Kreises fit für die Zukunft machen, zumindest aber bis 2030. Die Bürger sollen jetzt Ideen einbringen und können am Freitag, 30. Juni, bei einer Informationsveranstaltung in der Grundschule Wünsche zur Siedlungsentwicklung äußern.

Vor Ort sind dann auch externe Experten. Sie haben Oststeinbek untersucht und rund 35 Hektar an verschiedenen Stellen für Wohnungsbau oder Gewerbe ausgemacht, sechs davon im Ortsteil Havighorst. „Das sind alles Potenzialflächen und somit nur Vorschläge“, sagt Iris Hoffmann, die bei der Gemeinde als Stadtplanerin arbeitet. Soll heißen: Die aufgezeigten Areale müssen nicht zwangsweise in den neuen F-Plan mit veränderter Nutzungsmöglichkeit einfließen.

Über die Flächen entscheidet letztlich die Politik

Theoretisch könnten auch noch andere dazukommen, wobei dieser Fall eher unwahrscheinlich ist. Welche Flächen letztendlich für Wohnungsbau und Gewerbeansiedlung aufgenommen werden, darüber entscheidet die Politik. Und selbst wenn ein jetzt landwirtschaftlich genutztes Gebiet für die Schaffung von Wohneinheiten deklariert wird, bedeutet das noch lange nicht eine Umsetzung.

„Wir legen viel Wert darauf, dass es derzeit eine offene Phase ist und die jetzige Anhörung der Bürger nicht Bestandteil eines formellen Verfahrens“, sagt Bürgermeister Jürgen Hettwer. Eine Bürgerbeteiligung ist erst vorgesehen, wenn der Vorentwurf für den Flächennutzungsplan vorliegt und bei dessen Auslegung. Oststeinbek verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und lässt parallel auch ein Verkehrskonzept erstellen. Das Komplett-Paket kostet rund 200.000 Euro und beinhaltet zudem einen neuen Landschaftsplan.

Uneins sind die Politiker über die Auweitung der Gewerbegebiete

Einiges könnte sich in den kommenden Jahren im nördlichen Bereich der Gemeinde verändern. Auf dem sogenannten Allianz-Gelände zwischen Sportzentrum, Gewerbegebiet und dem Breedenweg sehen die Planer Möglichkeiten für Gewerbeentwicklung. Diese Variante sagt der CDU zu. „Wir haben dringenden Bedarf von ansässigen Firmen, die erweitern wollen“, sagt Fraktionschef Hans-Joachim Vorbeck. Die Oststeinbeker Wählergemeinschaft (OWG) möchte dort hingegen nichts verändern, sondern kann sich vorstellen, das Gewerbegebiet in östliche Richtung zu vergrößern. Dafür haben die Planer eine Fläche gegenüber dem Golfplatz skizziert. „Wenn mehr Gewerbe, dann geht es für uns nur an dieser Stelle“, sagt OWG-Fraktionschef Rudi Hametner zum Abendblatt.

Zwischen Querweg und Hamburger Kamp bis zum Willinghusener Weg könnten Wohnungen entstehen. Dort wünschen sich Oststeinbeks Politiker vor allem Einheiten für Senioren. Weitere Potenzialflächen befinden sich bei den Straßen Birkenhain und Langstücken, am Ende der Kampstraße, hinter der Ostlandstraße, gegenüber der Feuerwache an der Brückenstraße sowie in Friedhofsnähe.

Im Ortsteil Havighorst sehen die Planer zwei Flächen für Wohnungsbau, unter anderem bei der Ziegeleistraße. „Das Wachstum dort ist aber begrenzt, weil Havighorst nicht auf der Siedlungsachse liegt“, sagt Hoffmann. Bis 2025 dürften in dem Ortsteil nur 55 neue Einheiten errichtet werden.

Politiker wollen ein gemäßigtes Wachstum

Hoffmann (29) und ihr Kollege Jan Blaudszun (37) arbeiten seit rund einem Jahr an einer Analyse für die Nachverdichtung. Dabei geht es um Baulücken inklusive Hinterlandbebauung sowie Häuser, die zum Beispiel in der Höhe und Fläche nicht das Maximum nutzen. Das hilft der Politik. Sie könnte die Innenverdichtung vorantreiben, bevor neue Baugebiete ausgewiesen werden.

Natürlich sind auch Hoffmann und Blaudszun bei der Bürgerveranstaltung am kommenden Freitag zugegen, wo die Besucher detaillierte Informationen zum F-Plan erhalten. Beginn ist um 17 Uhr. Zuerst referieren Fachplaner rund 45 Minuten, genauso lange haben Interessierte danach Zeit, in großer Runde Fragen zu stellen, Bedenken zu äußern und Vorschläge zu machen. Anschließend bietet die Gemeinde Workshops in drei Gruppen für die Themenbereiche Siedlungsentwicklung/Wohnen und Gewerbe, Verkehr sowie Umwelt und Landschaft an.

„Wir sammeln die Ergebnisse und werden sie der Politik zur Abstimmung vorlegen“, sagt Hoffmann. Deren Kurs in Sachen Entwicklung ist zumindest im Groben geklärt. Bürgermeister Jürgen Hettwer sagt: „Die Politik will ein gemäßigtes Wachstum.“

Oststeinbek 2030, Freitag, 30. Juni, 17 Uhr, Helmut-Landt-Grundschule, Gerberstraße 36. Für Fragen steht Iris Hoffmann unter Telefon 040/713003-66 zur Verfügung.