Stormarn
Konzept vorgestellt

So ökologisch wird Bargteheides neuer Stadtteil

Planen das ökologische Wohnquartier: Stefan Lohmeier (Raiffeisenbank, v.l.), Tanja Christoff (Conplan) und  Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht

Planen das ökologische Wohnquartier: Stefan Lohmeier (Raiffeisenbank, v.l.), Tanja Christoff (Conplan) und Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht

Foto: Christina Schlie / HA

Das neue Quartier „Am Krögen“soll dringend benötigten Wohnraum schaffen, die Natur schonen und das Gemeinschaftsgefühl stärken.

Bargteheide.  Der erste Schritt in Richtung ökologisches Wohnquartier „Am Krögen“ in Bargteheide ist getan. Das Investorenauswahlverfahren ist abgeschlossen, den Zuschlag haben die Raiffeisenbank eG und die Lübecker Firma Conplan mit ihrem gemeinsamen Konzept erhalten. Baubeginn soll im Sommer 2018 sein, die Fertigstellung ist für Ende 2019 geplant.

Unter dem Motto „Aus der Region – für die Region“ soll das Projekt vorangetrieben werden. Die Ausschreibung verlief anonym, einstimmig fiel das Urteil von Politik und Verwaltung aus. „Es freut mich sehr, dass ein regionales Unternehmen den Zuschlag bekommen hat“, sagt Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht.

Kernpunkt ist die Energiezentrale mit Blockheizkraftwerk

Auf dem 20.000 Quadratmeter großen Grundstück sollen bis zu 95 Wohneinheiten entstehen. Vorgesehen sind Einzel-, Doppel-, Reihen- und Mehrfamilienhäuser. „Es wird ein modernes Dorf für alle Generationen“, sagt Stefan Lohmeier, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank eG. Das Besondere an dem neuen Wohnquartier ist seine ökologische und gemeinschaftliche Ausrichtung.

Kernpunkt ist die Errichtung einer Energiezentrale mit Blockheizkraftwerk. Finanziert und organisiert wird diese zukünftig von der „Energiegenossenschaft Am Krögen“, einem Zusammenschluss, dem später alle Haushalte des Quartiers angehören sollen. „Die Gemeinschaft versorgt sich in Sachen Wärme und Strom später autark“, so Lohmeier stolz. „Es ist eines der ersten Projekte dieser Art in der Region.“ Dazu wird es Fotovoltaik-Anlagen und Solarthermie-Kollektoren geben, begrünte Dächer und ein Konzept zur Elektromobilität. Angestrebt ist ebenfalls ein KfW-Energieeffizienzstandard 40+ bei allen Gebäuden.

Drei verschiedene Bereiche sind geplant

Die genossenschaftlichen Werte wie Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung sollen „Am Krögen“ eine wichtige Rolle spielen. Das Wohnquartier gliedert sich dazu in drei Bereiche: Grundstücke mit Erbbaurecht, Mietwohnungen und eine Baugemeinschaft. „Das wird ein Leuchtturmprojekt für die Stadt Bargteheide“, so Kruse-Gobrecht. Beim Erbbaurecht pachten die künftigen Bewohner das Grundstück und bauen darauf ihr eigenes Haus. Vorteil für die Eigentümer ist eine geringere Verschuldung durch die Reduzierung der Anschaffungskosten. Weitere Ersparnis soll ein „Kinderbonus“ bewirken.

Die Grundstücke für die Erbpacht sowie die Mietwohnungen gehören der Raiffeisenbank eG. „Bei sehr großer Nachfrage werden die Mitglieder der Genossenschaftsbank bei der Vergabe vorrangig behandelt“, so Lohmeier. Bei der Baugemeinschaft schließen sich Interessierte zusammen, kaufen gemeinsam das Grundstück und bauen darauf als eigener Bauherr. So entfallen die Kosten für einen Bauträger oder Investor. „Diese Häuser sind nicht von der Stange, sondern leben von der Gestaltung der Menschen“, sagt Tanja Christoff, Projektentwicklerin bei der Firma Conplan. „Wir hoffen durch die Baugemeinschaft verstärkt auf Identifikation mit dem Quartier und eine lebendige Nachbarschaft.“

Die Wohnungen sind 40 bis 140 Quadratmeter groß

Wohnraum – vor allem bezahlbarer – wird dringend gesucht. Im Kreis Stormarn fehlen bis zum Jahr 2030 15.000 Wohnungen, in Bargteheide sind es mehr als 1000.

Die „Am Krögen“ geplanten Wohnungsgrößen von 40 bis 140 Quadratmetern sprechen sowohl Singles und Paare als auch Familien an. Die barrierefreien Mehrfamilienhäuser mit Tiefgarage und Fahrstuhl eignen sich auch für Senioren. 50 Prozent der vorgeschriebenen 1,5 Kfz-Stellplätze pro Wohneinheit befinden sich in zwei Tiefgaragen. Ziel ist es, so wenig Flächen wie möglich zu versiegeln, um sie vielfältig nutzen zu können. Das fördert laut Tanja Christoff wiederum den ökologischen und gemeinschaftlichen Gedanken. Gästeappartements, Fahrradwerkstatt, Gemeinschaftsräume, Grillplatz, Streuobstwiese und Kräutergarten sollen in lockerer Anordnung über das neue Wohnquartier verteilt werden. Birte Kruse-Gobrecht: „So schaffen wir Wohnraum und das Gefühl einer Gemeinschaft.“

Weitere Informationen zu dem Neubauprojekt „Am Krögen“ gibt es im Internet unter www.am-kroegen.de
Interessenten für das Baugemeinschaftsprojekt wenden sich direkt an die Firma Conplan unter www.conplan.de Im Ausschuss für Planung und Verkehr am 22. Juni, 18.30 Uhr (Ratssaal) wird das Projekt noch einmal vorgestellt