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Biomarkt-Pionier zieht mit Denn’s zusammen

Foto: Lutz Wendler / HA

Neubau in Ahrensburgs Innenstadt: Grünkern gründet gemeinsame GmbH mit der Dennree-Gruppe. Im Oktober geht es bei Nessler los.

Ahrensburg.  In den vergangenen zwei Tagen musste Iris Behnke ein kleines Geheimnis für sich behalten, wenn viele ihrer Kunden sie fragten, ob sie sich Sorgen mache. Behnke, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Burkhard Krebs den Ahrensburger Biomarkt Grünkern in der Hamburger Straße betreibt, sollte auf die überraschende Nachricht im Abendblatt reagieren, dass die Bioladen-Kette Denn’s plant, eine große Filiale hinter dem Kaufhaus Nessler zu eröffnen. Weil sie sich aber erst mit ihrem neuen Geschäftspartner abstimmen wollte, ist Iris Behnke ausweichend vage geblieben, obwohl es ihr Spaß gemacht hätte, mit einem schlichten Vier-Worte-Satz zu antworten. „Wir sind es selbst“ lautet der – und sie macht ihn jetzt im Hamburger Abendblatt erstmals öffentlich.

Die Partner nennen ihr neues Geschäft Denn’s Grünkern

Grünkern und Dennree, die Muttergesellschaft der Denn’s Biomärkte, werden nämlich Fifty-Fifty-Partner. Die beiden haben eine GmbH gegründet und firmieren künftig als Denn’s Grünkern am neuen Standort hinter Nessler. Das Jeans-Geschäft auf der Kaufhaus-Rückseite wird dafür geräumt und durch einen Anbau erweitert. Voraussichtlich im Oktober soll Ahrensburgs neuer großer Biomarkt eröffnet werden.

Was Kunden auf den ersten Blick überraschend erscheinen mag, ist für Iris Behnke und Burkhard Krebs eine folgerichtige Entscheidung. „Dennree kam vor einem halben Jahr auf uns zu und sagte, dass sie sich am Standort Ahrensburg engagieren würden. Sie boten uns an, als gleichwertiger Partner ins neue Geschäft einzusteigen“, erzählt Behnke. Die Entscheidung ist Behnke und Krebs leichtgefallen. „Dennree ist ohnehin unser Hauptlieferant, und wir sind Großabnehmer. Es gab also schon lange eine gute Beziehung.“

Im größeren Laden zeigen, was im Bio-Bereich alles möglich ist

Außerdem war beiden klar, dass sie den nächsten Schritt in der Entwicklung ihres Geschäfts nicht mehr allein würden gehen können. Iris Behnke (56) und Burkhard Krebs (58) sind echte Bio-Pioniere. Sie haben das 1979 gegründete Geschäft (damals noch Grüner Kern) 1980 übernommen und sind nach den typisch chaotischen Anfangsjahren der jungen Bio-Sparte rasch Profis geworden und stetig gewachsen. Der Wechsel 2009 an die Hamburger Straße war bereits ihr fünfter Umzug. Doch die 250 Quadratmeter dort reichen inzwischen auch kaum mehr für das Angebot auf einem wachsenden Markt. „Wir möchten gern zeigen, was im Bio-Bereich alles möglich ist“, sagt Behnke.

Mit dem starken Partner sei eine Geschäftsentwicklung möglich, wie die beiden sie sich wünschen. Der neue Markt wird 650 Quadratmeter Fläche haben und Kellerräume für das Warenlager. Behnke: „Wir wollen den Kühlbereich für Molkereiprodukte und Bio-Fertigwaren erweitern und mehr Tiefkühlprodukte anbieten.“ Es gibt ein Bistro mit drei Tischen und kleinen Mittagsgerichten, Kuchen und Getränken auf der Karte. Zusätzlichen Service bietet eine dritte Kasse, die Öffnungszeiten werden werktags bis 19 Uhr erweitert. „Und wir freuen uns auf die Parkplätze am Rathausplatz“, sagt Krebs.

Der vertraute alte Markt soll im neuen erkennbar bleiben

Ebenso wichtig ist den beiden, dass Grünkern sich auch nach dem Umzug treu bleibt. Burkhard Krebs: „Wir leiten weiterhin den Laden und bestimmen selbstständig die Ausrichtung des Geschäfts. Wir sind also keine Franchise-Nehmer, sondern gleichberechtigte Partner, die für das tägliche Geschäft verantwortlich sind.“ Dazu zählt, dass weiterhin auch auf bewährte regionale Lieferanten gesetzt wird und Alleinstellungsmerkmale wie das breite und hochwertige Angebot der Käsetheke auch künftig ein wichtiger Part im Laden sein werden. Zudem betont Iris Behnke, dass die Kunden auch am neuen Standort vertraute Gesichter sehen werden. „Alle unsere Angestellten werden zu gleichen Bedingungen in die GmbH übernommen.“ Zurzeit hat Grünkern fünf Vollzeit- und zwei Teilzeitkräfte plus zwei Auszubildende.

Die Betreiber freuen sich über einen starken Partner

Die Grünkern-Chefs sagen, dass sie nicht umhin gekommen wären, sich zu vergrößern – auch um Bio für ein noch breiteres Publikum attraktiv zu machen. Krebs: „Eine Dimension größer, das wird für kleine Einzelhändler immer schwieriger. Allein hätten wir das nicht mehr gewagt. Deshalb sind wir froh über einen starken Partner.“ Seine Ehefrau ergänzt: „Unser Baby geht in einer guten Sache auf.“ Sie sind sich einig, dass Grünkern seine Identität bewahren wird. Krebs: „Das ist von beidem das Beste. Alle Eigenheiten unseres Geschäfts bleiben erhalten, und es kommt die Professionalität von Dennree dazu.“

Für die Ladenfläche in der Hamburger Straße soll es bereits einen Nachfolger geben. Es wird zwar kein Geschäft mit Kundenverkehr sein, aber weiterer Leerstand in der Innenstadt würde vermieden. Behnke und Krebs sind zuversichtlich, dass ihr neuer Standort rasch belebt sein wird: „Wir vertrauen auf unseren Kundenstamm und wollen neue Kunden von Bio überzeugen.“