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Haushaltsloch könnte Oldesloer Radhaus stoppen

Im September vergangenen Jahres demonstrierten Radfahrer in der Kreisstadt Bad Oldesloe für den Bau des Radhauses am Bahnhof

Im September vergangenen Jahres demonstrierten Radfahrer in der Kreisstadt Bad Oldesloe für den Bau des Radhauses am Bahnhof

Foto: Finn Fischer / HA

Kostenbeteiligung für Stadt noch unklar. CDU und FBO fordern Alternativen. Doch SPD und Grüne halten am Vorhaben fest.

Bad Oldesloe.  Zum Jahresende rechnet Bad Oldesloe mit einem fünf Millionen Euro großen Haushaltsloch. Das wirft seine Schatten in Form einer erneuten Kosten- und Nutzendiskussion um das Fahrradparkhaus am Bahnhof voraus. „Wir können uns solche Experimente nicht mehr leisten bei der angespannten Haushaltssituation“, sagte Uwe Rädisch (CDU) bei der Diskussion über die Aufhebung des Sperrvermerks für die Hochbaumaßnahmen.

FBO-Politiker möchte Fachmann zur Bauausschusses-Sitzung einladen

Die reinen Baukosten liegen bei 775.000 Euro. Wie groß der Eigenanteil der Stadt ist, hängt von der Höhe der Fördermittel ab. CDU und Freie Bürger (FBO) – Gegner des Nobel-Radhauses – brachten im Bau- und Planungsausschuss erneut Alternativen zur Diskussion. Eine günstigere Sammelschließanlage in Modulbauweise. „Wir müssen uns in einem machbaren Rahmen bewegen“, sagte Matthias Rohde (FBO) und schlug vor, zur nächsten Sitzung einen Experten einzuladen, „vielleicht vom Nah.SH.“ Der Nahverkehrsverbund bezeichnete die Kostenschätzung in einer Antwort zu einer Anfrage der Stadtverwaltung über Fördermöglichkeiten als „nicht nachvollziehbar“, schlug die Errichtung von Sammelschließanlagen vor.

Grüne wollen den Wünschen des Radfahrer-Forum folgen

Petra Coordes, Bereichsleiterin der Verkehrsplanung bei Nah.SH: „Die Anlage bietet mit einem elektronischen Zugangssystem ausgestattet einen guten Witterungs- und Vandalismusschutz.“ Mit erheblich geringeren Bau- und Unterhaltskosten als bei einem Radhaus oder dem Aufstellen von Boxen könne so eine sichere Abstellmöglichkeit für den Großteil der Fahrräder geschaffen werden.

SPD und Grüne halten am Radhaus fest. „Über die tatsächlichen Kosten können wir nur spekulieren, solange kein Förderantrag gestellt wurde“, sagte Maria Herrmann (SPD). Außerdem seien die von der Nah.SH favorisierten Varianten noch nirgendwo gebaut worden. Es gibt allerdings konkrete Baupläne und 13 Kommunen in Schleswig-Holstein, die die Modulanlagen errichten wollen. Für die Grünen ist das kein Argument: „Es lässt sich derzeit mangels Beispielen nicht überprüfen, ob die Modulanlagen unsere Ansprüchen erfüllen“, sagte Wilfried Janson (Bündnis 90/Die Grünen). „Wir sollten schon das nehmen, was sich das Radfahrer-Forum wünscht und das ist das Radhaus.“ Die Aufhebung des Sperrvermerks wurde durch einen Patt (fünf zu fünf Stimmen) abgelehnt. Das Radhaus-Tauziehen geht weiter.