Stormarn
Bauprojekt

Oststeinbeker Politik streitet weiter über Seniorenwohnraum

So könnten die Seniorenwohnungen in Oststeinbek aussehen

So könnten die Seniorenwohnungen in Oststeinbek aussehen

Foto: Senectus GmbH

Firma Senectus will 50 sogenannte Service-Wohnungen bauen. Gebäude wäre 17 Meter hoch. Manchen in der Politik ist das zu viel.

Oststeinbek.  Trotz einer Abstimmungsniederlage im Oststeinbeker Bauausschuss will die CDU das Seniorenwohnprojekt der Firma Senectus in der Gemeinderatssitzung am 26. Juni vorantreiben. Am Montagabend fand das Projekt bei den Politikern keine Mehrheit. Der Bauausschuss beschloss mit den Stimmen von SPD und Oststeinbeker Wählergemeinschaft (OWG) eine Vertagung. Die Fraktionen wollen noch einmal über den Umfang der Bebauung beraten. CDU-Fraktionschef Hans-Joachim Vorbeck kündigte jedoch an, über das Thema am 26. Juni abstimmen zu lassen. Er sagt: „Da ist ein Investor, der will etwas tun für Oststeinbek. Das finden wir gut.“ Vorbeck hofft auf eine knappe Ein-Stimmen-Mehrheit aus CDU, FDP und Gemeindevertreter Dieter Peth.

Das L-förmige Gebäude soll 17 Meter hoch werden

In Glinde haben die Senectus-Inhaber Torsten Rieckmann und Gunnar Behrens bereits zwei Häuser mit 59 Eigentumswohnungen gebaut. In Oststeinbek sollen auf dem 3000 Quadratmeter großen Grundstück gegenüber dem Rathaus 50 sogenannte Service-Wohnungen entstehen. Senectus möchte mehr Fläche bebauen, als es der Bebauungsplan vorsieht, und statt 1000 hier 1300 Quadratmeter Wohnraum schaffen. Wohnungen für Senioren benötigten mehr Grundfläche als regulärer Wohnungsbau, erklärte Rieckmann: „Wir brauchen breitere Flure und Aufzüge. Es gibt Gemeinschaftsräume und auch die Tiefgaragenplätze sind breiter, für Pkw-Insassen mit Rollator.“

Das L-förmige Gebäude soll zur Möllner Landstraße hin eine offene Grünanlage erhalten und wäre mit vier Stockwerken plus ausgebautem Dachgeschoss 17 Meter hoch – ähnlich wie die Mehrfamilienhäuser auf der selben Straßenseite in Richtung Hamburg. Bürgermeister Jürgen Hettwer unterstützt die Pläne: „Da die Höhe gleich bleibt, halte ich die Bebauung für mehr als angemessen. Gegenwind gibt es von der OWG. Günter Nörenberg sagt: „Das ist ein so massiver Block, den wir dort nicht haben müssen.“ Christian Höft (SPD) gab zu bedenken: Werde das Teilstück stärker bebaut, müsse die Politik dies auch dem Eigentümer der dahinter liegenden Fläche zugestehen.

Die Brachfläche in der Ortsmitte ist insgesamt einen Hektar groß und gehört zwei Eignern. Die Firma Semmelhaack, die hier Mietwohnungen bauen wollte, scheiterte bereits an deren Preisvorstellungen und will nun im Nordwesten Oststeinbeks 90 Einheiten für Senioren errichten. Zuletzt geriet auch dieses Bauprojekt ins Stocken.