Stormarn
Bargteheide

Bei der Band Tüdelband ist nur die Sprache platt

Üben für den nächsten Gig: Mire Buthmann (Songwriting, Gesang, A-Gitarre, Piano, Akkordeon) und Malte Müller (Schlagzeug, Gesang), Gründungsmitglieder der Tüdelband

Üben für den nächsten Gig: Mire Buthmann (Songwriting, Gesang, A-Gitarre, Piano, Akkordeon) und Malte Müller (Schlagzeug, Gesang), Gründungsmitglieder der Tüdelband

Foto: Elvira Nickmann / HA

Die Band Tüdelband spielt am Freitag beim Bargteheider Stadtfest. Die Musiker mögen es norddeutsch unkompliziert.

Bargteheide.  Als Mire Buthmann klein war, sprachen ihre Großeltern Holsteiner Platt mit ihr – und Mire antwortete prompt auf Hochdeutsch. Inzwischen hat die Frontfrau der Hamburger „Tüdelband“ den Dialekt ihrer Kindertage neu entdeckt und singt auf Platt. Ihren handgemachten Songwriter-Folkpop präsentiert die Sängerin gemeinsam mit Schlagzeuger Malte Müller, Bassist Lars Knoblauch und Micha Hedmann am kommenden Freitag, 12. Mai, beim Bargteheider Stadtfest.

Mit ihrer Musik liegt die Band offensichtlich im Trend. „Die Kreise werden immer größer, über die Musik kommen viele junge Leute zum Platt“, sagt Mire Buthmann.

Die Gruppe hat bereits sechs CDs veröffentlicht

Trotz sechs veröffentlichter CDs liegt der Fokus des Quartetts ganz klar auf Live-Auftritten. 60 bis 80 Konzerte spielen die Musiker pro Jahr, schätzt Buthmann. „Es ist schon so, dass Leute erst einmal vermuten, dass man sich mit der Sprache beschränkt, aber man muss nicht nur regional denken“, so die Sängerin, die nur Akustikgitarre, sondern auch Akkordeon spielt.

Im Süden der Republik beispielsweise werde mehr moderne Musik mit Dialekten gemacht. Eine Überraschung erlebte sie bei einem Auftritt am Chiemsee: „Die hatten ,Dat du min Leevste bist’ ins Bayrische übersetzt, das haben wir dann mit einer bayrischen Band gesungen“, erzählt Mire Buthmann.

Auf Wunsch wird ins Hochdeutsche übersetzt

Ihre Musik verbindet nicht nur Regionen, sondern auch Generationen. „Es ist nicht ungewöhnlich, dass Enkel ihre Großeltern zum Konzert mitbringen – oder umgekehrt“, sagt Mire Buthmann. Die stilistische Bandbreite der Gruppe ist dabei von Vorteil. Jedes Konzert sei anders und nicht eins zu eins wie aus der Konserve. Die plattdeutsche Art, die nicht viele Worte, aber um so mehr Gefühl und Elan transportiere, liegt Buthmann, spiegelt sich in ihren selbst verfassten Texten und der Musik wider. Die Songs erzählen Geschichten wie von Uwe, dem „smucken Kerl“, der leider nur auf Jungs steht. Sie transportieren Erinnerungen und Gefühle, mal mit einem Schmunzeln wie in „Lange Nacht“, mal nachdenklich.

Bei der Ahrensburger Musiknacht ist die Band mal in einem Fischladen aufgetreten. „Ein ziemlich skurriles Erlebnis“, so die Sängerin. Sie freue sich auf das Bargteheider Publikum und die neue Erfahrung. „Wir sind dankbar, wenn man uns anschnackt. Für einen Klönschnack in der Pause oder nach dem Konzert ist immer Zeit“, sagt Mire Buthmann. Wer kein Platt verstehe, müsse nur Handzeichen geben, „dann übersetzen wir das ins Hochdeutsche“. Unkompliziert norddeutsch eben.

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