Stormarn
Autobahn 1

Hamberge wartet seit 1988 auf Schutz vor Autobahn-Lärm

Norbert Brackmann (CDU, v.l.), CDU-Bürgermeister Paul Friedrich Beeck, Anwohner Sönke Freyer und Ingo Gädechens (CDU)

Norbert Brackmann (CDU, v.l.), CDU-Bürgermeister Paul Friedrich Beeck, Anwohner Sönke Freyer und Ingo Gädechens (CDU)

Foto: Marc R. Hofmann / HA

Gemeinde will endlich Klarheit. Bundestagabgeordnete Norbert Brackmann und Ingo Gädechens informierten sich vor Ort.

Hamberge.  Hamberge, das 1500-Seelen-Dorf am Nordrand des Kreises, hat ein Lärmproblem: Es ist umschlossen von den Autobahnen 1, 20 und der Bundesstraße 75. „Bis zu meiner Rente will ich das nicht mehr ertragen müssen“, sagt Anwohner Sönke Freyer. Auf dessen Terrasse konnten sich mit Unterstützung von Bürgermeister Paul Friedrich Beeck die CDU-Bundestagsabgeordneten Ingo Gädechens (Ostholstein/Stormarn-Nord) und Norbert Brackmann (Herzogtum Lauenburg/Stormarn-Süd, beide CDU) von der Geräuschbelästigung überzeugen.

Der Anspruch der Gemeinde auf Lärmschutz ist nicht umstritten. Er besteht bereits seit dem Ausbau der A 1 im Jahr 1988. Und dort liegt auch das Problem: „Um ihn nicht zu verlieren, müssten wir noch in diesem Jahr wegen Untätigkeit gegen das Land klagen“, sagt der stellvertretende Bürgermeister Albert Iken (CDU). Staatsminister Frank Nägele (SPD) hatte der Gemeinde einen öffentlich-rechtlichen Vertrag zukommen lassen, in dem sich das Land verpflichtete, schnellstmöglich ein Planfeststellungsverfahren für den Lärmschutz einzuleiten. Das Papier stieß in Hamberge jedoch nicht auf Gegenliebe. „Das war bloß ein Standardwerk, das kaum auf unsere Belange eingeht“, so Iken.

Bürgermeister will, dass Lärmschutz und E-Highway gleichzeitig gebaut werden

Denn an gleicher Stelle soll mit hoher Priorität bis Anfang 2019 ein sogenannter E-Highway für Lastkraftwagen entstehen, damit diese vom Lübecker Hafen bis Reinfeld mit Hilfe von Oberleitungen wie auf einer Bahnstrecke elektrisch fahren können. „Wir wollen, dass die Bauarbeiten zusammen ausgeführt werden“, sagt Bürgermeister Beeck. Er befürchtet, dass nach Aufstellen der Strommasten kein Platz mehr für die Lärmschutzwand sein könnte. Außerdem sollten Synergien genutzt werden.

Der im Haushaltsausschuss für Verkehr zuständige Brackmann ergänzt: „Es schmerzt, dass das Geld zur Verfügung steht, aber nicht abgerufen wird.“ Für die Umsetzung sei jedoch das Land im Auftrag des Bundes zuständig. Die Gemeindevertreter hatten sich sogar an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gewandt, der in einem jüngst eingegangenen Antwortschreiben davon sprach, dass das Land die Planungen nun doch vorziehe. Der Abgeordnete Ingo Gädechens versprach, sich dafür einzusetzen, dass es durch den anstehenden Regierungswechsel nicht zu weiteren Verzögerungen komme.