Stormarn
Ahrensburg

Neue Räume fürs Grüne Klassenzimmer von Gut Wulfsdorf

Für den Wulfsdorfer Förderverein aktiv: Martina Sträßer von der Gutsverwaltung vor dem Eingang zum alten Wasserturm

Für den Wulfsdorfer Förderverein aktiv: Martina Sträßer von der Gutsverwaltung vor dem Eingang zum alten Wasserturm

Foto: Lutz Wendler / HA

Alter Wasserturm wird für Umwelt- und Bauernhofpädagogik ausgebaut. Auf 180.000 Euro veranschlagte Sanierung zu 90 Prozent gefördert

Ahrensburg.  Als im wahrsten Sinne des Wortes überragendes Gebäude ist der alte Wasserturm, der unter Denkmalschutz steht, eine Art Wahrzeichen von Gut Wulfsdorf. Leider ist der 1908 erbaute massive Backsteinbau mit seinen Nebengebäuden sichtlich in die Jahre gekommen und konnte bislang nur durch behelfsmäßige Reparaturen vor dauerhaften Schäden bewahrt werden. Dies war dem Förderverein „Initiativkreis des Guts Wulfsdorf“ zu verdanken, der dafür Arbeit und Geld einsetzte und jetzt auch den Anstoß zu einer langfristigen Lösung gegeben hat, indem er die Sanierung des Baudenkmals mit der Nutzung durch Umwelt- und Bauernhofpädagogik verknüpfte.

150 Hofführungen mit rund 3000 Teilnehmern pro Jahr

Das Öko-Gut wird sein sogenanntes Grünes Klassenzimmer, ein Programm von Hofführungen, das vor allem Kita-Gruppen und Schulklassen nutzen und das auf 150 Führungen und rund 3000 Teilnehmer im Jahr angewachsen ist, mit Seminar- und Gruppenräumen in das denkmalgeschützte Wasserturm-Ensemble inte­grieren. Das zunehmend stärker nachgefragte Programm, das Einblicke in die Welt eines Bauernhofs gibt, der bio-dynamische Landwirtschaft mit Demeter-Siegel betreibt, hat jetzt den für Wulfsdorf nützlichen Nebeneffekt, dass es Zugang zu Fördertöpfen ermöglicht und somit auch den Ausbau des alten Gebäudes.

„Aus eigener Kraft hätten wir uns das nicht leisten können“, sagt Martina Sträßer, die in der Gutsverwaltung arbeitet und bereits vor zweieinhalb Jahren begonnen hat, für den Initiativkreis Anträge über das Programm Aktivregion Alsterland zu stellen. Das auf 180.000 Euro veranschlagte Sanierungsprojekt wird bis auf 18.000 Euro Eigenmittel des Initiativkreises von der Europäischen Union, vom Land Schleswig-Holstein und von der Stiftung Accanto gefördert. Die Arbeiten beginnen heute mit dem Abriss eines nicht erhaltenswerten Anbaus. Geplant sind ein Ausbau der Halle unter dem Wasserturm, wo einst ein kleiner Maschinenpark stand, dessen Herzstück eine Dampfmaschine zur Stromerzeugung war. Der abgerissene Gebäudeteil wird durch einen multifunktionalen lichten Anbau ersetzt.

Sanierung soll im Herbst 2017 abgeschlossen sein

Die neuen Räume sollen – zum Beispiel durch die Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten und Naturmaterialien. Martina Sträßer nennt das Mahlen und Verarbeiten von Getreide, das Trocknen von Kräutern, die Zubereitung von Gemüse und Kartoffeln und die Herstellung von Milchprodukten. Angenehmer Nebeneffekt ist, dass die Besucher sozusagen ein eigenes Refugium haben, also vor und nach ihrem Rundgang über die verschiedenen Stationen des Guts warm und trocken sitzen, um ihr Bauernhoferlebnis vor- und nachzubereiten. Die Sanierung soll im Herbst dieses Jahres abgeschlossen sein.