Stormarn
Gemeindevertretung

Trittau: Kooperation für Flüchtlingskinder geplant

Von 2016 bis 2018 bekommen Kommunen vom Land zusätzliches Geld für die Betreuung von Flüchtlingskindern in Kitas. Im Amt Trittau besuchten zwölf Flüchtlingskinder eine Einrichtung

Von 2016 bis 2018 bekommen Kommunen vom Land zusätzliches Geld für die Betreuung von Flüchtlingskindern in Kitas. Im Amt Trittau besuchten zwölf Flüchtlingskinder eine Einrichtung

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Die Gemeinde will das Geld vom Land mit anderen Gemeinden effektiver einsetzen. Bisher Gespräche mit der Stadt Glinde geführt.

Trittau.  Gemeinsam lässt sich mehr erreichen. Diesen Grundsatz will die Gemeinde Trittau künftig auch bei der Betreuung von Flüchtlingskindern verfolgen. Die Verwaltung strebt an, sich mit anderen Amtsgemeinden zusammenzutun. Auch ein amtsübergreifender Zusammenschluss mit weiteren Kommunen innerhalb des Kreises ist denkbar. So könnte die vom Land zugeteilte Förderung gebündelt und damit auch gezielter eingesetzt werden.

„Wir stehen noch ganz am Anfang“, sagt Sabine Jonas, die den Fachdienst Kinder, Jugend und Kultur leitet. Bislang führte die Gemeinde Gespräche mit der Stadt Glinde. Aber auch andere Kommunen zeigen Interesse an dem Projekt. So könnten beispielsweise Sprach- und Kulturmittler, Therapeuten sowie weiteres Fachpersonal in mehreren Einrichtungen eingesetzt werden. Auch Glindes Jugendpflegerin Angelika Thomsen unterstützt einen Zusammenschluss. Sie sagt: „Mit dem Geld, das der Kommune im vergangen Jahr zugeteilt wurde, konnten wir noch nicht einmal eine 450-Euro-Kraft bezahlen.“

2016 hatte der Kreis 238.700 Euro für 175 Flüchtlingskinder

Von 2016 bis 2018 weist das Land den Kommunen zusätzliches Geld für die Betreuung von Flüchtlingskindern in Kindertagesstätten zu. Im vergangenen Jahr standen dem Kreis Stormarn insgesamt 238.700 Euro für 175 Flüchtlingskinder zur Verfügung. Hiervon erhielt das Amt Trittau für die Betreuung von sieben Flüchtlingskindern 9548 Euro. Der Gemeinde selbst wurden 5456 Euro zugeteilt.

Wieviel Geld den einzelnen Kommunen für 2017 zusteht, ist noch ungewiss. Bis Ende Januar sollten die Kita-Träger ihnen mitteilen, wie viele Flüchtlingskinder ihre Einrichtung zu Jahresbeginn besucht haben. Im Amt Trittau sind es vor­aussichtlich zwölf. Noch werden die Zahlen geprüft und anschließend an den Kreis Stormarn weitergeleitet. „Bis dahin müssen wir abwarten, wie hoch die Förderung ausfällt“, sagt Sabine Jonas.

Bewerbung beim Bundesprogramm „Kita-Einstieg“

Das Konzept stellte die Trittauer Fachdienstleiterin in der jüngsten Sitzung des Sozial-, Sport- und Kulturausschusses vor. Den in der Sitzung geäußerten Einwand, dass manche Einrichtungen womöglich mehr profitieren könnten als andere, weist sie zurück. Jonas: „Alle haben das Recht, mitzumachen und Leistungen anzufordern.“ Nun will die Verwaltung die begonnenen Gespräche fortsetzen und zu den übrigen Trägern im Amt Trittau Kontakt aufnehmen.

Ebenso will sich die Gemeinde für das Bundesprogramm „Kita-Einstieg – Brücken bauen in frühe Bildung“ bewerben. „Das Programm soll Kinder auf den Ablauf in Kindertagesstätten vorbereiten“, sagt Jonas. Hierbei werden Familien mit Fluchterfahrung sowie Kinder, denen der Zugang zum Bildungssystem bislang erschwert wird, berücksichtigt.

Gemeinde muss Eigenanteil von zehn Prozent übernehmen

Von 2017 bis 2020 werden bundesweit insgesamt 300 Standorte gefördert. Jeder Standort wird pro Jahr mit bis zu 150.000 Euro unterstützt, muss jedoch einen Eigenanteil von zehn Prozent übernehmen. Noch ist die Anzahl der teilnehmenden Kommunen im Kreis Stormarn – sie müssten sich die Fördersumme teilen – unklar. Vorreiter sind auch hier die Stadt Glinde und die Gemeinde Trittau. Jonas: „Wir werden in einem gesonderten Verfahren unser Interesse an dem Bundesprogramm bekunden.“