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Gleichstellung in Ahrensburg wird zum Teilzeitjob

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Melissa Jahn
Claudia Rattmann (r.) vom Frauenhaus Stormarn sieht keine Ausnahme für eine Teilzeitstelle

Claudia Rattmann (r.) vom Frauenhaus Stormarn sieht keine Ausnahme für eine Teilzeitstelle

Foto: Marc R. Hofmann / HA

Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ahrensburg, Gabriele Fricke, geht Ende März in Ruhestand. Stadt plant nur noch mit halber Stelle.

Ahrensburg.  Gabriele Fricke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ahrensburg, ist bereits seit 25 Jahren im Dienst. Doch zeitgleich mit ihrem Jubiläum bahnt sich Ende März ein Umbruch an: Denn dann geht die bisher erste Amtsinhaberin dieser Stelle in Rente. Die Verwaltung plant, den Arbeitsplatz nur noch in Teilzeit zu besetzen.

„Gabriele Fricke ist unser Fels in der Brandung. Sie koordiniert alles, was Frauen in Ahrensburg betrifft“, sagt Patricia Zimmermann von der Internationalen Frauengruppe Ahrensburg. „Ohne sie sind wir verloren.“ Das sehen die anderen Teilnehmer des Ahrensburger Frauennetzwerks, die sich am Mittwoch getroffen haben, genauso. Ahrensburg brauche eine Kraft, die die Fraueninteressen vertrete. Einen Schnittpunkt bei der Stadt, der die haupt- und ehrenamtlich tätigen Menschen zusammenführe und in der Politik und Verwaltung aktiv mitwirke. Und diese verschiedenen Aufgaben kosteten viel Zeit.

Teilzeitstelle sollte eigentlich nur die Ausnahme sein

Doch wenn es nach der Stadt geht, soll die Stelle mit 19,5 statt wie bisher 39 Stunden ausgeschrieben werden. Das verbleibende Stundenkontingent könnte dann für die „Inklusion“ verwendet werden. „Auch die Belange der Behinderten in Ahrensburg sind wichtig, keine Frage“, erklärt Dorothea Schmidt vom Netzwerk Migration. „Es ist das Entweder-oder, welches uns Sorgen macht.“

Erst im Dezember brachte die Landesregierung einen Gesetzesentwurf ein, der den Mindest-Arbeitsumfang der Gleichstellungsbeauftragten regelt. Hiernach soll die Stelle bei mehr als 15.000 Einwohnern nur in Ausnahmefällen in Teilzeit besetzt werde. „Diese Ausnahme sehe ich hier nicht gegeben“, sagt Claudia Rattmann vom Frauenhaus Stormarn.

Diskussionsveranstaltung anstatt einer Abschiedsfeier

Am kommenden Montag, 20. Februar entscheidet der Hauptausschuss über die Vorlage der Stadt (19.30 Uhr, Peter-Rantzau-Haus). Anschließend stimmen die Stadtverordneten am 27. Februar ab.

Statt einer Abschiedsfeier lädt Gabriele Fricke für Freitag, 10. März, zu einer Diskussionsveranstaltung ein. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens ihrer Stelle geht es an dem Abend um die Gleichstellung der Frau und die Entwicklungen im Laufe der letzten Jahrzehnte. Dr. Elke Wiechmann von der Fernuni Hagen setzt sich mit der „Bedeutung der Gleichstellungspolitik für die Kommune“ auseinander. „Wir haben schon viel erreicht“, so Fricke. „Trotzdem gibt es im Bereich der Bezahlung noch immer große Unterschiede.“ Gewalt gegen Frauen sei ebenfalls nach wie vor ein großes Thema – das Frauenhaus sei voll besetzt.

Um all diese Bereiche kümmern sich diverse Gruppen in der Stadt. Es gibt die Beratungsstelle für Frauen und Mädchen e.V. (BEST) als Anlaufstelle ab 14 Jahre, und die Internationalen Frauengruppe als Treffpunkt für Frauen aus dem Ausland. Auch der Freundeskreis für Flüchtlinge und die Volkshochschule haben spezielle Programme.

25 Jahre Gleichstellungsbeauftragte 10. März, 19 Uhr Kulturzentrum Marstall (Lübecker Str). Anmeldung bis 24. Februar an gabriele.fricke@ahrensburg.de oder Tel. 04102/77193

( mej )

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