Stormarn
Ganztagsbetreuung

Carl-Orff-Schule Bargteheide: Ausbau kommt nicht voran

Die Carl-Orff-Schule in Bargteheide

Die Carl-Orff-Schule in Bargteheide

Foto: Alice Friedrich

Es herrscht akute Raumnot: Politiker werfen der Verwaltung Untätigkeit bei der Planung vor. Die sagt, ihr fehlen die Kapazitäten.

Bargteheide.  Der Ausbau der Ganztagsbetreuung an der Bargteheider Carl-Orff-Schule (COS) gerät ins Stocken. Im Dezember erteilten die Stadtvertreter der Verwaltung den Auftrag, in die Bauplanung für einen möglichen Neu- oder Ausbau einzusteigen. Im Haushalt 2017 wurden dafür eine Million Euro bereitgestellt. Knapp zwei Monate später sieht alles anders aus. „Die Bauabteilung ist trotz Planungsauftrags nicht in die Arbeit eingestiegen“, so der Vorwurf, den Torsten Klostermeyer (CDU) im Bildungsausschusses erhebt. Die Verwaltung habe den Beschluss der Stadtvertretung und die Priorisierung des Projekts verschoben, sagte er verärgert. „Das ist nicht akzeptabel.“

Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht erwidert: „Es zeigt sich, dass die Verwaltung personell, zeitlich und konzeptionell den gewünschten Bau nicht umsetzen kann.“ Die zusätzliche Ingenieurstelle, die die Verwaltung gefordert hatte, sei von der Politik nicht genehmigt worden. Das jetzige Arbeitsvolumen laste alle Mitarbeiter aus.

Die Stadtvertretung spricht am 23. Februar über das Thema

Derzeit werden die prognostizierten Schülerzahlen sowie der tatsächlich Bedarf an Ganztagsplätzen ermittelt. Gespräche mit dem Schulverband stehen noch aus. „Wir wollen eine passgenaue, zukunftsorientierte Lösung, keinen Schnellschuss“, so Kruse-Gobrecht. Die Wirtschaftlichkeit des Projekts müsse vorab geprüft werden.

An der COS herrscht akuter Raumbedarf. „Wir platzen aus allen Nähten“ – mit diesen Worten hatte Schulleiterin Angeliki Claussen im vergangenen Jahr auf die schwierige Situation aufmerksam gemacht. Zurzeit werden gut 100 Kinder in der Zeit von 12 bis 16 Uhr betreut. Vorgesehen ist dafür ein einziger Raum. Die Verantwortlichen aus Schule, Jugendarbeitsteam und Ganztagsbetreuung hatten bereits im vergangenen Jahr ein Raumkonzept mit verschiedenen Varianten – Holzständerbauweise oder Aufstockung – vorgestellt. Der von der Stadt beauftragte Architekt Detlev Heimann kalkulierte für einen Neubau 1,4 Millionen Euro und sprach sich gegen eine Holzständerbauweise aus. Die Begründung: Kein Schulgebäude in Bargteheide sei jemals in Holzbauweise errichtet worden. Das ärgert auch die SPD: „Alle Ideen kommen von der Schulleitung – und die Verwaltung sagt immer nur, was alles nicht machbar ist“, sagt Anke Schlötel-Fuhlendorf (SPD), Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport.

Auf Antrag von CDU und SPD wird das Thema nun am 23. Februar auf der Tagesordnung der Bargteheider Stadtvertretung stehen.