Stormarn
Ausstellung

Bargteheides Sprachdusche kommt jetzt ganz groß raus

Auch die Sprachdusche der Künstler Matthias Berthold und Andreas Schön in Bargteheide ist Teil der Ausstellung zum Thema Kunst im öffentlichen Raum in Stormarn.

Auch die Sprachdusche der Künstler Matthias Berthold und Andreas Schön in Bargteheide ist Teil der Ausstellung zum Thema Kunst im öffentlichen Raum in Stormarn.

Foto: Dr. Jens Rönnau / HA

Oldesloer Kreisverwaltung zeigt Kunst im öffentlichen Raum mit Informationen zu allen Werken im Foyer ihres Gebäudes F am Bahnhof.

Bad Oldesloe.  Der Muschelläufer in Ahrensburg, die Sprachdusche in Bargteheide, der Otterbrunnen in Reinbek: Das sind nur drei Beispiele für Kunst im öffentlichen Raum in Stormarn. Diese und 14 weitere Werke präsentiert die Kreisverwaltung jetzt in einer neuen Ausstellung im Foyer ihres Gebäudes F am Oldesloer Bahnhof.

„Die Kunstwerke im öffentlichen Raum beeinflussen das Stadtbild und führen zu einer öffentlichen Ausein- andersetzung mit der Kunst“, sagt Kreiskulturreferentin Tanja Lütje. „Häufig werden die Werke jedoch nicht aktiv wahrgenommen oder die Standorte sind nicht hinreichend bekannt.“ So weiß niemand, wie viele Skulpturen, Installationen und weitere Werke in den 55 Stormarner Orten zwischen Reinbek und Reinfeld zu finden sind. Das möchte die Kulturabteilung des Kreises jetzt ändern. In den kommenden drei Jahren sollen zunächst alle Kunstwerke, die nach 1945 entstanden sind, erfasst und präsentiert werden.

Kulturabteilung erweitert Online-Galerie nach und nach

30.000 Euro haben die Kreistagsabgeordneten dafür bereit gestellt. Zusammen mit dem promovierten Kunsthistoriker Jens Rönnau aus Kiel wurden bisher rund 30 Kunstwerke fotografiert und beschrieben. Die Ergebnisse sind in der Online-Galerie unter www.kunst-stormarn.de zu sehen, die ständig wächst. Eine Auswahl von 17 Werken aus zehn Orten präsentiert die neue Wanderausstellung, die nach dem Start in Bad Oldesloe auf Reisen durch Stormarn gehen soll. Zu sehen sind großflächige DIN A0-Plakate mit teilweise besonderen Bildaussschnitten. „Die Ausstellung gibt einen Überblick über die vielfältigen Erscheinungsformen der Kunst“, sagt Daniela Frackmann, Mitarbeiterin der Kulturabteilung.

Wer mehr wissen möchte, sollte ein Mobilgerät wie Smartphone oder Tablet-PC mitbringen: Über QR-Codes können Besucher Details und Beschreibungen zu den Künstlern und ihren Werken abrufen. „Moderne Präsentations- und Vermittlungsformen sollen Interesse für Stormarner Kunst im öffentlichen Raum auch über Kreisgrenzen hinaus wecken“, sagt Frackmann.

Führungen und Radrouten sind dieses Jahr geplant

Im Jahr des Kreisjubiläums – Stormarn wurde vor 150 Jahren gegründet – bereiten die Kulturexperten noch weitere Veranstaltungen zum Thema vor. Geplant sind Führungen und Radrouten (Infos auf www.kreisjubiläum.de). Bereits erschienen ist eine Broschüre mit zehn Werken, die kostenlos in der Kulturabteilung des Kreises angefordert werden kann und kreisweit in den Verwaltungen ausliegt.

Während die meisten Kunstwerke noch entdeckt werden wollen, hat es eine Skulptur bereits in den Mittelpunkt der Stadt und des Stadtgesprächs geschafft: der Muschelläufer in Ahrensburg. Seit 2005 steht der blonde Mann im blauen Anzug, den Martin Wolke aus Kunststoff entworfen hat, auf dem Rondeel. Während Kinder ihn als Spielgerät nutzen, diskutieren die Älteren entweder verbissen oder belustigt über das Geschenk des Rotary Clubs an die Stadt. Ein entspannteres Verhältnis hingegen haben die Bargteheider zu ihrer Sprachdusche. Als der Dorfteich an der Ecke Rathausstraße/Mittelweg im Jahr 2008 neu gestaltet wurde, entwickelten die Hamburger Matthias Berthold und Andreas Schön für 20.000 Euro das Werk aus Edelstahlrohr. Auf Knopfdruck sprudeln Worte heraus. Die 99 Texte werden jährlich geändert.

Liebgewonnen haben auch die Reinbeker ihren Otterbrunnen vor der Stadtbibliothek. Er stammt von Bildhauer Hans Werner Könecke und wurde bereits 1986 von der Landeszentralbank in Auftrag gegeben.