Stormarn
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Agenda 2017: Bargteheide/ Amt Bargteheide-Land

Im kommenden Jahr wird die Stadt Bargteheide eine vielzahl von Projekten beschäftigen

Im kommenden Jahr wird die Stadt Bargteheide eine vielzahl von Projekten beschäftigen

Foto: F. Hasse / HA

Was sind die großen und bedeutenden Projekte vor Ihrer Haustür? In der Serie „Agenda 2017“ gibt das Abendblatt einen Überblick.

Die ersten 100 Tage im Amt liegen hinter Bargteheides neuer Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht. Die gelernte Juristin und frühere Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Stormarn war mit 63,4 Prozent der Stimmen zur Nachfolgerin von Henning Görtz gewählt worden. Auch für 2017 wurde in Bargteheide ein Haushalt verabschiedet, der ohne Kreditaufnahme auskommt. Einige Vorhaben mussten dafür verschoben werden. Trotzdem wird eine Vielzahl von Projekten die Stadt im kommenden Jahr beschäftigen.

Der Zuzug von Flüchtlingen hat in Bargteheide sowie in den umliegenden Dörfern abgenommen. Kruse-Gobrecht: „Die Herausforderung besteht nun darin, die Menschen wirklich in unsere Mitte zu integrieren.“

1: Ausbau von Carl-Orff- und Dietrich-Bonhoeffer-Schule

Eine Million Euro sind im Haushalt für einen Anbau an der Carl-Orff-Schule veranschlagt. Sowohl die Grundschule als auch die Räume für die Ganztagsbetreuung sollen erweitert werden, um Platz für den gestiegenen Betreuungsbedarf zu schaffen. Der Neubau an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule liegt im Zeit und Kostenplan und soll noch 2017 abgeschlossen werden.

2: Kleines Theater wird barrierefrei und bekommt neue Toiletten

Mit der Renovierung des Kleinen Theaters soll 2017 endlich begonnen werden. 65.000 Euro sind für den barrierefreien Zugang zum Theater, die Sanierung der Toiletten sowie die Überdachung der Notausgänge eingeplant.

3: Bau der Feuerwache am Seniorendorf auf dem Prüfstand

Die Überlegungen zum Neubau einer Feuerwehrwache gehen auch 2017 weiter. In der anfänglichen Kalkulation lagen die Kosten bei drei Millionen. Durch die Kostenentwicklung auf das Dreifache muss ein Neubau auf dem geplanten Standort neben dem Seniorendorf überdacht werden.

4: Volkshochschule richtet am Gymnasium Zweigstelle ein

Die Volkshochschule bekommt eine Außenstelle in der ehemaligen Hausmeisterwohnung des Eckhorst-Gymnasiums.

5: Nahwärmenetz versorgt Schulen und das Freibad

Die Planungen für kostensparende Nahwärmenetze, die das Eckhorst-Gymnasium und das Freibad sowie das Schulzentrum zukünftig versorgen, sind abgeschlossen. Nun folgt der Bau, für den rund zwei Millionen Euro vorgesehen sind. Die Ausführung erfolgt durch einen externen Auftragnehmer.

6: Plan für dritten Teilabschnitt der Westumgehung beginnt

Im Frühjahr soll das Planfeststellungsverfahren für den dritten Teil der innerörtlichen Verbindungsstraße eingeleitet werden. Mit Baubeginn ist frühestens Ende 2018 zu rechnen.

7: Weitere Zufahrt zum Baugebiet für inklusives Wohnen

Geprüft wird die Möglichkeit, das Neubaugebiet Am Bornberg verkehrlich an die L 89 (Südring) anzuschließen. Dort soll ein frei finanziertes Projekt für inklusives Wohnen entstehen.

8: Delingsdorf entwickelt Konzept für die nächsten 20 Jahre

Der Ausbau des Breitbandnetzes in Delingsdorf wird fortgesetzt. Außerdem soll ein Gemeindeentwicklungskonzept erstellt werden, das den Weg für die kommenden 20 Jahre aufzeigt. Im Frühjahr startet der Bau von 50 neuen Wohnungen.

9: Hammoor errichtet Kindergarten für 1,6 Millionen Euro

Hammoor will die Kinder aus dem Dorf zukünftig im Ort betreuen lassen. 1,6 Millionen Euro soll der Neubau einer eigenen Kindertagesstätte kosten. 600.000 Euro sind im Haushalt 2017 bereits veranschlagt.

10: Tremsbüttel plant die bauliche Entwicklung der Gemeinde

Die Neuaufstellung eines Flächennutzungsplans soll die bauliche Entwicklung von Tremsbüttel widerspiegeln. Dabei wird auch die Erneuerung der Hauptstraße berücksichtigt. Die Kindertagesstätte erweitert ihren Essbereich.

11: Niendwohld will Wohnprojekt für mehrere Generationen entwickeln

Das Vorhaben, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, wird in Nienwohld Stück für Stück weiter realisiert. Nun soll ein Mehrgenerationenprojekt für alte Menschen sowie Menschen mit Behinderungen dazukommen. 150.000 Euro sind für eine Veranstaltungsfläche vorgesehen. Die Rad- und Wanderwege durch das Moor sollen ausgebaut werden.

12: Bargfeld-Stegen hofft auf Markt-Treff und reißt Feuerwache ab

Die Einwohner von Bargfeld-Stegen vermissen einen Supermarkt in der Gemeinde. Das in einem Bürgerworkshop erarbeitete Ortsentwicklungskonzept sieht auch einen Markt-Treff vor. Bis zum Frühjahr sollen Arbeitsgruppen alle Anregungen zusammentragen, um das Konzept abzuschließen. Im Januar wird das alte Feuerwehrgerätehaus abgerissen, um an gleicher Stelle ein modernes Gebäude für rund 1,7 Millionen Euro zu errichten.

13: Elmehorst erfasst Grundstücke für die Regenwassergebühr

Die Regenwassergebühr ist in Elmenhorst beschlossene Sache. Nun geht es darum, die Größe der Grundstücke für die Berechnung zu erfassen. Dazu erstellt die Gemeinde einen Generalentwässerungsplan.

14: Jersbek erweitert Feuerwache und kauft neues Einsatzfahrzeug

280.000 Euro sind für Umbau und Erweiterung der Feuerwehrwache im Jersbeker Ortsteil Klein Hansdorf/Timmerhorn eingeplant. Dazu kommen 325.000 Euro für die Anschaffung eines neuen Feuerwehrautos.

15: Todendorf verhandelt über Ankauf des Kirchengrundstücks

Die Schließung der evangelischen Kirche in Todendorf ist beschlossene Sache. Die Gemeinde möchte das Gebäude abreißen und auf dem Vorplatz ein neues Feuerwehrgerätehaus errichten. Die Gespräche mit dem Kirchenkreis starten dazu Anfang des neuen Jahres.

Das sagen Bargteheider dazu

„Liebenswerter Ort“

Beatrice Wagner (48), Kindergärtnerin aus Bargteheide, erhofft sich für das kommende Jahr etwas mehr Zeit für sich und ihre Familie. „Gerade in so schnelllebigen und hektischen Zeiten bedeuten Zeit und Muße für mich Lebensqualität“, sagt Wagner. „Vielen Menschen ist das nicht vergönnt.“

Für sie ist Bargteheide eine liebenswerte Kleinstadt, in der sie gern lebt. Die gute Infrastruktur des 16.300-Einwohner-Ortes und das vielfältige Angebot an Geschäften tragen dazu bei. Gerade junge Familien fühlten sich hier wohl. Auch das Konzept der Kinderbetreuung sei gut, da die Verwaltung bemüht sei, sich auf die Bedürfnisse ihrer Bürger einzustellen. Dass die Stadt kontinuierlich in den Ausbau und die Qualität ihrer Schulen investiert, sieht sie positiv. „Jedes Kind sollte die Chance auf eine gute Bildung erhalten“, sagt Beatrice Wagner.

„Weiter integrieren“

Michael Markscheffel (57), selbstständiger Unternehmer aus Bargteheide, legt viel Wert auf Toleranz. „Wir dürfen uns von der allgegenwärtigen Gewalt nicht einschüchtern lassen. Es ist die Pflicht der Politik, aber auch von jedem einzelnen Bürger, den Kulturen unserer Welt mit Respekt und Anerkennung zu begegnen“, sagt Markscheffel.

„Ein Zusammenleben mit Menschen, die eine andere Lebensweise haben, ist vielleicht nicht von Beginn an leicht, aber auf jeden Fall eine Bereicherung.“ In Bargteheide sei die Willkommenskultur gut. Die Stadt habe in den vergangenen Jahren viel Kraft und Geld in die Aufnahme der Flüchtlinge investiert. Dazu habe auch das großartige Engagement der Bürger beigetragen. Markscheffel: „Aber der Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen. Es gilt, die Menschen wirklich in unsere Mitte zu integrieren.“

„Weltoffen leben“

Julia Otto (17), Schülerin aus Bargteheide, wünscht sich persönlich für das kommende Jahr eine nicht zu anstrengende Vorbereitungszeit auf die Prüfungen und ein gutes Abitur. Nach dem Ende ihrer Schulzeit möchte sie erst mal einige Monate entspannt die Welt bereisen, andere Länder und Kulturen kennenlernen.

„Bildung ist ein wichtiges Gut“, sagt die politisch interessierte Abiturientin. „Ebenso wie Toleranz und Offenheit anderen Menschen und Kulturen gegenüber, unabhängig davon, wo sie auf der Welt leben.“

Im Hinblick auf die Bundestagswahl im kommenden Jahr ist ihr ein umsichtiger Wahlausgang mit einem globalen Weltverständnis wichtig. „Deutschland sollte ein weltoffenes Land bleiben mit einer Willkommenskultur, wo Menschen aus Kriegsländern sich sicher und zu Hause fühlen können.“

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