Stormarn
Kahlschlag

Oststeinbek: Naturfreunde kritisieren Fällaktion

Karin Plokarz vom BUND ist entsetzt über den Kahlschlag

Karin Plokarz vom BUND ist entsetzt über den Kahlschlag

Foto: Susanne Tamm / BGZ

Nach dem Kahlschlag an der Glinder Au in Oststeinbek sorgen sich die Naturschützer um den weiteren Baumbestand.

Oststeinbek.  Die Naturschützer lassen nicht locker in Bezug auf eine Baumfällaktion in Oststeinbek. Wie berichtet , hatte ein Grundstückseigentümer ein altes Haus abgerissen und mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde eine Weide gefällt. Zudem rodete er Bäume auf dem gesamte Areal und entnahm an der Uferlinie zudem Erdreich.

Nun hat sich auf Nachfrage auch die Untere Wasserbehörde zu dem Kahlschlag an der Mühlenstraße auf dem Areal direkt an der Glinder Au geäußert. „Ich war noch vor dem Eingriff vor Ort“, sagte Volker Terppé, Ingenieur der Wasserbehörde. „Für unsere Behörde habe ich dort keinen Handlungsbedarf gesehen. Denn dort werden keine wasserrechtlichen Belange berührt.“ Hätte der Eigentümer eine massive Uferbefestigung oder eine bauliche Veränderung geplant, wäre dies genehmigungspflichtig gewesen. „Ich bin nur für den Wasserbeereich zuständig“, erklärt Volker Terppé. Jochen Bloch, der Leiter der Ortsgruppe des Bundes Umwelt und Naturschutz (BUND), zeigt sich hingegen empört. Er sagt: „Das Problem ist doch, dass an der Glinder Au scheinbar jeder machen kann, was er will. Denn es fühlt sich ja offenbar niemand zuständig: Die Wasserbehörde ist nur für das Wasser zuständig, die Untere Naturschutzbehörde nur für die Bäume.“ Um den Rest schere sich niemand.

„Das Ergebnis dieser Aktion ist doch, dass es immer so weiter geht“, sagt Naturschützer Bloch. „Es wird immer weiter zersiedelt und in der Folge gibt es immer weniger Bäume.“ Jochen Bloch will sich in den kommenden Tagen mit den Biologen der Ortsgruppe absprechen, ob doch noch etwas unternommen werden könne.