Stormarn
Bauausschuss

So will Ahrensburg fahrradfreundlicher werden

Dieser Vorentwurf zeigt das geplante Fahrradparkhaus am Ahrensburger Bahnhof am Standort des bisherigen Taxistands

Dieser Vorentwurf zeigt das geplante Fahrradparkhaus am Ahrensburger Bahnhof am Standort des bisherigen Taxistands

Foto: WRS Architekten und Stadtplaner / HA

Bauausschuss stimmt für 140 neue Abstellplätze am Bahnhof. Ein Parkhaus soll auf dem Gelände des bisherigen Taxistandes entstehen.

Ahrensburg.  Sie beschäftigt Bürger, Politik und Verwaltung seit vielen Jahren und ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen: die Verkehrssituation in Ahrensburg. Die Hauptstraßen und -kreuzungen in der Stadt sind oft überlastet, es wird nach Lösungen gesucht, den Autoverkehr zu reduzieren. Der Bauausschuss hat nun Beschlüsse gefasst, die den Radverkehr stärken und das Umsteigen auf das Fahrrad attraktiver machen könnten.

So wurde bei den Beratungen für den Haushalt 2017 ein Antrag der WAB angenommen, der den Bau von 140 Abstellplätzen für Fahrräder für 100.000 Euro vorsieht. Demnach sollen 100 neue Plätze auf dem städtischen Grundstück an der Ladestraße auf der Südseite des Bahnhofes entstehen. Weitere 40 Plätze sind auf der Nordseite entlang der Bahnhofstraße durch den Ersatz veralteter Abstellbügel, eine Neuordnung der Plätze im Parkhaus Alter Lokschuppen sowie zusätzliche Plätze an der Unterführung und am Grünstreifen vorgesehen. Auf Antrag der SPD wurde der WAB-Vorschlag dadurch ergänzt, dass die neuen Abstellplätzen möglichst überdacht sein sollen.

Durschnittlich werden 350 Räder an der Straße abgestellt

„Es gibt einen Notstand bei den Fahrradabstellplätzen an der Ladestraße auf der Südseite des Bahnhofs“, begründet Peter Egan (WAB) auf Nachfrage des Abendblatts den Antrag seiner Fraktion. Er habe die Abstellplätze rund um den Bahnhof im Sommer selbst gezählt und festgestellt, dass an der Ladestraße 190 Plätze vorhanden seien, aber durchschnittlich 350 Räder an der Straße abgestellt werden.

Ein weiterer Grund für den WAB-Antrag war, dass die Wählergemeinschaft nicht mit einem Bau des geplanten Fahrradparkhauses am Bahnhof in den nächsten Jahren rechnet. „Das ist ein komplexes und finanziell aufwendiges Projekt“, sagt Egan. Die neuen Abstellplätze sollen eine schnellere Lösung für die Radfahrer sein.

Fahrradparkhaus kostet rund 2,3 Millionen Euro

Die Planung des Fahrradparkhauses hatte der Bauausschuss im Oktober 2015 beschlossen. Es soll zwischen Bahnhof und Altem Lokschuppen auf dem Gelände des bisherigen Taxistandes entstehen, Platz für 712 Räder haben und rund 2,3 Millionen Euro kosten. Das Parkhaus ist eine der 55 Maßnahmen des Innenstadtkonzeptes, für die die Stadt Fördermittel von Bund und Land erhalten will. Daher wartet sie derzeit noch auf eine Nachricht vom Land, ob das Konzept gefördert wird.

Die Planungen für das Fahrradparkhaus wurden vom Bauausschuss diese Woche bekräftigt. So stieß der Vorschlag der WAB auf Ablehnung, die eingeplanten 100.000 Euro für die Abstellplätze durch eine Streichung der Planungskosten für das Fahrradparkhaus im Haushalt 2017 zu finanzieren. Sie nahm diesen Vorschlag daher zurück, die 100.000 Euro müssen nun zusätzlich im Haushalt bereitgestellt werden.

Radweg Katzenbuckel soll fertig gestellt werden

Ebenfalls auf Antrag der WAB beschloss der Bauausschuss, dass der Radweg Katzenbuckel fertig gestellt werden soll. Dafür bewilligte der Ausschuss 260.000 Euro für die Jahre 2017 und 2018. Der Radweg ist Teil einer Route von Ahrensburg-West in Richtung Gartenholz/Gewerbegebiet Nord. Ein erstes Teilstück wurde 2014 gebaut. Nun soll die 420 Meter lange Lücke bis zum Wulfsdorfer Weg geschlossen werden.

Der Bauausschuss nahm zudem einen Antrag der Grünen an, 2017 und 2018 jeweils 100.000 Euro für dass Radverkehrskonzept in den Haushalt einzustellen. Das 2013 beschlossene Konzept sieht den Ausbau und die Erneuerung von Radwegen vor. „Der Beschluss stellt den alten Zustand wieder her“, sagt Jörg Hansen, Stadtverordneter der Grünen. Bis 2015 habe es Geld für das Radverkehrskonzept im Haushalt gegeben, 2016 sei dieses zugunsten der Sanierung der Radwege an der Manhagener Allee gestrichen worden. Nach den Vorstellungen der Grünen sollen die nun eingeplanten 200.000 Euro vor allem für den Ausbau des Wulfsdorfer Weges nach Wulfsdorf und Abstellanlagen an den U-Bahnhöfen verwendet werden.

Auf Zustimmung stoßen die Beschlüsse des Bauausschusses beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). „Wir hoffen, dass es nun sichtbare Ergebnisse des beschlossenen Radverkehrskonzeptes geben wird“, sagt Jürgen Hentschke, Sprecher der Ahrensburger ADFC-Ortsgruppe. Er bemängelt, dass Radfahrer in Ahrensburg oft zu wenig Platz hätten und viele Radwege in schlechtem Zustand seien. Henschke: „In den vergangenen Jahren hat sich dies nicht viel verbessert.“