Finanzielle Unterstützung

Oldesloer ringen um nachhaltiges Stadtmarketing

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Trotz laufenden Weihnachtsgeschäfts beraten die  Unternehmer Frank Schmüser (v. l.), Katrin von Hinüber und Holger Mahlke mit Nicole  Brandstetter und Angela Dittmar von Prodibra über ihre Kampagne

Trotz laufenden Weihnachtsgeschäfts beraten die Unternehmer Frank Schmüser (v. l.), Katrin von Hinüber und Holger Mahlke mit Nicole Brandstetter und Angela Dittmar von Prodibra über ihre Kampagne

Foto: Sebastian Knorr / HA

Ein Antrag der Kaufleute auf finanzielle Unterstützung ist zunächst gescheitert. Nun soll ein Schreiben an Stadt und Politik helfen.

Bad Oldesloe.  Zwei rote Sterne hängen im Fenster des Gasthauses Wiggers. Daneben ein Weihnachtsbaum. Besinnlich geht es hier allerdings nicht zu. Und mit dem Weihnachtsbaum solle die Marketing-Kampagne, deren Initiatoren, wie berichtet, bei der Stadt knapp 30.000 Euro beantragt haben, auch nicht in Verbindung gebracht werden. „Wir wollen keine Geschenke“, sagt Nicole Brandstetter von der Agentur Prodibra, deren Shopping-Kampagne „Ich bin für Einkaufen in Bad Oldsloe“ seit knapp zwei Jahren den Einzelhandel in der Kreisstadt beleben soll.

Mittwochabend wurde in der Stadtverordnetenversammlungdie über den Antrag beraten. Entschieden wurde nichts. Aus formalen Gründen wurde der Antrag zurückgenommen, sagt Bürgermeister Jörg Lembke. Ein Entschluss könne nur der Hauptausschuss fassen. Und dort hatten sich zwei Anträge zum Thema gegenseitig ausgehebelt. Grund für die Streitigkeiten war unter anderem eine genaue und transparente Kostenaufstellung der Marketing-Agentur. Dass sich der Hauptausschuss Ende Januar erneut mit dem Antrag befasst, gilt als wahrscheinlich. Prodibra muss solange mit knapp 50.000 Euro planen, Geld von etwa 80 Kaufleuten in Bad Oldesloe.

Abstriche innerhalb der Aktionen notwendig

„Unsere Arbeit läuft ganz normal weitert“, sagt Nicole Brandstetter, „allerdings müssen wir innerhalb unserer Aktionen dann Abstriche machen.“ Die Aktionen sind zum Beispiel große Einkaufstaschen in der Innenstadt, Plakate und Internetauftritte wie www.ich-kauf-in-od.de. Auch ein Gutscheinheft ist geplant. Die Agentur ist von deren Wirkung überzeugt. „Wir haben unser Marketing durch Umfragen begleitet“, sagt Brandstetter, die Ergebnisse seien positiv ausgefallen.

Positive Rückmeldung habe man auch von der Politik bekommen. Besonders überzeugt sind die Händler selbst, drei von ihnen sitzen heute mit am Tisch. Knapp 50 haben einen Letter of Intent unterzeichnet, eine Absichtserklärung, sich am „Aufbau eines langfristig angelegten und institutionalisierten Stadtmarketings“ ideell und finanziell zu beteiligen. Dazu müssten Bürger, Wirtschaft, Verwaltung und Politik zusammenarbeiten. Zudem brauche es einen professionellen und externen Dienstleiser, der über „die notwendige Kreativität, Flexibilität und Reaktionsschnelligkeit“ verfüge. All das könne „von einem Stadtmarketing als Teil der Stadtverwaltung nicht geleistet werden.“

„Wir können das, dass haben wir gezeigt“, sagt Holger Mahlke, der Hörgeräte-Akustiker ist seit 19 Jahren Unternehmer in Bad Oldesloe. Der Zuspruch von mehr als 80 Unternehmern spreche für sich. Mehr Zusammenarbeit bringe „Vorteile für alle“. Mahlke denkt in Richtung der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn. Die ist privatwirtschaftlich organisiert, arbeitet zudem mit Mitteln des Kreises. Die Kaufleute beraten bereits darüber, wie eine Institutionalisierung aussehen könnte. Nach dem Jahresabschluss Mitte Januar 2017 sollen die Ideen langsam Gestalt annehmen. Wann genau? Das steht noch in den Sternen. Die zwei Sterne, die bei Wriggers im Fenster hängen, sind übrigens Teil der eigenen Marketingkampagne.

( kno )

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