Stormarn
Rohrbogenwerk

Ahrensburger soll wegen Baumfällung Bußgeld zahlen

Im April 2015 wurden mehrere Bäume auf dem Gelände des Rohrbogenwerks gefällt

Im April 2015 wurden mehrere Bäume auf dem Gelände des Rohrbogenwerks gefällt

Foto: Astrid Hansen

Kreis Stormarn hat gegen Kroschke für die Rodung am Rohrbogenwerk ein Bußgeld verhängt. Unternehmer hat dagegen Einspruch eingelegt.

Ahrensburg.  Sie haben für Wirbel gesorgt, die Rodungsaktionen auf zwei Grundstücken in Ahrensburg an der Straße Am Kratt und am ehemaligen Rohrbogenwerk. Beide Areale gehören der Ahrensburger Unternehmerfamilie Kroschke. Und bei beiden bestehen der Verdacht und die Anschuldigung, dass dort geschützte Bäume ohne Genehmigung der Stadt gefällt wurden. Die Stadt Ahrensburg und der Kreis hatten daher entsprechende Verfahren eingeleitet.

Was die im April 2015 gefällten Bäume am Rohrbogenwerk betrifft, so wurde inzwischen ein Bußgeld vom Kreis Stormarn gegen den Grundstückseigentümer verhängt. Die Fläche gehört einer Immobilienfirma, deren Geschäftsführer Christopher Kroschke ist. Dieser bestätigt auf Abendblatt-Anfrage, dass gegen ihn ein Bußgeldbescheid erlassen wurde, ebenso Anja Kühl, Leiterin des Fachbereichs Ordnung des Kreises.

Über die Höhe des Bußgeldes wollten beide Seiten keine Angaben machen, aus Gründen des Datenschutzes und weil das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist. „Herr Kroschke hat Einspruch eingelegt“, sagt Anja Kühl, „wir prüfen derzeit, ob wir dem stattgeben oder an unserem Bescheid festhalten.“

Firma hat bereits Ersatzbäume pflanzen lassen

Laut Kühl hat der Kreis festgestellt, dass Christopher Kroschke am Rohrbogenwerk fahrlässig ohne Erlaubnis geschützte Bäume gefällt und eine Ordnungswidrigkeit begangen hat. Das dafür mögliche Bußgeld kann nach dem Landesnaturschutzgesetz bis zu 50.000 Euro betragen. „Ich bleibe bei meiner Auffassung, dass es sich um ein Missverständnis gehandelt hat“, sagt Christopher Kroschke zu dem Fall.

Der Unternehmer gibt aber auch zu: „Es war sicherlich ein Fehler, die Bäume am Rohrbogenwerk zu fällen. Daher habe ich selbstverständlich auch die Ersatzpflanzungen vorgenommen.“ Letztere wurden von der Stadt Ahrensburg verfügt. „Die Ersatzpflanzungen sind weitgehend erfolgt“, sagt Annette Kirchgeorg vom Fachdienst Umwelt, „auf einem anderen Privatgrundstück in Ahrensburg.“ Noch ausstehende Ersatzbäume sollen am Rohrbogenwerk gepflanzt werden. Zur Zahl der Ersatzbäume sowie der gefällten Bäume gaben weder Kroschke noch die Stadt Auskunft.

Was die im Herbst dieses Jahres erfolgten Rodungsarbeiten auf einem Grundstück an der Straße Am Kratt betrifft, so prüft die Stadt weiterhin, ob Eigentümer Christoph Kroschke, Vater von Christopher, dort rechtswidrig Bäume gefällt hat. Nach Angaben der Stadt geht es unter anderem darum, ob die Fläche rechtlich als Waldgebiet anzusehen ist und nach dem Landeswaldgesetz beurteilt werden muss. Christoph Kroschke weist alle Vorwürfe zurück. Er habe keine Bäume, sondern nur erheblichen Wildwuchs entfernen lassen.