Stormarn
Ortsteil Rehagen

Ammersbeker Politiker bremsen Bauvorhaben

Henning Witt von der Firma Tomczak Bauträger, die in Ammersbek bauen will

Henning Witt von der Firma Tomczak Bauträger, die in Ammersbek bauen will

Foto: Marc R. Hofmann / HA

Bauträger und Verwaltung finden es unverständlich, dass Gemeindevertretung gegen langdiskutierte Planung im Ortsteil Rehagen stimmte.

Ammersbek.  Das Verfahren war ungewöhnlich, der Ausgang überraschend. Unmittelbar vor der Gemeindevertretung war in Ammersbek eine Sondersitzung des Bauausschusses anberaumt worden, die nur einen Tagesordnungspunkt behandelte. Es ging um den Entwurfs- und Auslegungsbeschluss für die 4. Änderung des Bebauungsplans A17, ein Areal im Ortsteil Rehagen südlich des Dorfkrugs an der Alten Landstraße.

Erstaunlicherweise stimmten beide Gremien konträr über die Vorlage ab, die Ergebnis einer Diskussion aller Beteiligten war. Der Bauausschuss stimmte der Änderung des B-Plans zu, die Gemeindevertretung dagegen folgte – mit den Stimmen der SPD-Mehrheitsfraktion – einem FDP-Antrag und forderte den Investor auf, ein Detail seiner Planung zu ändern. Strittiger Punkt ist der Weg zu einem Haus am Rand des Neubau-Ensembles, das nicht über eine Stichstraße, sondern über den Heideweg erreichbar sein sollte, womit die Gemeindevertretung nicht einverstanden war.

Eine weitere Planänderung komme nich in Frage

Investor und Verwaltung reagierten konsterniert auf diese Entscheidung. „Wir haben in drei Bauausschusssitzungen und am Runden Tisch mit Anliegern, Politik und Verwaltung an einem Entwurf gearbeitet, der alle Interessen berücksichtigt. Jetzt soll das an einer Kleinigkeit scheitern, an der Erschließung eines Hauses über den Heideweg, der dadurch kaum mehrbelastet würde“, sagt Henning Witt vom Bauträger Tomczak. Eine weitere Planänderung komme für sein Unternehmen nicht in Frage, weil darüber erst in der Gemeindevertretung im März entschieden werden könnte und das den Baubeginn unnötig um ein weiteres halbes Jahr verzögern würde.

Witt kündigte an, jetzt Bauanträge entsprechend dem noch gültigen B-Plan für das Areal zwischen der Straße Langen Oth, Heideweg und Strusbek zu stellen. Das Ammersbeker Bauamt bestätigte, dass Baurecht bestehe und ein Antrag innerhalb eines Monats genehmigt würde. Tomczak könnte bereits im Februar starten. Henning Witt: „Ende 2017 wären die ersten Häuser bezugsfertig.

Für den Bauträger bedeutet der Verzicht auf die B-Plan-Änderung eine Reduzierung von zwölf auf elf Gebäude (24 statt 22 Wohneinheiten). Bedauerlich für die Gemeinde, dass er entsprechend dem alten B-Plan nur 25 PKW-Stellplätze statt avisierter 44 bauen kann. Außerdem wird (und darf) er vier alte Bäume fällen. Im modifizierten Plan hätten diese erhalten werden können, und es sollten sogar 26 neue gepflanzt werden.

„Ich halte die neue Planung für den städtebaulich besseren Entwurf, von dem Ammersbek im Zuge der Innenverdichtung zugunsten junger Familien profitiert hätte“, sagt Bürgermeister Horst Ansén. Henning Witt mutmaßt, dass nicht allen Gemeindevertretern die Tragweite ihrer Entscheidung bewusst gewesen sei. Er räumt ein, dass seine Firma gesprächsbereit wäre, wenn von der Politik eine rasche Korrektur signalisiert würde. „Aber die Zeit drängt.“