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Kinderbetreuung

Problem-Nager: Haselmaus verzögert Kita-Neubau in Trittau

Ein kleines Tier sorgt für großen Ärger: Die Haselmaus wiegt bis zu 40 Gramm und wird knapp 15 Zentimeter lang.

Ein kleines Tier sorgt für großen Ärger: Die Haselmaus wiegt bis zu 40 Gramm und wird knapp 15 Zentimeter lang.

Foto: Getty Images / Universal Images Group/Getty Images

Kleine Tiere, großer Ärger: Zauneidechsen und Haselmäuse könnten dem Neubau einer Kindertagesstätte in Trittau im Weg sein.

Rund 100 Kindern soll die für den Süden Trittaus geplante Kita Platz bieten. Dafür hat die Gemeinde ein rund 8000 Quadratmeter großes Grundstück zwischen der Lessingstraße, der Schillerstraße und dem Goethering vorgesehen, auf dem sich zurzeit noch ein Bolzplatz befindet. Doch nun könnten Haselmäuse und Zauneidechsen das Vorhaben der Verwaltung durchkreuzen.

Darüber berichtete Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch (parteilos) bei der jüngsten Einwohnerversammlung. Rund 60 Trittauer waren zu dem Termin im Sitzungssaal der Gemeindeverwaltung am Europaplatz gekommen. „Es handelt sich hierbei um ein sogenanntes Erwartungsgebiet“, sagte Mesch und erntete damit bei den Anwesenden vor allem Lacher. Denn ob die Tiere tatsächlich auf dem Gelände vorkommen, ist bislang noch ungewiss. Während schon in den kommenden Wochen festgestellt werden soll, ob sich Haselmäuse auf dem Gelände befinden, ist dies bei Zauneidechsen erst wieder im Frühjahr möglich. Zudem stufte die Untere Forstbehörde den Grünstreifen südlich des Geländes, auf dem der Bolzplatz hätte verlegt werden sollen, als Wald ein. Mesch: „Der zeitnahe Bau der Kita ist damit nicht mehr gegeben.“

Der Bedarf an Kita-Plätzen steigt

Schon in den vergangenen Monaten hatte der geplante Standort für Ärger gesorgt: Aus Angst vor einem Verkehrschaos und einer zu großen Lärmbelästigung hatten Anwohner eine Initiative gegründet und rund 150 Unterschriften gegen den Bau der Kita gesammelt.

Doch die Zeit drängt, wie Bürgermeister Mesch weiß: „Viele Eltern wünschen sich heutzutage, dass ihr Kind ab einem Alter von einem Jahr einen Krippenplatz erhält.“ Für das kommende Jahr stehen bereits rund 30 Kinder auf Wartelisten. Über 75 Krippenplätze für Kinder von ein bis drei Jahren verfügt die Gemeinde aktuell. „Der Bedarf wird weiter steigen“, sagt Mesch.

Bürgermeister stellt Übergangslösung in Aussicht

Er will nun die Einrichtung eines Provisoriums vorantreiben. Hierfür ist bereits eine Immobilie vorgesehen, in der voraussichtlich ab April 2017 zwei Krippengruppen untergebracht werden könnten. Näheres will der Verwaltungschef noch nicht verraten, nur so viel: „Ich denke, wir haben damit eine kostengünstige und charmante Übergangslösung gefunden, die zeitnah realisiert werden kann.“ Die genauen Pläne sollen bei der Gemeindevertretersitzung am Donnerstag, 15. Dezember, vorgestellt werden. Die Entscheidung für eine von der CDU vorgeschlagene provisorische Container-Lösung für bis zu 40 Kinder an der Großenseer Straße hatten die Gemeindevertreter von SPD und Grünen im Mai gekippt.

Für eine langfristige Lösung zieht Mesch einen Standort an der Hamburger Straße in Betracht. Er sagt: „Bei der Planung des neuen Markant-Marktes werden wir auch den möglichen Bau einer Kita mit einbeziehen.“ Wie berichtet, konnte der jahrelange Streit um die Standorte der Supermärkte beigelegt werden. Auch dies stellte die Verwaltung den Trittauern bei der Einwohnerversammlung vor.

Edeka-Markt soll zum Schützenplatz ziehen

Am südlichen Ortsausgang sollen die Betreiber des Markant-Marktes eine Verkaufsfläche von rund 1800 Quadratmetern erhalten. Der Edeka-Markt soll auf das an den Schützenplatz angrenzende Gelände der ehemaligen Meierei ziehen. Den jetzigen Edeka-Standort an der Schulstraße will Aldi übernehmen. Damit kann der Discounter seine Verkaufsfläche um etwa 350 Quadratmeter erweitern. Auch Famila bietet seinen Kunden mit einem Standortwechsel etwa 1000 Quadratmeter mehr Platz. Mit dem Umzug aus dem Gewerbegebiet in die Großenseer Straße rückt der Supermarkt zudem näher ins Zentrum der Gemeinde.

Warum diese Standortwechsel für die Supermärkte so wichtig sind, erklärt Bürgermeister Oliver Mesch so: „Kunden wünschen sich moderne Märkte mit einem vielseitigen Sortiment.“ Er glaubt, dass dieser Umbruch auch für die Gemeinde sehr gewinnbringend ist. Mesch: „Die Attraktivität unseres Ortes wird dadurch deutlich gesteigert.“