Stormarn
Aktion in Ahrensburg

Gewalt gegen Frauen kommt nicht in die Tüte

Michael Sarach mit Unterstützerinnen des Frauenhauses

Michael Sarach mit Unterstützerinnen des Frauenhauses

Foto: Marc R. Hofmann / HA

Frauenhaus-Mitarbeiterinnen wollen in Ahrensburg für das Thema sensibilisieren und Hilfsangebote für Opfer aufzeigen.

Ahrensburg.  Mitarbeiterinnen des Stormarner Frauenhauses haben am Mittwoch unter dem Motto „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ Brötchentüten mit der Nummer eines Hilfetelefons für Frauen und Mädchen auf dem Ahrensburger Rondeel verteilt. Aus Anlass des „Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ wollten sie Mitbürger für das Thema sensibilisieren und über Unterstützungsangebote aufklären. „Besonders Migrantinnen wissen oft nicht, an wen sie sich wenden sollen“, sagte die Ecuadorianerin Patricia Zimmermann von der internationalen Frauengruppe Ahrensburg.

Sarach beklagt Versäumnisse beim sozialen Wohnungsbau

„Das beste Frauenhaus ist das, das nicht gebraucht wird“, sagte Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach anlässlich der Aktion. Dass es gebraucht wird, belegt die hohe Auslastung von mehr als 90 Prozent, wie die Mitarbeiterin Claudia Rattmann erklärte. Das Haus in Stormarn, das dieses Jahr 20. Geburtstag feiert, bietet Platz für 14 Frauen und Kinder und platze im Moment aus allen Nähten. Im Notfall werde aber immer eine Lösung gefunden.

Ein großes Problem sei, für die Betroffenen nach deren Aufenthalt im Frauenhaus günstigen Wohnraum zu finden. „Frauen, die von Gewalt bedroht sind, müssen häufig den Wohnort wechseln, verlieren Job, soziales Umfeld, Kita-Platz der Kinder und den Zugriff auf Ersparnisse.“ Entsprechend schwer hätten sie es auf dem Wohnungsmarkt – trotz guter Zusammenarbeit mit den Behörden, wie die Sozialpädagogin betont. Sarach kennt die angespannte Situation: „Versäumnisse aus 20 Jahren im sozialen Wohnungsbau können nicht so einfach aufgeholt werden.“ Entlastung entstehe aber zumindest mittelfristig durch ein Bauvorhaben an der Kastanienallee, wo 100 öffentlich geförderte Wohnungen bis 2018 gebaut werden sollen.

Wichtig ist den Initiatoren, dass das Infotelefon und andere Angebote auch von älteren Frauen genutzt wird, bei denen Übergriffe länger zurückliegen, so Rattmann. Ähnliche Aktionen der Beratungsstellen mit Unterstützung der Bäckereien sind in den nächsten Tagen in Stormarn kreisweit geplant.

Das Hilfetelefon bei Gewalt gegen Frauen erreichen Sie rund um die Uhr kostenfrei unter der Nummer 08000/11 60 16.