Stormarn
Kommunalpolitik

Diskussion: Reinbeker streiten über Wohnungsbau

Bürgermeister Björn Warmer begrüßt die Reinbeker

Bürgermeister Björn Warmer begrüßt die Reinbeker

Foto: Anne Müller / BGZ

Wie soll Reinbek in 20 Jahren aussehen? Bei einer Einwohnerversammlung diskutieren rund 120 Bürger über die Zukunft der Stadt.

Reinbek.  Wie soll Reinbek in 20 Jahren aussehen? Darüber diskutierten rund 120 Bürger bei einer Einwohnerversammlung im Rathaus. Zunächst informierte Bürgermeister Björn Warmer über Fakten zur Einwohnerentwicklung, Pendlern und Wohnungsbau. In der Debatte zeichnete sich ab, dass das Holzvogtland wieder für die politische Diskussion um künftige Wohnbauflächen salonfähig ist.

Seit dem Bürgerentscheid gegen ein Bauprojekt in Reinbeks Mitte südlich der Sachsenwaldstraße war die Freifläche für Wohnungsbau tabu. „Das ist jetzt 17 Jahre her. Seitdem hat sich eine Menge geändert. Das Holzvogtland ist ein Bereich, den man sich ansehen könnte“, sagte Warmer. Er plädierte dafür, die Fläche für einen moderaten Wohnungsbau in Betracht zu ziehen. Vorbild könne das Neubauprojekt Schröders Koppel in Neuschönningstedt sein. Landwirt Kai Dusenschön, der mit Hauke Schröder die Idee für das Neubaugebiet mit Verwaltung und Politik entwickelt hatte, freute sich über das Lob, sagte: „Das Holzvogtland ist der letzte große Wurf, den wir noch haben. Wir sollten überlegen, was dort passieren sollte.“ Er träume von Sportstätten, Kitas, Schulen und einer lebendigen Einkaufsmeile in Reinbeks Mitte. Auch ehemalige Mitglieder der Initiative gegen das Holzvogtland räumten ein: „Wenn es nicht so geplant wird wie 1999 mit 1250 Wohneinheiten, kann man darüber reden.“ Im Publikum wurden Befürchtungen vor einem Verkehrsinfarkt der schon jetzt überlasteten Pendlerstraßen laut. „Bei Planungen muss berücksichtigt werden, dass 800 Einwohner mehr etwa 3000 Autofahrten mehr pro Tag mit sich bringen“, gab ein Reinbeker zu Bedenken.

Auch wollten viele Bauamtsleiter Sven Noetzel nicht folgen, der eine schrumpfende Einwohnerzahl prognostizierte. „Wenn bei uns in Hinschendorf ein Haus von alleinstehenden Senioren verkauft wird, zieht eine Familie ein. Das heißt, wir haben eine Verjüngung“, hielt ein Anwohner entgegen. Noetzel konterte mit Statistik: „90 Wohnungen müssten Sie pro Jahr bauen, um die Einwohnerzahl in 15 Jahren noch zu halten.“