Stormarn
Kommunalpolitik

Ahrensburg: Neues Granulat für Kunstrasenplatz

Günter Feigl, Leiter der Fußballsparte des SSC Hagen Ahrensburg, auf dem Kunstrasen, der nicht bespielbar ist

Günter Feigl, Leiter der Fußballsparte des SSC Hagen Ahrensburg, auf dem Kunstrasen, der nicht bespielbar ist

Foto: René Soukup / HA

Gekaufte Material war belastet. Ahrensburger Politiker geben bis zu 91.500 Euro frei. Granulat ist bis Mitte Dezember aufgetragen.

Ahrensburg.  Die Sanierung des Kunstrasenplatzes vom SSC Hagen Ahrensburg kann weitergehen. Die Ahrensburger Stadtverordnetenversammlung hat jetzt den Weg dafür freigemacht, dass die Verwaltung neues Granulat kaufen kann, um möglichst schnell den Platz fertigzustellen. Einstimmig votierten die Politiker dafür, der Verwaltung „überplanmäßig“ bis zu 91.500 Euro zur Verfügung zu stellen.

Diese Mehrausgaben werden notwendig, weil in dem bereits angeschafften „SBR“-Granulat, das auf dem Kunstrasen verteilt werden sollte , potenziell krebserregende Schadstoffe nachgewiesen wurden. Das Material besteht aus recycelten alten Autoreifen. Die Stadt hatte nach Angaben von Bürgermeister Michael Sarach zwei Tage vor dem geplanten Ausbringen des Granulats Hinweise auf mögliche Gefahrstoffe erhalten. Daraufhin wurde der Bau zunächst gestoppt, Experten wurden mit einer Untersuchung des Granulats beauftragt. Das Ergebnis: die Grenzwerte einer europäischen Verordnung wurden für drei Schadstoffe überschritten. Diese Richtlinie sei, so Michael Sarach, zwar noch nicht verbindlich und das Verwenden des SBR-Granulats somit auch nicht verboten. Dennoch empfahl das von der Stadt mit dem Gutachten beauftrage Büro für Geologie und Umwelt (BGU), das Granulat nicht zu verwenden. Zu dieser Empfehlung kam auch das ebenfalls befragte Umweltministerium des Landes Schleswig-Holstein.

Spiel- und Trainingsbetrieb sind erheblich beeinträchtigt

Nun soll ein anderes Granulat angeschafft und ausgebracht werden. Im Gespräch ist jetzt das schwefelvernetzte EPDM-Granulat. Ziel ist es, die Arbeiten möglichst schnell abzuschließen. Denn der Spiel- und Trainingsbetrieb des SSC Hagen ist durch die lang andauernde Sperrung des Platzes erheblich beeinträchtigt. Die Verwaltung geht davon aus, dass bei günstiger Wetterlage das neue Granulat bis Mitte Dezember aufgetragen werden kann.

Wegen der „Dringlichkeit“ hatte die Verwaltung das Thema auf die Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung gesetzt, ohne dass es zuvor in den Ausschüssen diskutiert werden konnte. Die Politiker waren sich auch ohne eine solche Diskussion einig, dass das geplante Vorgehen richtig sei. Es gab lediglich eine Wortmeldung zu dem Thema, in der FDP-Fraktionschef Thomas Bellizzi nicht über den Vorgang als solchen sprach, sondern heftig die Berichterstattung im Hamburger Abendblatt kritisierte – insbesondere die Überschrift „Krebsgift im Kunstrasen – Ahrensburg schießt Eigentor.“