Stormarn
Bad Oldesloe

Neues Portal weist Bürgern den Weg durch Stormarn

Martin Mandel (l.) und Manfred Charnetzki vom IT-Verbund Stormarn präsentieren das überarbeitete Geodatenportal für Stormarn

Martin Mandel (l.) und Manfred Charnetzki vom IT-Verbund Stormarn präsentieren das überarbeitete Geodatenportal für Stormarn

Foto: Dorothea Benedikt / HA

Auf der interaktien Karte werden Kulturstätten, öffentliche Einrichtungen oder Bebauungspläne angezeigt. 2500 Pläne eingescannt.

Bad Oldesloe.  Hobby-Historiker, die altes Kartenmaterial studieren wollen, Eltern, die einen Kitaplatz in der Nähe suchen, oder Naturliebhaber, die wissen wollen, wo in Stormarn Storche brüten, können jetzt auf einer gemeinsamen Internet-Plattform fündig werden. Im dem neu gestalteten Geodatenportal Stormarn gibt es eine interaktive Karte mit allen nötigen Informationen. Zwar ist das Stormarn-Portal nicht neu – die Internetseite gibt es bereits seit zehn Jahren. „Doch jetzt ist sie neu gestaltet“, sagt Martin Mandel, der beim IT-Verbund Stormarn in Bad Oldesloe mit seinem Kollegen Manfred Charnetzki für das Geodatenportal verantwortlich ist.

So sei der Internetauftritt benutzerfreundlicher geworden. „Jetzt kann man beispielsweise mit dem Mausrad zoomen, was zuvor nur mit der Lupe möglich war“, erklärt Mandel. Neu ist auch, dass über den sogenannten Themenbaum preußische Landesaufnahmen aufrufbar sind. Hobbyhistoriker können die historischen Karten von 1878 sogar auf eine aktuelle Landkarte einer Gemeinde oder Stadt legen und so vergleichen. Auch Namen, die Grundstücke früher oft aufgrund ihrer Eigenschaften oder Nutzung bekamen, können eingeblendet werden. So gab es offenbar in Lasbek eine Holzkoppel, Ahrensburg hatte einen Alten Tiergarten und Großhansdorf Kalte Berge.

Hinter den Symbolen verbergen sich weitere Infos

Wer sich mehr für die Natur interessiert, der kann sich anzeigen lassen, wo es Naturschutzgebiete gibt. Radfahrer können sich beliebte Strecken für Touren anzeigen lassen. Auch Golfplätze werden per Klick mit einem entsprechenden Symbol angezeigt. Klicken Nutzer auf ein Piktogram, gibt es weitere Informationen zu Storchennestern, zur Radtouren oder zu Golfplätzen. Ein Link führt sogar auf die Internetseite des entsprechenden Golfclubs.

Auch Kindergärten, Schulen, Pendlerparkplätze, Bushaltestellen, Theater, Kulturzentren, Herrenhäuser, Unwetterwarnungen und vieles mehr werden auf der Karte angezeigt. Hinter den Symbolen verbergen sich dann nähere Informationen dazu. Ein weiterer Service der IT-Experten sind die Werkzeuge, mit denen Nutzer digital ausmessen könne, wie lang eine Brücke oder ein Waldweg ist oder wie viele Quadratmeter ein Grundstück hat. Zudem soll es möglich sein, Notizen in Karten zu machen und Flächen zu kennzeichnen. Internet-Nutzer können diese Karten dann ausdrucken. Außerdem können Koordinaten abgefragt werden.

Reinbek arbeitet nicht mit dem IT-Verbund zusammen

Das reine Kartenmaterial bekommen Mandel und Charnetzki vom Landesamt für Vermessung und Geoinformation in Kiel. Die gezeichneten Landkarten werden alle drei Monate aktualisiert. Luftbilder von Städten und Gemeinden werden von der Landesbehörde indes nur alle vier Jahre erneuert. Auch wenn das Geodatenportal Stormarn, das auf der Internetseite des Kreises zu finden ist, für unterschiedliche Interessengruppen Informationen bietet, seien Bebauungspläne mit Abstand am beliebtesten. „Diese sind immer unter den Top fünf aller Aufrufe auf der Homepage des Kreises“, sagt Manfred Charnetzki und zeigt die Funktion. Egal, ob der Nutzer eine Landkarte, topografische Karte oder eine Luftaufnahme als Basis wählt, kann er sich darauf Gebiete anzeigen lassen, für die es Bebauungspläne gibt. Mit einem Mausklick auf die blau eingefärbte Fläche öffnet sich ein Link, der zum B-Plan führt.

Dafür hat der IT-Verbund Stormarn vor etwa fünf Jahren 2500 Pläne von einem externen Dienstleister scannen lassen. Seitdem wird diese Datenbank immer wieder aktualisiert, sobald Änderungen in Bebauungs- oder Flächennutzungsplänen erfolgen. Dabei sind die IT-Mitarbeiter allerdings auf die Zulieferung von Daten aus den Städten und Gemeinden angewiesen. „Bis auf Reinbek ist alles gut abgedeckt“, sagt Martin Mandel. Denn die Stadt arbeite bislang nicht mit dem IT-Verbund zusammen. „Allerdings laufen seit Anfang des Jahres Gespräche, dass auch aktuelle Pläne aus Reinbek mit dem Geodatenportal des Kreises verknüpft werden.“

IT-Verbund ist auf aktuelle Infos angewiesen

Doch nicht nur bei Bebauungsplänen ist der IT-Verbund Stormarn auf Informationen aus den Kommunen angewiesen. „Wir sind nicht redaktionell verantwortlich“, erklärt Mandel. Wird dem IT-Verbund nicht gemeldet, dass es eine neue Kulturstätte gibt oder eine geschlossen wurde, wird dies auch nicht von den beiden IT-Experten im Geodatenportal geändert.

So verfügt beispielsweise Oststeinbek laut dem Portal über eine Polizeiwache, obwohl diese bereits vor Monaten geschlossen wurde. Auch wurde bis Mittwoch in Ahrensburg ein Krankenhaus angezeigt – die Klinik wurde jedoch vor Jahren geschlossen.

Das Geodatenportal Stormarn gibt es auf der Homepage des Kreises unter der Adresse www.kreis-stormarn.de/kreis/kreiskarte