Stormarn
Infoabend

Ammersbeker beraten Sanierung des Alten Teichwegs

Bürgermeister Horst Ansén bei der Informationsveranstaltung im Pferdestall

Bürgermeister Horst Ansén bei der Informationsveranstaltung im Pferdestall

Foto: Marc R. Hofmann / HA

Anwohner und Verwaltung diskutierten bei Informationsveranstaltung über Ausbauvarianten der Straße. Ergebnisse im Internet einsehbar.

Ammersbek.  Bürgermeister Horst Ansén war mit sieben Kollegen aus der Verwaltung und Nils Dibbern vom Planungsbüro Hahm in das Dorfgemeinschaftshaus Pferdestall gekommen, um Anwohnern und interessierten Bürgern drei Konzepte für die Erneuerung des Alten Teichwegs im Ortsteil Rehagen/Schäferdresch vorzustellen. Gut 70 Bürger waren der Einladung gefolgt.

Ansén machte jedoch gleich zu Beginn deutlich: „Dass wir sanieren, ist eine politische Entscheidung. Bürgerbeteiligung heißt, Sie werden informiert, können sich einbringen“, so der Bürgermeister. Die Entscheidung über das Wann und Wie träfen jedoch die Mitglieder des Bauausschusses, schlussendlich die Gemeindevertreter. Tatsache ist auch, dass die Anwohner gemäß Straßenbausatzung der Gemeinde 85 Prozent der Kosten zu tragen haben.

Anschließend überreichte Roland Olbertz stellvertretend für die Anwohner einen offenen Brief an den Verwaltungschef, indem die Bürger ihre Sorgen über den Zeitpunkt der Straßensanierung und ihrem Wunsch nach Umstellung auf wiederkehrende Beiträge Ausdruck verliehen.

Planer Dibbern stellte zuerst den Ist-Zustand vor. Seiner Ansicht nach verführt der Alte Teichweg zu schnellem Fahren und habe einen zu schmalen Fußweg. Die Straße sei ferner dringend sanierungsbedürftig: „Mit kosmetischen Reparaturen ist es hier nicht getan.“

Alle Varianten sehen die Schaffung von Grüninseln zur Beruhigung des Verkehrs in Verbindung mit Parkplätzen vor. In der günstigsten Ausbaustufe entstünde eine gepflasterte „Mischverkehrsfläche“ , der sich alle Verkerhsteilnehmer die Straße gleichberechtigt teilen müssten. „Das erhöht die Aufmerksamkeit“, so Dibbern. Alternativ sei auch eine getrennte Pflasterung von Fahrbahn und Gehweg möglich. Dies ist die vom Planungsbüro empfohlene Variante. Am teuersten würde ein Mix aus asphaltierter Fahrbahn und gepflasterten Fußweg. Vorteil sei, „dass sie Pflasterstraßen später punktuell aufreißen und wieder verschließen können.“ Asphalt sei hingegen angenehmer für Radlfahrer. Für die Varianten entstünden Kosten zwischen 540.000 und 583.000 Euro. Empfohlen wurde noch die Reparatur von Einzelschäden am Schmutz- und die Erneuerung des Regenwasserkanals, was zu Gesamtkosten von geschätzt 803.000 Euro führe. Der Anteil der umlegbaren Kosten betrage 543.000 Euro, wie Andrea Lüdecke aus der Verwaltung dem Publikum erläuterte. Damit käme eine Beteiligung von etwas mehr als zehn Euro pro Quadratmeter auf die Bürger zu.

In der Fragestunde herrschte Einigkeit über die Sanierungsbedürftigkeit der Straße. Gleich mehrere der gut informierten Anlieger führten den schlechten Zustand ihrer Straße jedoch auf unsachgemäße Ausbesserungen nach vorangegangenen Bauvorhaben zurück. Bauingenieur Dibbern erklärte, dass die Haltbarkeit einer Straße bei im Schnitt 35 Jahren liege und diese bei weitem überschritten sei. Eine andere Anwohnerin betonte mit Bezug zu Verkehrsberuhigung und Gehwegverbreiterung: „Sie wollen uns mit Dingen beglücken, die wir gar nicht vermissen.“

Der Parkraum sei ohnehin schon eng bemessen, abgestellte Autos trügen bereits ihren Teil zur Geschwindigkeitsverringerung bei. Auf die Frage, ob nicht auch wiederkehrende Beiträge anstelle einer Einmalzahlung möglich wären, erläuterte Marco Müller aus der Kämmerei, dass die Satzung dies nicht vorsehe, die Verwaltung aber im Bedarfsfall eine individuelle Lösung anbieten werde.
Ansén versprach zum Abschluss der weitgehend sachlich geführten Diskussion, die Fragen zu sammeln und mit den Antworten der Verwaltung im Internet zugänglich zu machen.