Straßenschäden

Ahrensburg: Ungewissheiten für Anlieger des Spechtwegs

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Der Spechtweg ist von Schlaglöchern gezeichnet

Der Spechtweg ist von Schlaglöchern gezeichnet

Foto: Birgit Schücking

Auf Infoveranstaltung zum Straßenbau wird über Kostenverteilung und Neubaugebiet diskutiert. Es geht um schätzungsweise 800.000 Euro.

Ahrensburg.  Die Informationsveranstaltung der Ahrensburger Verwaltung war exklusiv – nur für Anlieger des Spechtwegs. Trotzdem hatten sich etwa 70 Besucher im Peter-Rantzau-Haus eingefunden. Sie alle waren sich darüber einig, dass es höchste Zeit sei, ihre Fragen zum Neubau der Straße am Rande des Waldguts Hagen zu beantworten.

Dass es Klärungsbedarf gebe, war bereits bei der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am 5. Oktober klar geworden, als dort in der Fragestunde einige Anlieger ihr Unverständnis darüber geäußert hatten, dass die Politik über eine Beschlussvorlage beraten sollte, bevor die Betroffenen die Pläne vor ihrer Haustür kennen.

Unstrittig ist, dass die etwa 800 Meter lange Straße Spechtweg in einem katastrophalen Zustand ist. Die Fahrbahn ist ein Flickenteppich aus notdürftig gestopften Schlaglöchern. Ein Neubau wird seit vielen Jahren diskutiert, wurde jedoch immer wieder verschoben. Im November 2015 schrieben Anwohner einen offenen Brief an Bürgermeister Michael Sarach, klagten über den desolaten Zustand und forderten eine Grundsanierung, am besten noch vor dem Winter – 2015. Von der Beschlussvorlage im Oktober 2016 waren sie dann doch überrascht. Nicht allein darüber, dass alles plötzlich sehr schnell gehen sollte, sondern auch über irritierende Planungsdetails. Die Veranstaltung zeigte, dass es vor allem zwei offene Fragen sind, die Anwohner beunruhigen: ihr Anteil an den Kosten und übergreifende Planungen am Spechtweg, der nur einseitig bebaut ist, aber erheblichen Zuwachs auf der anderen Seite bekommen könnte.

Wahrscheinlich ist, dass die Straße 2017 neu gebaut wird

Im Vorentwurf für den Flächennutzungsplan (FNP) ist nachzulesen, dass das Feld südlich des Spechtwegs, das durch einen Knick von der Straße getrennt ist, Potenzialfläche für den Bau von 340 Wohneinheiten sein soll. Der Umsetzungshorizont wird mit drei Jahren angegeben. Für Anwohner ein guter Grund, die Planung größer zu denken und nicht auf den kleinen Straßenabschnitt Spechtweg zu beschränken.

Darüber hinaus sorgt die Anwohner, wie teuer der Straßenneubau für sie wird. Die Gesamtkosten werden auf 800.000 Euro geschätzt. Zunächst wurde davon ausgegangen, dass sich die Anlieger nach Kommunalabgabengesetz mit 40 Prozent an einer Sanierung beteiligen müssten. Inzwischen wurde jedoch festgestellt, dass im Spechtweg keine Ausbau-, sondern eine Erschließungsmaßnahme anstehe und die Anlieger an dieser nach Baugesetzbuch mit 90 Prozent zu beteiligen seien. Maren Uschkurat, im Rathaus zuständig für Straßenausbaubeiträge, sagte, dass die Verwaltung sich darum bemüht habe, einen Ausweg zu finden. Möglich sei eventuell eine Kostenhalbierung wegen der einseitigen Bebauung des Spechtwegs – entsprechend einem Gesetzeskommentar. Dazu soll es eine Rechtsprüfung geben.

Ungeachtet dessen ist es wahrscheinlich, dass die Straße bereits 2017 neu gebaut wird, wenn der Bauausschuss das im November beschließen sollte und der Plan nicht zum Streichkandidaten im Haushalt 2017 wird.

( wend )

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