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Umwelt

Ahrensburg: Wildwuchs oder wild gefällte Bäume?

Blick auf das Grundstück von Christoph Kroschke

Blick auf das Grundstück von Christoph Kroschke

Foto: Lutz Wendler / HA

Streit um Rodungsarbeiten auf einem Grundstück in der Ahrensburger Siedlung am Hagen. Grundstückseigentümer ist Christoph Kroschke.

Ahrensburg.  Ein brachliegendes Grundstück an der Straße Am Kratt im Ahrensburger Stadtteil Am Hagen wirft momentan einige Fragen auf. Anlieger haben sich darüber beschwert, dass dort in der vergangenen Woche einige Bäume gefällt worden seien. Die städtische Umweltplanung wusste davon nichts, hatte also auch keine Genehmigung erteilt. Umweltplaner Jan Richter hat sich in einer Begehung einen eigenen Eindruck verschafft, will sich wegen der laufenden Untersuchung aber nicht dazu äußern. Der Grundstückseigentümer wurde um Stellungnahme gebeten.

Die Sache hat eine gewisse Brisanz, weil Christoph Kroschke Eigentümer des Grundstücks ist. Denn es wäre nicht das erste Mal, dass der Name der Ahrensburger Unternehmerfamilie in Zusammenhang mit umstrittenen Baumfällungen stände. Noch gut in Erinnerung ist ein Disput über abgesägte Bäume im April 2015 am ehemaligen Rohrbogenwerk, das einer projektbezogenen Immobilienfirma gehört, deren Geschäftsführer Christopher Kroschke, Sohn des Seniors, ist. Damals war von einem Missverständnis die Rede. Es gab Ersatzpflanzungen. Das Verfahren sei noch nicht ganz abgeschlossen, sagt Annette Kirchgeorg vom Umweltamt.

Alte Villa wird umgebaut: Sechs Eigentumswohnungen

Die Vorwürfe der Anwohner vom Kratt weist Christoph Kroschke auf Anfrage des Abendblatts entschieden zurück: Er habe keine Bäume fällen lassen. Richtig sei, dass er eine Neuvermessung des Grundstücks in Auftrag gegeben habe und dass bei der Gelegenheit alte Zäune abgerissen und neue entsprechend den Grundstücksgrenzen errichtet worden seien. Bei der Entfernung des alten Zauns sei erheblicher Wildwuchs entfernt worden.

Als Grund für die Neuordnung nennt Christoph Kroschke das östliche Nebengrundstück mit der groß dimensionierten, zweigeschossigen Villa, in der seine Familie früher lebte und die schon länger zum Verkauf steht. „Eine Villa dieser Größe ist kaum zu verkaufen“, sagt Kroschke. Deshalb werde das Haus umgebaut: „Es sollen dort etwa sechs Eigentumswohnungen entstehen.“ Das Immobilienunternehmen seines Sohnes Christopher kümmere sich um genehmigten Umbau und Verkauf.

Die Frage, ob die Bereinigung der Grundstücksgrenzen auch mit konkreten Bauabsichten auf seinem brachliegenden Areal zu tun habe, verneint Christoph Kroschke. Das mag für die nähere Zukunft zutreffen. Doch der Entwurf des neuen Flächennutzungsplans weist westlich der Villa zwei schmale Flurstücke als Potenzialflächen für Wohnungsbau aus: neben der Brachfläche, auf der von außen betrachtet nur wenige Bäume stehen, auch das bewaldete Grundstück daneben. Stadtplanerin Andrea Becker bestätigt, dass beide Grundstücke in Abstimmung mit dem Landschaftsplan in den Flächennutzungsplan aufgenommen worden seien. „Potenzialfläche heißt aber nicht, dass dort auch gebaut wird.“