Stormarn
Krebserregend?

Ahrensburg stoppt Sanierung des Kunstrasens

„Bevor wir das Granulat einbauen, wollen wir eine Expertise einholen“, sagt Imke Bär, Sprecherin im Rathaus der Stadt Ahrensburg (Archivbild)

„Bevor wir das Granulat einbauen, wollen wir eine Expertise einholen“, sagt Imke Bär, Sprecherin im Rathaus der Stadt Ahrensburg (Archivbild)

Foto: Birgit Schücking

Krebserregende Stoffe im Kunstrasen? Das lassen neue wissenschaftliche Erkenntnisse vermuten. Stadt will weitere Expertise einholen.

Ahrensburg.  Die Stadt Ahrensburg hat die Bauarbeiten auf dem Fußballplatz des SSC Hagen gestoppt. Seit Anfang September wird dort der erst zehn Jahre alte Kunstrasenplatz saniert. Grund für den Baustopp sind neue Erkenntnisse von Wissenschaftlern aus den Niederlanden. Diese vermuten krebserregende Stoffe im Kunststoffgranulat, das auf Kunstrasenplätzen verbaut wird.

Dieser Baustoff steht in sogenannten Big Packs am Spielfeldrand an der Hagener Allee. „Bevor wir das Granulat einbauen, wollen wir eine Expertise einholen“, sagt Imke Bär, Sprecherin der Stadt Ahrensburg. Im Labor soll jetzt untersucht werden, wie hoch die Schadstoffbelastung ist und ob damit gegen Normen verstoßen wird. Erst wenn das Ergebnis vorliege, werde das Granulat eingebaut, oder es müsse eine Alternative gesucht werden, so Bär.

Stadt geht davon aus, „im Kostenrahmen“ zu bleiben

Der SSC Hagen Ahrensburg hofft, dass die Untersuchungen nicht allzu lange dauern werden, weil die Herrenmannschaften sonst noch länger auswärts spielen müssten. Wie berichtet, beklagen die Fußballer des Vereins bereits seit mehr als zwei Jahren den schlechten Zustand des Kunstrasenplatzes, der 2006 für 600.000 Euro gebaut wurde. Bei Hitze verklumpten das Granulat und die Kunstfasern. Spieler beklagten, dass die Masse unter den Schuhe kleben bleibe. Der Verein sah ein erhöhtes Verletzungsrisiko.

Deswegen entschied die Stadt, den Sportplatz dieses Jahr für 350.000 Euro zu sanieren. Die elastische Tragschicht sowie der Kunstrasen werden seit September erneuert. Ahrensburgs Sprecherin Imke Bär: „Trotz allem gehen wir davon aus, das wir in diesem Kostenrahmen bleiben.“