Stormarn
Am Akku

Barsbüttel: Zehn Ärzte wirken unter einem Dach

Ein kompetentes Team (vorn v. l.): Zahnärztin Handan Altinova-Eich, Kinderärztin Annegret Biebl, die Hausärztinnen Kerstin Poweleit und Astrid Haverland, Kinderärztin Anne Feydt-Schmidt, Daniela Röwekamp (Physiotherapie). Hinten v. l.: Andreas Biebel, Investor Ulf Haverland, die Allgemeinmediziner Markus Dohrmann und Joachim Busacke

Ein kompetentes Team (vorn v. l.): Zahnärztin Handan Altinova-Eich, Kinderärztin Annegret Biebl, die Hausärztinnen Kerstin Poweleit und Astrid Haverland, Kinderärztin Anne Feydt-Schmidt, Daniela Röwekamp (Physiotherapie). Hinten v. l.: Andreas Biebel, Investor Ulf Haverland, die Allgemeinmediziner Markus Dohrmann und Joachim Busacke

Foto: Barbara Moszczynski

In der neuen Mitte der Gemeinde Am Akku finden Patienten künftig Mediziner verschiedener Fachrichtungen.

Barsbüttel.  Die Flure werden noch gestrichen, das Treppenhaus hat ein provisorisches Holzgeländer, doch in den Praxen und Geschäften herrscht bereits reges Treiben – Barsbüttels neues Gesundheitszentrum hat den Betrieb aufgenommen. Zehn Ärzte und eine Physiotherapiepraxis sind in den Neubaukomplex Am Akku 9 gezogen.

Marianne Weinheimer will gerade zum Sport in die Physiotherapie. Auf dem Weg schaut sie noch in der Zahnarztpraxis vorbei. „Ich will einen Termin zur Zahnreinigung abmachen. Das ist ja praktisch, dass ich das jetzt verbinden kann“, sagt die Barsbüttelerin. „Das geht vielen unserer Patienten so“, sagt Larissa Prestin, die am Empfang von Zahnärztin Handan Altinova-Eich arbeitet. Die Zahnmedizinerin steht strahlend in ihrer ersten eigenen Praxis. „Ich möchte meinen Patienten mehr bieten“, sagt die 37-Jährige, die zuvor neun Jahre in einer Praxisgemeinschaft gearbeitet hat. Etwa eine strahlungsärmere, digitale Röntgendiagnostik oder die Anfertigung von Kronen anhand computergestützter Technologie. Auch Vorsorge sei wichtig. Altinova-Eich: „Wenn ich Kindern nicht das richtige Zähneputzen beibringe, können sie es später nicht.“

Hamburger Sparkasse eröffnet Filiale im Ortskern

Anfang September hat die Drogeriemarkt-Kette Budnikowsky

ihre 650 Quadratmeter große Filiale im Erdgeschoss eröffnet, auch die Apotheke mit Sanitätshaus und Drive-In-Schalter von Investor Ulf Haverland. Es ist die dritte des Barsbütteler Unternehmers. Er investiert in den Neubau einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. „Ich bin jetzt Schuldenmillionär“, sagt der 49-Jährige, der sich mit dem Gesundheitszentrum (4300 Quadratmeter Nutzfläche) einen Traum verwirklicht habe. Seit vier Monaten ist er auf der Baustelle dauerpräsent, schließt morgens für die Handwerker auf und abends wieder ab. Haverland ist als Vermieter jetzt ein weiterer Coup gelungen: Neben seiner Apotheke wird Anfang 2017 eine Filiale der Hamburger Sparkasse eröffnen. Die Bank hat einen Mietvertrag für rund 180 Quadratmeter unterzeichnet.

An der gläsernen Außenfassade verraten rote Aufkleber, wer hier künftig einziehen will. „Bald noch näher“, steht dort. „Wir wollen unsere Kunden in Stormarn künftig noch besser betreuen,“ sagt Unternehmenssprecherin Stefanie von Carlsburg. Die Haspa will hier Beratung und Service anbieten. Seit 45 Jahren ist die Hamburger Bank in Stormarn präsent. Bisher mit vier Filialen in Ahrensburg, Bargteheide, Glinde und Reinbek – Barsbüttel wird Nummer fünf. Insgesamt hat die Sparkasse rund 150 Filialen und 50 SB-Standorte in der Metropolregion. Eine Ladenfläche mit etwa 100 Quadratmetern ist noch frei. „Ich hätte hier gern noch etwas tolles Gastronomisches für den Ort“, sagt Haverland.

Am Ende wurden die Räume zu knapp

Auch die Allgemeinmediziner Joachim Busacker, Markus Dohrmann, Astrid Haverland und Kirsten Poweleit haben ihre neuen Räume bezogen. „Hausarzt-Zentrum Barsbüttel“ steht auf der Eingangstür, dahinter verbergen sich elf Behandlungsräume und ein Labor. Joachim Busacker ist mit 57 Jahren dienstältester Kollege der Gemeinschaftspraxis. Er praktiziert seit 1994 im Ort, sechs Jahre später zog er mit Kollege Lennart Nissen, der vor einem Jahr in den Ruhestand ging, in die Barsbütteler Sozialstation. 16 Jahre betrieben sie ihre Praxis neben der evangelischen Kirche. „Wir haben hier eine hohe Patientenbindung“, sagt Busacker. Am Ende wurden die Räume zu knapp.

Jetzt haben die Hausärzte 50 Quadratmeter mehr Platz. „Das klingt nicht nach viel, aber die alte Raumaufteilung war unpraktisch,“ sagt Busackers Kollege Markus Dohrmann, der 2014 in die Praxis einstieg, Kollegin Kerstin Poweleit kam 2015. Beide sind Anfang 40, wie auch Astrid Haverland. „Wir sind eine moderne, junge Praxis“, sagt die Allgemeinmedizinerin, die seit 2007 dabei ist. Das Hausarzt-Zentrum ist auch akademische Lehrpraxis der Universität Hamburg. Medizinstudenten können hier Praktika absolvieren, ein praktisches Jahr oder die zweijährige Fortbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin, so wie Arzt Christian Carballo-Wandel, der seit Juli im Team ist.

Auch nebenan, in der Praxis von Annegret Biebl und Anne Feydt-Schmidt, wird ausgebildet. Katharina Kannenberg ist seit einem Jahr dabei, ihre Facharztausbildung zur Kinder- und Jugendmedizinerin zu absolvieren. Die Kinderärztinnen zogen vom Stiefenhofer Platz in das Gesundheitszentrum. „Wir brauchten mehr Platz“, sagt Feydt-Schmidt, die Nachfolgerin von Biebls Mann Andreas ist. Er hilft aber in der Praxis immer noch montags aus.

Im Gespräch mit weiteren Fachärzten

40 Quadratmeter, zwei Behandlungsräume mehr, haben die Kinderärztinnen jetzt zur Verfügung, auch hier sind die Handwerker noch mit letzten Arbeiten beschäftigt. „Wir leben seit zwei Wochen im Chaos“, sagt Feydt-Schmidt und entkräftet sogleich: „Es ist sehr schön und macht total Spaß. Zum ersten Mal ist es so, wie ich es mir vorstelle.“ Heute sind die Maler da, die die letzten bunten Farbtupfer setzen. Jeder Raum bekommt einen andersfarbigen Wandstreifen rund um das Waschbecken, in orange, blau, rot, gelb, grün oder violett. Die Wartezimmer haben bunt umrandete Bullaugen und eine Kletterrutsche. Dass die neuen Räume auch viel leiser sind als die alten, freut die Ärztinnen besonders. „In einer Kinderarztpraxis ist es ja oft laut, die abgehängten Decken sorgen für Lärmschutz“, sagt Feydt-Schmidt.

Bei Daniela und Marcus Röwekamp sind die Handwerker fertig. Seit ihrer Eröffnung am 16. September drehen die beiden mit 23 Mitarbeitern auf 510 Quadratmeter ein großes Rad in Sachen Rehasport. Dass der Betrieb einmal so groß werden würde, war nicht abzusehen, als Physiotherapeutin Elisabeth Röwekamp-Bondeson vor 45 Jahren in einer Dreizimmerwohnung am Willinghusener Weg startete. Sohn Marcus vergrößerte sich 2004 auf 160 Quadratmeter am Stiefenhofer Platz. Am Akku stehen nun 14 Behandlungsräume und ein Sport- und Gymnastikraum für die Physiotherapie, das medizinische Trainingszentrum und den Verein „Beweg dich“ zur Verfügung. Im Angebot sind auch Osteopathie und Kindertherapie.

Ulf Haverland führt Gespräche mit weiteren Fachärzten, die gern nach Barsbüttel ziehen würden. Für einen Urologen gäbe es in Stormarn zum Beispiel noch Bedarf.