Stormarn
Innenstadtkonzept

Das sind die neuen Pläne für Oldesloes Innenstadt

Mit Kinderspielplatz und Grünanlage: So könnte der Block-Innenbereich nördlich der Mewe_ und südlich der Bahnhofstraße neu gestaltet werden. Südlich des rot eingezeichneten städtischen Grundstücks könnte ein Neubau mit Tiefgarage entstehen

Mit Kinderspielplatz und Grünanlage: So könnte der Block-Innenbereich nördlich der Mewe_ und südlich der Bahnhofstraße neu gestaltet werden. Südlich des rot eingezeichneten städtischen Grundstücks könnte ein Neubau mit Tiefgarage entstehen

Foto: Building Complete Solutions (BCS / HA

Das Areal zwischen Bahnhof und city soll aufgewertet werden. Das geht aber nicht ohne die anwohner und die Eigentümer.

Bad Oldesloe.  Die Nachkriegsbauten aus Backstein sind hastig hochgezogen, die Hinterhöfe verwinkelt und unaufgeräumt, die Architektur allenfalls zweckmäßig. „Hat schon etwas von Slum“, flüstert ein Lokalpolitiker bei der Ortsbegehung in der Reimer-Hansen-Straße in Bad Oldesloe. Die Blicke fallen auf Garagen und Anbauten, die in den vergangenen Jahrzehnten an die Bestandsgebäude gebastelt wurden.

Der Block-Innenbereich nördlich der Mewe- und südlich der Bahnhofstraße hat durchaus seinen Charme. Aber der passt nicht in das Konzept „südliche Innenstadt“, in dessen Rahmen bereits ein neuer Kreisverkehr gebaut, Kurparkallee, Bahnhof- und Brunnenstraße erneuert wurden.

Planungsbüro stellt städtebaulichen Entwurf vor

Bereits seit Jahren beschäftigt sich die Verwaltung der Kreisstadt mit der Schaffung einer neuen, optisch ansprechenden Achse zwischen Bahnhof und Innenstadt. Nach zwei Workshops mit Anwohnern und Grundstückseigentümern hat ein von der Stadt beauftragtes Planungsbüro jetzt einen städtebaulichen Entwurf vorgestellt, das besagte Teilgebiet ansprechend zu gestalten. Anika Slawski, Mitarbeiterin des BCS stadt+region erklärt die Idee hinter der Umgestaltung: „Ziel ist die Entwicklung eines attraktiven Stadtteils mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten und Freiräumen.“

Auf dem überplanten Gelände befinden sich neben kleinteiliger Bebauung im nördlichen Bereich zwei Grundstücke von Wohnbaugenossenschaften. Eines der Mehrfamilienhäuser könnte einem Neubau weichen. Unter dem L-förmigen Gebäudekomplex ließe sich eine Tiefgarage als Ersatz für die wegfallenden Stellplätze im Innenhof verwirklichen.

Spielplatz, Kletterwald und Sitzmöglichkeiten

Der Blockinnenbereich – hier befinden sich derzeit bei Regen regelmäßig unter Wasser stehende Parkplätze – könnte sich in einen parkähnlichen, öffentlichen Raum verwandeln: alles barrierefrei mit Spielplatz, Kletterwand und Sitzmöglichkeiten. Vieles davon kommt auch aus der Beteiligung der Anwohner: „Ähnliche Punkte kamen auch bei den Bürgerbeteiligungen zur Sprache“, sagt Anika Slawski. Gewünscht sei keine massive bauliche Nachverdichtung, dafür sollte es mehr Freiräume und Grünanlagen geben.

Ohne die Beteiligung von Anwohnern und Eigentümern ließe sich das Projekt nicht realisieren. Nur ein kleiner Teil des Planungsgebietes befindet sich im Besitz der Stadt. „Dort könnte mit der Umgestaltung begonnen werden“, sagt Architektin Kerstin Langmaack. Dadurch erhofft sich die Stadtplanerin eine Art Sogwirkung auf die Eigentümer: Wird ein Teil verschönert, ziehen die Grundstücksbesitzer nach. Das sei letztendlich natürlich Sache der Eigentümer. „Wir würden das aber begrüßen“, sagt Langmaack. Und große Investitionen seien in den meisten Fällen gar nicht nötig.

Private Eigentümer können Fördergeld bekommen

Bereits im Jahr 2007 startete der Stadtumbau in Bad Oldesloe mit dem Antrag auf Städtebaufördermittel durch das Förderprogramm „Stadtumbau West“. Wesentliches Ziel ist die Stärkung der Stadt durch eine Aufwertung der öffentlichen Räume, wodurch auch eine Impulswirkung auf Wohnungsunternehmen und Eigentümer zu einer Aufwertung ihrer Gebäude und Grundstücke generiert werden soll. Es wurde per Satzung kein Abschlussdatum der Sanierung beschlossen. Es wird zurzeit jedoch angedacht, dass alle geplanten Maßnahmen 2018 fertiggestellt werden sollen.

Da das Sanierungsgebiet „Südliche Innenstadt in das Städtebauförderprogramm aufgenommen wurde, wird eine Förderung für private und öffentliche Maßnahmen möglich. „Für die Eigentümer bedeutet das eine Aufwertung ihre Grundstücke bei geringen Investitionskosten“, sagt Thomas Berg von der BIG BAU Unternehmensgruppe, die Eigentümer über das Förderprogramm berät. Wichtig: „Nicht anfangen mit baulichen Maßnahmen, bevor der Vertrag abgeschlossen ist“, so Berg. Sonst seien die Möglichkeiten einer Abschreibung weg. Grundstücksbesitzer können die Maßnahmen über zwölf Jahre zu 100 Prozent von der Einkommenssteuer absetzen.

Das weitere Vorgehen hängt nun im Wesentlichen von der Kooperation der Grundstücksbesitzer ab. Die Stadt wäre auch bereit, dort Grundstücke zu kaufen. Dr. Henning Krull, einer der Eigentümer, winkt indes ab: „Ich werde nicht verkaufen und solange ich lebe, ändert sich daran auch nichts.“