Stormarn
Fassanstich

Ahrensburger Oktoberfest: Jetzt geht es richtig los

Hoch die Krüge: Lara Järrsten (rechts vorne) aus Ahrensburg feierte mit ihren Freunden

Hoch die Krüge: Lara Järrsten (rechts vorne) aus Ahrensburg feierte mit ihren Freunden

Foto: Marc R. Hofmann / HA

Fünf Tage lang feiert Ahrensburg Oktoberfest. Am Freitagabend wurde offiziell das Fass im Festzelt an der Großen Straße angestochen.

Ahrensburg.  Während beim Münchener Original bereits seit zwei Wochen die Maßkrüge klingen und die krossen Brathendl duften, startete das Ahrensburger Pendant erst am langen Feiertags-Wochenende mit dem obligatorischen Fassanstich in die „fünfte Jahreszeit“. Wo der Münchener Oberbürgermeister auf sich gestellt ist, konnte sein Ahrensburger Gegenpart Michael Sarach (SPD) am Freitagabend auf die Unterstützung von Bürgervorsteher Roland Wilde (CDU) bauen. Sarach hielt den Hahn, Wilde schwang den Hammer. Nach zehn Schlägen war es soweit und es hieß: „O’zapft is!“. Anschließend verdingten sich beide noch im Bürgerservice der besonderen Art und zapften weiter für die Gäste des mittlerweile fünften Ahrensburger Oktoberfestes. Unterdessen sorgten die Bertls Buben mit alpenländischer Volksmusik für die passende Untermalung .

Der dieses Jahr auf den Freitag verlegte offizielle Fassanstich überzeugte viele Ahrensburger, bereits zu früher Stunde wurde eifrig geschunkelt und sogar getanzt, die Tische und Bänke waren gut gefüllt. Besonders schön: Die absolute Mehrheit der Gäste hatte sich in stilvollen Trachten herausgeputzt.

Wagen wir mal einen kleinen Vergleich: Ist der Besuch der Ahrensburger Wiesn für einen „zuagereisten“ ehemaligen Münchener – wie den Autor dieser Zeilen – , den es wieder in die norddeutsche Heimat gezogen hat, damit eine ernstzunehmende Alternative? Die Fahrt runter nach Bayern ist natürlich die Kür. Dort wurden die Zelte, nach verregnetem Start, spätestens abends doch wieder gerammelt voll. Es wurde getrunken und geschunkelt. Fast alles wie immer.

Ahrensburg braucht sich nicht zu verstecken

Doch gibt es in München neben den Bierpreisen von bis zu 10,70 Euro die Maß (ein Liter) auch einige Nachteile: Spätestens am Abend ist ohne Reservierung – selbst in der Woche – praktisch kein Platz mehr in den Zelten zu bekommen. Größere Taschen dürfen auch nicht mehr auf das Gelände, die Sicherheitsvorkehrungen in den Zelten sind so hoch, dass selbst das Stehenbleiben in den Gängen mittlerweile verboten ist. Dazu kommen astronomische Zimmerpreise und überfüllte U-Bahnen auf dem Weg zur Wiesn.

Anders in Ahrensburg: Das echt bayerische Bier ist hier für im Vergleich günstige 8,50 Euro zu haben, die Anreise ebenfalls wesentlich bequemer und während Zelt und dazugehörige Festmeile auch hier gut gefüllt sind, kommt doch kein Engegefühl auf. Stilecht bedient in Dirndln oder Lederhosen kommt auch im 1000 Personen fassenden Festzelt in der Großen Straße Wiesn-Flair auf. „Wir haben uns extra für das Ahrensburger Oktoberfest Trachten gekauft und geliehen“, sagt die 18-jährige Clara Röhr aus Großhansdorf, die mit Freunden zum Feiern gekommen ist. Dem kann Lara Järrsten aus Ahrensburg nur zustimmen, die selbst in einem rosafarbenen Dirndl ins Festzelt gekommen ist.

Internationales Flair in die Schlossstadt bringen Jacob Andersen und seine Frau Kaerli. „Wir leben mittlerweile hier und haben unsere Freunde zu uns eingeladen“, so der Däne. Kaerli ist Estin, im Schlepptau haben sie eine polnische, einen dänischen und einen indischen Freund, um mit ihnen die eine oder andere Maß im Festzelt zu trinken. Auch sie sind allesamt in Dirndl und Lederhosen erschienen.

Jenseits des Trubels im Festzelt hat das Ahrensburger Oktoberfest aber noch mehr zu bieten: Außen ist ein Biergarten aufgebaut, an der Großen Straße bis zum Rondeel sorgen Schmankerl-Stände für das leibliche Wohl der Gäste. Für die Kleinen gibt es ein Kettenkarussell, ganz wie auf der Theresienwiese in München auch. Dazu kann die Zielsicherheit auch nach ein paar Bierkrügen noch beim Dosenwerfen unter Beweis gestellt werden.

So kann es noch die nächsten drei Tage weitergehen. Das Programm beginnt jeweils ab 12 Uhr, ab 18 Uhr geht es dann im Festzelt mit dem Abendprogramm los. Zusätzlich sind am Sonntag in der ganzen Innenstadt die Geschäfte geöffnet. Eine Kinderdisco und ein Frühschoppen runden das Programm am 3. Oktober ab. Fazit: Ahrensburg braucht sich, was das Feiern angeht, vor München nicht zu verstecken.