Stormarn
14,3 Millionen

Barsbüttel investiert in Schulen – und macht dafür Schulden

Der Vorsitzende des Finanzausschusses Rainer Eickenrodt (BfB) hält den Nachtragshaushalt für eine politische Bankrotterklärung

Der Vorsitzende des Finanzausschusses Rainer Eickenrodt (BfB) hält den Nachtragshaushalt für eine politische Bankrotterklärung

Foto: René Soukup

Eine Übersicht der Verwaltung zeigt auf: Ende 2016 werden Barsbüttels Schulden bereits auf rund acht Millionen Euro angewachsen sein.

Barsbüttel.  Die Gemeindevertreter haben durch die Zustimmung zum Nachtragshaushalt für das laufende Jahr auch den Weg für Investitionen in die Schulen und Sportanlagen freigegeben. Eine Übersicht der Verwaltung zeigt indes auf: Ende 2016 werden Barsbüttels Schulden bereits um rund drei Millionen auf acht Millionen Euro angewachsen sein. 2017 erhöht sich der Schuldenstand durch die geplanten Investitionen auf 12,7 Millionen Euro, 2019 gar auf 14,3 Millionen. Barsbüttels Gesamthaushalt hat ein Volumen von 39 Millionen Euro.

Während CDU, SPD und Grüne (zusammen 17 Sitze) die Neuverschuldung für sinnvoll halten, rät die Wählergemeinschaft BfB (vier Sitze) vehement davon ab. Fraktionschef Rainer Eickenrodt ist auch Vorsitzender des Finanzausschusses, er sagt: „Dieser Nachtragshaushalt ist eine politische Bankrotterklärung.“ Die Kommune mache Schulden, die sie in absehbarer Zeit nicht zurückzahlen könne. Investitionen in Kitas und Schulen seien zwingend notwendig, nicht aber eine „Luxussanierung von Sportanlagen“.

Verkauf von Bauland soll Geld in die Kasse bringen

Wie berichtet , will die Kommune an den beiden Grundschulen in Barsbüttel und Willinghusen mehr Platz für die Ganztagsbetreuung schaffen. Die Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule (EKG) in Barsbüttel bekommt zudem ein neues Oberstufen- und Unterstufenhaus. Gesamtkosten: etwa 4,4 Millionen Euro. Eine Million wird 2016 schon investiert: 600.000 Euro für den Anbau der Grundschule in Barsbüttel und 400.000 Euro in die Gemeinschaftsschule.

Außerdem sollen die Sportanlagen in Barsbüttel und Willinghusen für weitere 1,9 Millionen Euro saniert werden. Den Löwenanteil erhält mit 1,4 Millionen der Ortsteil Willinghusen (2170 Einwohner). Hier ist unter anderem ein neuer Kunstrasenplatz geplant. Willinghusen soll auch ein Dorfgemeinschaftshaus erhalten, 50.000 Euro Planungskosten dafür sind im Nachtrag enthalten, ebenso 100.000 Euro Planungskosten für die Sanierung des Barsbütteler Rathauses, die am Ende etwa acht Millionen Euro kosten dürfte. Weitere 210.000 Euro fallen für die Sanierung der Fassade der Schwimmhalle an. Finanziell noch nicht erfasst, aber gedanklich schon geplant, ist auch der Bau einer weiteren Kindertagesstätte.

Kommune muss Kredite aufnehmen

Um alle Investitionen stemmen zu können, muss die Kommune Kredite aufnehmen. Prognostiziert sind rund fünf Millionen in 2017, weitere zwei Millionen in 2018 sowie noch eine halbe Million in 2019. Auch der Verkauf von Bauland soll Geld in die Kasse bringen, etwa durch zwei neue Baugebiete gegenüber der Grundschule in Willinghusen und zwischen Birkenweg und Rähnwischredder im Hauptort Barsbüttel.

Neue Fördermittel sind da eine erfreuliche Nachricht: Die Gemeinde bekommt für den Zeitraum August bis Dezember zusätzliche 48.000 Euro für Kita-Personal aus dem Topf der Landesförderung. 25.000 Euro davon gibt es rückwirkend ab August, zur anteiligen Refinanzierung für bereits eingesetzte Springerkräfte. Rückwirkend deshalb, weil die Gemeinde mit dem Personalschlüssel von 1,5 Stellen pro Elementargruppe bereits die Voraussetzungen für die Förderung erfüllt. Ob Barsbüttel die restlichen 23.000 Euro auch erhält, hängt davon ab, ob sich genügend Erzieher für die ausgeschriebenen Teilzeitstellen finden. „Wir suchen wie alle Kommunen dringend Erzieher und sozialpädagogische Assistenten“, sagt Jan Greve, stellvertretender Fachbereichsleiter Schulen und Weiterbildung im Barsbütteler Rathaus.