Stormarn
Ahrensburg

Niederdeutsche Bühne: Fünfmal Theater auf Platt

Bieten Freunden der plattdeutschen Sprache Unterhaltung (v.l.): Hans-Jochim Eggers, Horst Bier, Mara Brede, Nina Eggers und Doris Eikhoff

Bieten Freunden der plattdeutschen Sprache Unterhaltung (v.l.): Hans-Jochim Eggers, Horst Bier, Mara Brede, Nina Eggers und Doris Eikhoff

Foto: Finn Fischer / HA

Die Niederdeutsche Bühne Ahrensburg stellte den neuen Spielplan vor. Den Anfang macht die Eigeninszenierung „Rommé to drütt“.

Ahrensburg.  Im Alltag wird Plattdeutsch in immer weniger Stormarner Familien gesprochen, die Muttersprachler sterben aus. Die Niederdeutsche Bühne Ahrensburg, die ihren neuen Spielplan vorgestellt hat, kämpft schon lange um den Erhalt der Sprache. Doch auch im Theater ist das schwindende Interesse an der norddeutschen Sprache spürbar. Die Besucherzahlen gehen mit jeder Saison zurück.

Das entmutigt die Stormarner Speeldeel, wie sich die Bühne auch nennt, aber keineswegs. Im Gegenteil: Die Freunde des plattdeutschen Theaters können sich in den kommenden Monaten auf jeweils drei Eigeninszenierungen und Gastspiele freuen.

Stolz auf Zwei-Personen-Stücke

Besonders stolz sind die Theatermacher auf ihr „Fröhstück bi Kellermanns“ (23. und 24. Februar sowie 3. März) – ein Stück mit nur zwei Schauspielern auf der Bühne. „Zwei-Personen-Stücke ist sehr schwer für die Mitwirkenden und erfordern viel Konzentration“, sagt Hans-Jochim Eggers von der Niederdeutschen Bühne. Die Aufführung beschäftigt sich mit dem Alltag von Lotte und Rudi Kellermann (Christine Henze und Werner Otto), deren Tochter langsam flügge wird.

Nächster Programmpunkt und erste Eigeninszenierung ist das Stück „Rommé to drütt“ am 3., 4. und 11. November. Drei betagte Damen lernen die Kunst des Bankraubes – und werden schließlich selbst Opfer eines Betrügers.

Märchenhelden in modernem Stück

Bei dem auf Hochdeutsch gespielten Weihnachtsmärchen „Rettet Rumpelstilzchen“ (2. und 4. Dezember) bringt Regisseurin Andrea Rühling alle klassischen Märchenhelden in einem modernen Stück unter.

Das Jahr 2017 beginnt mit „Een Joghurt för twee“, einem Lustspiel der Niederdeutschen Bühne Preetz. Die Aufführungen sind am 26. und 27. Januar. Die Niederdeutsche Bühne Neumünster zeigt „De Dood vun de Yuccapalm“ (30. und 31. März) – mit Mord, Alkohol und einer übergroßen Yuccapalme.

Besucherzahlen sinken

Den Abschluss macht „Tied to leven“ (27. und 28. April sowie 5. Mai), eine romantische Sozialkomödie, die Antonie Otto inszeniert. „Das ist eine tolle Geschichte über die Liebe“, sagt Bühnenleiterin Nina Eggers. So verliebt sich Anna Bergkamp (Doris Eikhoff) in Martin Mertens (Peter Meyer), dem – wie sich herausstellt – das Herz ihres bei einem Unfall verstorbenen Mannes implantiert wurde.

„Mir liegt viel an dieser Sprache“, sagt Nina Eggers. „Und ich möchte etwas dazu beitragen, dass sie eben nicht ausstirbt.“ Mit sechs plattdeutschen Stücken und dem Weihnachtsmärchen bietet die Stormarner Speeldeel den Zuschauern wieder einiges an Unterhaltung. Dennoch sinken die Besucherzahlen. In der vergangenen Saison kamen rund 2700 Zuschauer.

Verschiedene Abo-Angebote

Vor allem die Zahl der Abonnements, bei denen die Inhaber bis zu sechs Abende besuchen können, nimmt ab. „Dennoch konnten wir der Stadt immer etwas von der Förderung zurückzahlen“, sagt Hans-Jochim Eggers, der im Verein als Schatzmeister für die Finanzen zuständig ist.

Neben dem Standard-Abo (36 bis 57 Euro) – Ermäßigung bei allen sechs Aufführungen – bietet die Bühne auch ein Wahl-Abo (24 bis 38 Euro) an, das vier universal einsetzbare Gutscheine beinhaltet. Regulär kosten die Karten zwischen sieben und zwölf Euro (Abendvorstellung) und sechs und acht Euro (Weihnachtsaufführung).

Niederdeutsche Bühne Ahrensburg, Infos zum Spielplan und Karten auf der Homepage www.nb-ahrensburg.de und unter Telefon 0176/54 95 18 60