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Integration

Ahrensburger VHS braucht noch mehr Platz für Flüchtlinge

Der VHS fehlt der Platz für Integrationskurse. Deswegen fordert sie weitere Wohncontainer

Der VHS fehlt der Platz für Integrationskurse. Deswegen fordert sie weitere Wohncontainer

Foto: Jan Woitas / dpa

Trotz der beschlossenen Aufstellung von Containern fehlt ein Raum für Integrationskurse. Politik fordert Begründung der Verwaltung.

Ahrensburg.  Die Volkshochschule (VHS) in Ahrensburg benötigt mindestens noch einen weiteren Raum für Integrationskurse für Flüchtlinge. Diesen Bedarf nannte die Stadtverwaltung jetzt im Bildungsausschuss auf Nachfrage der Ausschussmitglieder. Dies könnte bedeuten, dass die VHS demnächst bei der Stadtverordnetenversammlung beantragen wird, noch zwei weitere Container auf dem Gelände an der Bahnhofstraße aufzustellen.

Zwei Container für einen Schulungsraum haben die Kommunalpolitiker der VHS bereits bewilligt. Über diese Bewilligung gab es in den vergangenen Wochen Streit zwischen den Mitgliedern des Bildungsausschusses auf der einen Seite und Bürgermeister Michael Sarach sowie dem neuen Leiter der VHS, Andreas Bäuerle, auf der anderen (das Abendblatt berichtete). Auch deshalb gab es im Bildungsausschuss einen Sachstandsbericht der Stadtverwaltung zu dem Thema.

Hintergrund ist, dass die VHS dringend zusätzliche Räume für die Integrationskurse von Flüchtlingen benötigt, da viele auf der Warteliste stehen. Die VHS hatte daher beantragt, bereits zum 1. August vier Container für Schulungsräume aufstellen zu dürfen. Die Kosten dafür sollte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge als Auftraggeber der Kurse übernehmen.

Zuletzt hatte es heftigen Streit über das Thema gegeben

Der Bildungsausschuss beauftragte die Verwaltung, nach Räumen in den Schulen für die VHS zu suchen. Die Stadtverordnetenversammlung beschloss daraufhin am 18. Juli fast einstimmig, dass für die Integrationskurse ab 1. August einerseits zwei Räume an der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule (SLG) genutzt und andererseits zwei Container bei der VHS aufgestellt werden. Diesen Beschluss für nur zwei Container kritisierten im August Bürgermeister Sarach und VHS-Leiter Bäuerle bei der Vorstellung des neuen VHS-Programms. Dagegen wehrte sich der Bildungsausschuss parteiübergreifend. Die Mitglieder kritisierten ihrerseits, von der Verwaltung nicht ausreichend über die Anforderungen an die nötigen Unterrichtsräume und die Integrationskurse informiert worden zu sein.

Diese Debatte hatte nun im Bildungsausschuss eine kleine Fortsetzung, die sachlich ablief. „Wenn es wirklich so dringend um die Flüchtlinge ging, wie uns gesagt wurde, dann hätte der Beschluss der Stadtverordneten umgesetzt werden müssen“, sagte Ausschussmitglied Matthias Stern (CDU). Er bezog sich darauf, dass die beiden bewilligten Container bis heute nicht an der VHS aufgestellt wurden. Dazu gab die Verwaltung in der Sitzung bekannt, dass die Container bis Ende September stehen sollen. Ausschussmitglied Jochen Proske (SPD) bemängelte die Informationen seitens der Verwaltung: „Sie hätte den Stadtverordneten die Raumprobleme der VHS besser darstellen sollen.“

Auf Nachfrage des Ausschusses teilte die Verwaltung dann mit, dass absehbar ein weiterer Schulungsraum gebraucht werde. Grund sei, dass die VHS einen besonderen Sprachkursus zur Berufsorientierung anbieten will. Da für einen Raum zwei Container benötigt werden, kann es also sein, dass die Verwaltung erneut das Aufstellen von Containern beantragen wird.

Ob dies erneut zu Streit führt, wird wohl auch von einer guten Begründung in der Beschlussvorlage abhängen. „Wir freuen uns bei Bedarf auf eine neue Vorlage“, sagte Christian Schubbert-von Hobe (Grüne), Vorsitzender des Bildungsausschusses, und schloss den Tagesordnungspunkt.