Stormarn
Serie

Liebeserklärung an Reinfeld: Genießen am Herrenteich

Reinfelder Regatta-Fans (v. l.): Jamal, Mahmud, Lukas Kell, Tammo und Rolf Nielsen

Reinfelder Regatta-Fans (v. l.): Jamal, Mahmud, Lukas Kell, Tammo und Rolf Nielsen

Foto: Julia Rhode/HA / HA

Warum lieben Stormarner ihre Heimat? Das erfahren Sie in der Abendblatt-Serie „Liebeserklärung an...“. Heute: Reinfeld.

Was macht Reinfeld so lebens- und liebenswert? Julia Rhode und Sina Böger haben bei den Einwohnern nachgefragt.

„Am Herrenteich schwimmen, wandern und genießen“

Lukas Kell (20) ist leidenschaftlicher Regatta-Fahrer. „Mir gefällt vor allem der Herrenteich und die unberührte Natur“ sagt der Student. In diesem Jahr ist er die Regatta aber nicht mehr selbst mitgefahren. „Ich helfe dem Nachwuchs“ sagt Lukas Kell. Gerade baut er mit zwei Flüchtlingen Modellboote zusammen.

Rolf Nielsen lebt seit 35 Jahren in Reinfeld. Er ist Mitarbeiter im Segelverein, der jedes Jahr beim Karpfenfest die Segelregatta mit Modellbooten auf dem Herrenteich veranstaltet. „Der Teich ist hervorragend. Hier kann man schwimmen, wandern und gutes Essen an der Promenade genießen“, sagt der 77-Jährige. Er ist begeistert von dem Engagement der Jugendlichen. „Ich finde es großartig“, sagt Nielsen voller Stolz auf seine Schützlinge.

„Träumen selbst an der Autobahn“

Edith (65) ist vor 22 Jahren nach Deutschland gezogen. „Ich hatte die Wahl zwischen Hamburg und Reinfeld“, erinnert sich die gebürtige Rumänin. Rentnerin Edith, die nicht mit ihrem Nachnamen genannt werden möchte, schätzt vor allem die Ruhe. Es sei so schön hier, vor allem am Teich.

„Die Nachbarschaft ist so herzlich, so freundlich, das würde einem in der Stadt nie passieren“, schwärmt sie. Man grüße sich auf der Straße und klöne auch ruhig mal eine halbe Stunde. „Mir gefällt einfach alles in Reinfeld!“, erzählt die 65 Jährige. Sogar der nahe gelegenen Autobahn 1 können sie etwas Positives abgewinnen und ins Träumen geraten. „Hier herrscht Frieden.“

„Zum Haare schneiden in Reinfeld“

André Pohlmann lebt in Stubbendorf. Er fährt ungefähr zehn Minuten mit dem Auto nach Reinfeld. „Ich komme oft zum Haare schneiden her“, sagt der 25-Jährige. „Und meistens auch zum Einkaufen.“ Der gebürtige Oldesloer schätzt vor allem die Ruhe der ländlichen Gegend. Ob er sich vorstellen kann, langfristig hier zu bleiben? „Ich habe in Stubbendorf schon ein Haus gebaut“, antwortet er lachend und fragt, ob das als Antwort genüge.

Er könnte sich keinen schöneren Ort zum Leben wünschen. Der 25-Jährige hält auch nichts davon, Kinder in der Stadt großzuziehen. „Stormarn ist ideal dafür“, sagt er. Po hlmann arbeitet als Werkzeugmacher in Oldesloe . Er merke jeden Tag den Unterschied zwischen seinem Arbeitsplatz in der Stadt und dem Leben auf dem Dorf. „Es gibt nichts Schöneres“, sagt er.

„Es ist so idyllisch hier“

Karsten Maack aus Ratzbeck bei Reinfeld wünscht sich mehr Nachtleben. Der Familienvater arbeitet als Redakteur in Bad Oldesloe. Er schätzt an der ländlichen Umgebung seines Wohnortes vor allem die Ruhe. „Es ist so idyllisch hier“, sagt der 51 Jährige.

Der gebürtige Hamburger ist voller Überzeugung nach Stormarn gezogen. „Wenn ich eine Familie gründe, möchte ich nicht aufpassen müssen, dass die Kinder womöglich auf die nächste Hauptstraße laufen“, erklärt Maack. Nach Reinfeld komme er oft zum Einkaufen. „Das einzige, was die Idylle stört, ist der Betonklotz, der am Stadtrand zu erahnen ist.“

„Ein beliebter Ruheort für die Umgebung“

An der Promenade des Herrenteichs steht das „Café Kalkberg“. Besitzer Tim Schnoor lebt nicht in Reinfeld. Er könne aber wiedergeben, was er von den Kunden mitbekommt. Reinfeld sei eine generationenübergreifende Stadt. „Die Leute bleiben gern hier“, merkt der 27-Jährige immer wieder. Ihm selbst gefalle vor allem die charmante Atmosphäre.

„Reinfeld entwickelt sich zu einem beliebten Ruheort für die Umgebung“, so Schnoor. Das Café soll Ende dieser Woche schließen. Aber die Reinfelder müssen nicht um ihren selbstgemachten, regionalen Kaffee fürchten. Der Kaffee-Experte wird von Anfang Oktober an als erste mobile Rösterei in Schleswig-Holstein unterwegs sein. In Reinfeld kann man ihn beim Wochenmarkt am Freitag erwischen.

„Die Spielmöglichkeiten sind klasse“

Svenja Lenders wohnt schon ihr ganzes Leben in Reinfeld. Die 25-Jährige ist gerade mit ihrer Tochter Josi auf dem Weg zu Freunden. „Es ist so ruhig“, schwärmt Lenders. Der kleinen Familie gefalle vor allem das Gebiet um den Herrenteich. Reinfeld sei aber insgesamt sehr idyllisch, ihr falle kein Ort ein, an dem sie sich nicht wohlfühle.

„Die Spielmöglichkeiten sind klasse“, sagt die junge Mutter. An Spielplätzen mangele es der Gemeinde nicht. „Eine Schwimmhalle fehlt“, stellt die 25-Jährige fest. Auch ihre 4-Jährige Tochter Josi nickt heftig. Die Vielfakt an Freizeitmöglichkeiten könne noch ausgebaut werden. „Aber eigentlich kann man sich nicht beklagen“, sagt Svenja Lenders.

„Nie wieder weg von hier“

Hannah Hackbarth (15) macht gerade eine Ausbildung beim Frisör „Markus“ in der Reinfelder Innenstadt. Sie ist hier aufgewachsen und möchte auch nie mehr wegziehen. „Meine ganze Familie ist hier“, sagt die Auszubildende. Besonders gut gefalle ihr die Promenade. „In den letzten Jahren hat sich hier viel getan“ sagt Hannah. Die Stadt habe mit vielen neuen Pflanzen die Innenstadt verschönert.

Die 15 Jährige bringt der Praktikantin Rand gerade Deutsch bei. Die 17 Jährige Syrerin lebt auch in Reinfeld. Sie sei besonders gern in der Innenstadt und am Herrenteich. Hannah genießt ihre Jugend in der Metropolregion der Großstadt Hamburg. „Hier habe ich alles, was ich brauche“, sagt sie.