Stormarn
Nach Sturz

Oldesloer Klinik-Chef wird Patient im eigenen Haus

Assistenzarzt Christian Grenz (l.) legt den Gipsverband bei Klinik-Chef Andreas Reichardt an

Assistenzarzt Christian Grenz (l.) legt den Gipsverband bei Klinik-Chef Andreas Reichardt an

Foto: Asklepios Kliniken

Andreas Reichardt, Chef der Asklepios Klinik in Bad Oldesloe, wurde nach einem Unfall in die Notaufnahme „seiner“ Klinik gebracht.

Bad Oldesloe.  Wie es ist, von den eigenen Mitarbeitern behandelt zu werden, hat jetzt der Geschäftsführer der Asklepios Klinik in Bad Oldesloe erfahren. Andreas Reichardt, der seit Anfang dieses Jahres Chef des Krankenhauses ist, wurde nach einem Unfall in die Notaufnahme „seiner“ Klinik gebracht.

Der 32-Jährige war bei einer Probefahrt in einem Fahrradgeschäft in Hamburg gestürzt. Dass er sich dabei verletzte, hatte er zunächst nicht bemerkt. „Mein erster Gedanke galt dem neuen Fahrrad, das zum Glück unversehrt blieb“, sagt der begeisterter Radfahrer einige Tage nach dem Geschehen.

Immer stärkere Schmerzen

Eine Stunde nach dem Sturz kamen die Beschwerden. Reichardt konnte seinen rechten Arm nicht mehr richtig bewegen. Seine Frau drängte ihn, sich im Krankenhaus untersuchen zu lassen. Weil die Schmerzen immer stärker wurden, stimmte der Hobbyradfahrer zu und ließ sich in die Klinik bringen.

Die Kollegen staunten zunächst, machten dann aber routiniert ihre Arbeit. „Die Röntgenaufnahme bestätigte unseren Verdacht auf eine Radiusfraktur“, sagt Assistenzarzt Christian Grenz. Ein solcher Speichenbruch sei bei Menschen die zweithäufigste Fraktur nach dem Schlüsselbeinbruch. Der Klinikchef bekam einen Gips.

Aufenthalt mit positiven Effekten

Auch das Erlebte nicht gerade angenehm ist, sieht Reichardts auch etwas Positives an dem Klinikaufenthalt: „Als ich am Empfang warten musste, um mich anzumelden, ist mir aufgefallen, dass es gar keine Möglichkeit für Patienten gibt, in Ruhe die Formulare zur stationären Aufnahme auszufüllen. Das wollen wir nun ändern.